SCHWEIZER GEMEINDE 9 l 2016
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GEMEINDEN
Luzern
Kontingente
für Veranstaltungen
In der Stadt Luzern sollen temporäreVer-
anstaltungen das Alltagsleben auf Plät-
zen nicht beeinträchtigen. Der Stadtrat
will deswegen für stark genutzte öffent-
liche Plätze Bespielungspläne erstellen.
In der Teilrevision des Reglements über
die Nutzung des öffentlichen Grundes
sind etwa Nutzungsschwerpunkte wie
Märkte oder Kontingente geplant. Der
Grund für die Revision: Seit 2010 nahm
die Zahl der Gesuche fürVeranstaltungen
auf öffentlichem Grund von 976 auf 1310
zu. Würden an Orten, an denen sich oh-
nehin viele Menschen aufhielten, zusätz-
liche temporäre Veranstaltungen durch-
geführt, könne dies zu Konflikten führen
und den Alltagsnutzen des Platzes ein-
schränken, heisst es in der Botschaft. Die
Vorlage enthält zahlreiche weitere Ände-
rungen. Für Zeitungsboxen, die auf öf-
fentlichem Grund stehen, soll neu eine
Jahresgebühr von 1500 Franken bezahlt
werden. Mit einem Teil der Einnahmen
soll der erhöhte Reinigungsaufwand fi-
nanziert werden.
sda
Bern
Schutzklausel
für Whistleblower
Whistleblower in der Berner Stadtver-
waltung sollen vor Retourkutschen ge-
schützt werden: Der Gemeinderat ist
bereit, eine entsprechende Bestimmung
im Personalreglement zu verankern. Er
empfiehlt eine dringliche Motion der
stadträtlichen Aufsichtskommission zur
Annahme. Ombudsmann Mario Flücki-
ger hatte schon 2014 in seinem Tätig-
keitsbericht darauf hingewiesen, dass er
gelegentlich Hinweise von Whistleblo-
wern über mögliche Missstände in der
Verwaltung erhalte. Den Informanten
fehle aber der nötige Schutz. Die Auf-
sichtskommission des Stadtrats teilt
dieseAnsicht. Im Personalreglement sol-
lenWhistleblower insbesondere vor Kün-
digung, Zurückstufung in der Hierarchie,
Versetzung, Verweigerung der Beförde-
rung und des Gehaltaufstiegs geschützt
werden. Sie sollen auch keine Beeinträch-
tigungen psychischer Art erleiden müs-
sen. Die Anlaufstelle für Whistleblower
soll nach dem Willen der Kommission
beim Ombudsmann eingerichtet wer-
den. Der Gemeinderat hält die vorge-
schlagene Regelung für sinnvoll, wie er
in seiner Antwort auf die Motion deutlich
macht.
sda
Genf
Genf erhält Auszeichnung für
seine globale Verantwortung
Genf, die Genfer Vorortsgemeinde Ca-
rouge, Lausanne und Zürich sind jene
Schweizer Gemeinden, die sich am
stärksten für Entwicklungsprojekte enga-
gieren. Dies ergab ein Gemeinderating
des Hilfswerkes Solidar Suisse. 2016
wurden 88 Gemeinden daraufhin unter-
sucht, ob sie ihre globaleVerantwortung
wahrnehmen. Das Rating zeigt gemäss
Solidar Suisse auf, welche Gemeinden
ihrer globalenVerantwortung nachkom-
men, indem sie sich in Projekten zur
weltweiten Armutsbekämpfung und in
der humanitären Hilfe engagieren und
ihre Beschaffungspraxis sozial nachhal-
tig gestalten. Dies spiele eine wichtige
Rolle, denn Schweizer Gemeinden bezö-
gen jährlichWaren und Dienstleistungen
imWert von rund 16 Milliarden Franken.
Das Rating stützt sich auf einen Fragebo-
gen, der von den Gemeinden beantwor-
tet wurde, auf Informationen der Ge-
meinde-Homepages sowie auf Angaben
des Bundesamtes für Statistik. Die Ge-
meinden hatten Gelegenheit, die ausge-
werteten Daten zu kommentieren. Genf
als beste Gemeinde erzielte 96 von 100
möglichen Punkten, Carouge, Lausanne
und Zürich kamen auf je 92,5 Punkte.
Unter den 12 Gemeinden, welche zudem
die Höchstzahl von fünf Globen erhiel-
ten, befinden sich neben den vier erst-
platzierten auch Ittigen (BE), Bern, Nyon
(VD), Yverdon-les-Bains (VD), Moutier
(BE), Riehen (BS), Bülach (ZH) undVevey
(VD). Die letzten Plätze in diesem Ran-
king, bei dem 88 der total rund 2300
Schweizer Gemeinden bewertet wurden,
belegen Einsiedeln (SZ) und München-
buchsee (BE) mit 1,5 Punkten sowie Sar-
nen mit null Punkten.
sda
Baselland
Gewinnsteuer soll markant
auf 14 Prozent sinken
Im Zuge der Umsetzung der Unterneh-
menssteuerreform III soll die Gewinn-
steuer imBaselbiet markant gesenkt wer-
den, von heute 20,7 auf neu 14 Prozent
über einen Zeitraum von fünf Jahren. Zur
Gegenfinanzierung dieser Steuersen-
kung will die Regierung dieTeilbesteue-
rung der Dividenden anheben.Wie beim
Bund sollen die Ausschüttungen künftig
auch in Baselland zu 60 Prozent zum steu-
erbaren Einkommen gezählt werden.
Ebenfalls zur Kompensation der tieferen
Gewinnsteuer beitragen soll die ge-
plante Erhöhung des Kantonsanteils an
der Bundessteuer von 17 auf 21,2 Pro-
zent per Anfang 2019. Baselland rechnet
darum pro Jahr mit Mehreinnahmen
von 29 Millionen Franken. Eine der Er-
satzmassnahmen der Unternehmens-
steuerreform III ist die sogenannte Pat-
entbox, die namentlich für die in der
Region Basel stark vertretene Pharmain-
dustrie von grosser Bedeutung ist. Die
vom Bund zugelassene maximal Entlas-
tung von 90 Prozent für Erträge aus Pat-
enten will Baselland voll ausschöpfen.
Bei der freiwilligen Inputförderung, die
Abzüge für Forschung und Entwicklung
im Inland ermöglicht, will Baselland
nicht die maximal mögliche Entlastung
von 150 Prozent gewähren. Wie viel es
sein soll, ist laut Finanzdirektor Lauber
aber noch offen. Die Reform soll voraus-
sichtlich im September 2018 zurVolksab-
stimmung kommen.
sda
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