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54

GOLF TIME

|

4-2016

www.golftime.de

Das kurze spiel

unTEr dEr LupE

W

enn man sich die Produkt-

beschreibungen der am Markt

tätigen

Wedge-Spezialisten

betrachtet, entsteht schnell ein Gefühl von

Verzweiflung und Überinformation. Loft,

Bounce, Grind, Finish Optionen, Custom

Varianten, Schaftmöglichkeiten und dann

auch noch in einigen Fällen eine Fülle

von Personalisierungsoptionen, um sein

Wedge unverwechselbar zu machen. Doch

was braucht man als Spieler wirklich? Was

hilft einem auf dem Platz und was könnte

einem eher Probleme bereiten? Wir werden

versuchen, das vorhandene Angebot ein

wenig zu beleuchten.

lOFts

Früher war alles einfacher. Die Sätze hatten

in Altväter Tagen ein Pitching Wedge mit

50° Loft und eine Sandwedge mit 56° Loft.

Die daraus resultierende Lücke war prob-

lemlos handhabbar und die Notwendig-

keit für ein Wedgesystem mit drei oder

gar vier Wedges nicht gegeben. In den

vergangenen Jahren hat sich dies deutlich

geändert. In der Spitze haben manche

Eisensätze heute ein PW mit 42°–43° Loft,

und daraus ergibt sich logischerweise eine

sehr große Lücke zum klassischen Sand-

wedge mit 56°. Was bleibt also anderes

übrig, als die Lücke mit mehreren Schlä-

gern zu schließen.

Was man dabei beachten sollte, ist eine

ganz einfache Frage: Mit welchem Schlä-

ger werden zum überwiegenden Teil volle

Schwünge gemacht? Dieser Schläger sollte

nach Möglichkeit dem Eisensatz entnom-

men werden – also vom Kopf und Schaft

her das gleiche Design/Setup haben wie die

restlichen Eisen. Vor allem in der Kom-

bination mit sog. Cavity Backs mit vielen

spielerleichternden Merkmalen (Masse

unten und relativ weit weg von der Schaft-

achse) macht es keinen Sinn, den notwen-

digenLoftfüreinebestimmteVollschwung-

distanz mit einem Spezialwedge zu wählen.

Aufgrund des anders platzierten Massen-

schwerpunkts und gegebenenfalls auch

einer anderen Schlagflächenkonstruktion

werden die speziellen Wedges in Relation

immer etwas kürzer fliegen als das ent-

sprechende Eisen aus dem Satz. Es ist also

absolut sinnvoll, seinen Eisensatz anders

zu betrachten und im entsprechenden

Design bis in den Bereich eines klassischen

Pitching Wedges zu gehen, um einen spiel-

baren Übergang zu den speziellen Wedges

zu schaffen.

Achten Sie am besten darauf, dass Ihr

letztes Eisen für volle Schwünge zwischen

46° und 50° Loft hat und schließen Sie

dann entsprechend mit den Spezialwedges

an. Dann bleibt nur noch die Überlegung,

ob Sie lieber in 4°- oder in 5°-Schritten

vorgehen.

Mehr Wedges im Bag bedeuten mehr

Optionen. Mehr Optionen können aber auch

durchaus für mehr Verwirrung sorgen.

Wenn wir also beispielsweise von 46° Loft

beim letzten Eisen für volle Schwünge aus-

gehen, dann wären drei zusätzliche Wedges,

50°/54°/58°, eine Variante. Oder Sie wählen

ausgehend von diesem Wert (46°) eine

Zusammenstellung mit 51° und 56°, um

das System übersichtlicher zu halten.

bOuNce

Beim Bounce (gemessen in Grad) handelt

es sich um einen besonderen Winkel der

Sohle in Relation zu einem geraden Unter-

grund. Leider unterscheiden manche Her-

steller auch noch zwischen dem einfachen

gemessenen Bounce und dem sog. Effek-

tiven Bounce, der lediglich ein errechne-

ter Wert ist und sich aus dem gemessenen

Bounce und der Fläche der Sohle zusam-

mensetzt.

Sie sehen: Die Auswahl ist nicht leicht.

Leider.

GT

CLUB

FITTING

JOHANNES HERBIG

Jahrgang ’61,

Inhaber der Fitting-

Schmiede Clubmate Golf

mit Stützpunkten

in Pfungstadt und

im Jordan Golfdom,

Köln

Teil 1: Wedges

Größeres Angebot – die Qual der Wahl.

verGleIch

Ein altes Foto

mit aktuellem

Hintergrund:

Tiger Woods und

Phil Mickelson

checken den Loft

ihrer Wedges

beim Ryder Cup

2006