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Seite 8

Industrie 4.0 steht für den vierten grundlegenden

Wandel in der Industrie-Geschichte. Nach der Me-

chanisierung im 19. Jahrhundert (1.0), der Mas-

senproduktion (2.0) und der Digitalisierung (3.0) im

20. Jahrhundert befindet sich unsere Industrie nun

an der Schwelle zur intelligenten, sich selbst steu-

ernden Fabrik (Smart Factory). Mit dem verstärkten

Software-Einsatz bei gleichzeitiger Vernetzung der

Produkte und Dienste über das Internet und ande-

rer Netze führt diese Entwicklung zu ganz neuen

Produkten und Diensten. Diese ziehen auch eine

grundlegende Veränderung und Anpassung der

Produktentwicklung und Produktion nach sich,

um neue Technologien überhaupt qualitativ hoch-

wertig einsetzen und wirtschaftlich nutzbringend

umsetzen zu können. Besonders Deutschland hat

in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen

und präsentiert sich als treibende Kraft in puncto

Innovationen im Bereich Industrie 4.0.

Ein Thema mit Brisanz und politischer Priorität

Das Thema Industrie 4.0 genießt auch aus poli-

tischer Sicht höchste Aufmerksamkeit. Im Herbst

2014 begrüßte der deutsche Bundesminister für

Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, mehr als

800 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft

und Wissenschaft zum 8. Nationalen IT-Gipfel der

Bundesregierung in Hamburg. Auch die Bundes-

kanzlerin sowie fünf weitere Bundesministerinnen

und Bundesminister aus Deutschland nahmen an

diesem IT-Gipfel teil. Unter dem Motto „Arbeiten

und Leben im digitalen Wandel - gemeinsam,

innovativ, selbstbestimmt“, wurden in drei hoch-

rangigen Foren zentrale Themen der „Digitalen

Agenda 2014-2017“ der Bundesregierung dis-

kutiert. Das viel zitierte Zauberwort war auch im

Rahmen des IT-Gipfels „Industrie 4.0“. Denn geht

es nach dem Willen der Politik, soll zukünftig auch

das Fertigungsgewerbe deutlich mehr von den

riesigen Datenmengen profitieren, die das Internet

produziert.

So könnten beispielsweise Produktionsabläufe fle-

xibler gestaltet werden, um mehr oder weniger zu

produzieren, je nachdem, wie hoch die Nachfrage

ist, die sich aus den generierten Internet-Daten-

mengen voraussagen lässt. Ebenso gehören auch

Produkt-Individualisierung und die weitere Ferti-

gungsautomatisierung dazu. Aber auch mit Sen-

soren ausgestattete Maschinen, die Fehler schnel-

ler erkennen und melden können, fallen unter die

angestrebten Entwicklungen einer Industrie 4.0.

Voraussetzung: „Echtzeit-Internet“

Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Entwicklung ist –

und das erkennt auch die Politik inzwischen – ist

der dafür dringend erforderliche Breitbandausbau.

Denn ohne schnelle Datenleitungen, lassen sich

die nötigen Informationen nicht transportieren.

Die Rede ist in diesem Kontext immer wieder vom

„Echtzeit- Internet“, also von einem verzögerungs-

freien Datentransport. Denn jedes leichte Ruckeln,

das uns Nutzer derzeit einfach nur etwas ärgert,

könnte in den Produktionsabläufen einer Industrie

4.0 fatale Folgen haben. Die große Schwierigkeit

dabei ist allerdings, dass Deutschland bei der Ver-

sorgung von Unternehmen und von Haushalten

mit besonders schnellen Internetverbindungen

via Glasfaserkabel im internationalen Vergleich

weit abgeschlagen ist. Nicht einmal ein Prozent

der Haushalte sind mit den schnellsten Leitungen

versorgt, beim europäischen Spitzenreiter Litauen

sind es über 20 Prozent!

Mobilität als Erfolgsfaktor

Eines der ganz wichtigen Themen auf dem Weg

zur Industrie 4.0 ist die zunehmende Mobilität,

die in nahezu allen Branchen an Bedeutung ge-

winnt. Mobile Arbeitsplätze werden mit Hilfe von

Smartphones und Tablets zum Standard. Diese

wachsende Flexibilität kommt nicht nur der im-

mer wichtiger werdenden Mitarbeiterzufriedenheit

zu Gute. Mobilität bedeutet vor allem auch ein

Effizienzgewinn, wenn beispielsweise komplexe

Business-Apps Außendienstlern dabei helfen, ihre

Prozesse voll zu automatisieren, wenn Vertriebs-

mitarbeiter zwischen ihren Kundenterminen ihre

Aufträge unterwegs erfassen können, oder wenn

es möglich wird, dass Wartungsingenieure die

Daten einer Maschine schon während des Prüf-

prozesses registrieren. Und Mobilität steht meist

auch für einen verbesserten Kundenservice, wenn

Daten schneller erfasst und Aufträge schneller

Es ist ein Begriff, der zur Chefsache geworden ist: Industrie 4.0 – bezeichnet die Maßnahmen, um mithilfe neuer Informationstechnologien flexibler, ef-

fizienter und ressourcenschonender zu produzieren. Deutschland nimmt eine Vorreiterrolle ein und will seine Zukunft als Produktionsstandort und seine

Position im globalen Wettbewerb sichern. Mobilität ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren dieser Entwicklung.

Der nächste Schritt Richtung Zukunft:

Mobilität als entscheidender Treiber der Industrie 4.0