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Die Gründe für den Trend, sich zunehmend in sozialen Netz-
werken zu präsentieren, liegen auf der Hand: Diese im We-
sentlichen kostenlose Werbung erfordert lediglich einen Com-
puter und einen Internetzugang. Laut comScore sind 84% der
Internetnutzer weltweit in sozialen Netzwerken aktiv.
In den USA hat sich die Nutzung sozialer Netzwerke zwischen
2007 und 2011 fast verdoppelt, während sie in China um etwa die Hälfte
(53%) gestiegen ist. Und in der Zielgruppe der Schüler und Studenten
dürften die Zahlen noch deutlich höher ausfallen. Wobei Facebook,
Twitter und andere soziale Netzwerke in den Schulen und Univer-
stäten längst nicht mehr nur eine Spielwiese von Jugendlichen
sind. Auch für den Unterricht werden vielfältige Möglichkei-
ten genutzt, um das kommunikative, berufliche, politische
und kreative Potenzial des Social Web zu nutzen.
Für Kriminelle ist Facebook ein Paradies
Ebenso wie in Unternehmen stellen die Aktivitäten der Fa-
cebook-Nutzer allerdings auch an den hauseigenen Rechnern
der Bildungseinrichtungen eine echte Gefahr dar. Denn die hohe
Interaktionsrate, gepaart mit menschlicher Neugier und jeder Menge
Unerfahrenheit, macht es Kriminellen sehr leicht möglich, mit wenig Auf-
wand Schadprogramme zu verbreiten, auf Daten zuzugreifen, oder auf unlautere
Weise Geld zu verdienen. Schüler und Studenten sind hier ebenso wenig vor
bösartigen Taktiken von Betrügern in sozialen Netzwerken geschützt wie die
Lehrer oder Mitarbeiter in Unternehmen, die zu einem Großteil soziale Medien zu
privaten Zwecken auch am Arbeitsplatz nutzen.
Gefahren lauern überall
Gefälschte Instagram-, Farm Frenzy- und Angry Birds Space-Apps zei-
gen, dass sich diese Bedrohung gezielt gegen Anwender von Mobil-
telefonen zu richten scheinen. Ein Beispiel für solche Gefahren ist
die gefälschte App WhatsApp, die im August 2012 auf Facebook
im Umlauf war. Bei diesem Angriff wurden Opfer zu einer gefälsch-
ten WhatsApp Facebook-Seite geleitet, auf der App-Berechtigungen
abgefragt werden. Sobald der Ahnungslose die Berechtigungen erteilt
hatte, wurden andere vermeintliche Nutzer der WhatsApp-App angezeigt
und er wurde zu einer Seite mit einer Einverständniserklärung weitergeleitet.
Fast 25.000 Likes verzeichnet die Facebook-Seite der Freien Universität
Berlin. Und auch die Universität Wien kann sich über 47.000 „Gefällt
mir“ Klicks freuen, die JKU in Linz erreicht etwa 26.000 Nutzer. Na-
hezu uneinholbar vorn liegt allerdings die Munich Business School
mit fast 66.000 Nutzern (Stand März 2015). Solche Zahlen machen
deutlich, dass es für Unternehmen wie auch für Hochschulen
längst selbstverständlich ist, sich in den sozialen Netzwerken zu
präsentieren und zu engagieren, um mit den Studenten und Inte-
ressenten einen professionellen, persönlichen und informativen
Dialog zu führen, mehr Traffic für die Website zu generieren und
sich für neue Studenten interessant zu machen. Die Gefahren
sind dabei für alle Anbieter gleich groß.
Soziale Netzwerke
Likes, Links und Lerneffekte




