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58

GOLF TIME

|

4-2016

www.golftime.de

PRODUKTE |

AUTOTEST

D

as Gaspedal ist bis zum Anschlag

durchgetreten. Mein gesamter Kör-

per wird in den schicken, beigen

Ledersitz gepresst. So heftig, dass

ich für einen Moment lang nicht mal mehr

Luft holen kann. Nach circa vier Sekunden lasse

ich bei Tempo 110 km/h den rechten Fuß

locker, nehme ihn vom Pedal und atme erst

einmal tief durch.

Es ist der erste Eindruck, für den es keine

zweite Chance gibt. Das gilt für das Aufeinan-

dertreffen zweier Menschen ebenso wie für die

erste Spritztour in einem neuen Auto. Mein

„neues“ Auto – zumindest für einige Tage – ist

der Tesla Model S P90D Ludicrous.

Ein eleganter Sportwagen, der keinen Liter

Benzin oder Diesel benötigt, um Spitzenge-

schwindigkeiten von bis zu 250 km/h zu er-

reichen. Tesla setzt stattdessen auf Strom. Das

Model S P90D wird deshalb von zwei Hoch-

leistungsbatterien angetrieben. Ein Aggregat

bedient die Vorderachse, eines die Hinterachse.

Kombiniert ergeben sie 772 PS (262 vorne,

IN AKTION

GOLF TIME-Redakteur

Damian Bungart mit

dem Testwagen,

einem Tesla Model

S P90D Ludicrous in

Deep Blue Metallic

510 hinten). Offiziell darf Tesla jedoch lediglich

539 Pferdestärken angeben, da ab dieser PS-

Zahl die battriebegrenzte Motorwellen-Höchst-

leistung erreicht ist. Das heißt, die Batterie-

Aggregate können in Kombination miteinander

nicht ihre jeweils vollständige Leistungsfähig-

keit abrufen. Sie leisten zusammen eingesetzt

eben „nur“ 539 PS.

Am Drehmoment ändert sich deshalb nichts:

967 Newtonmeter maximales Drehmoment

sind und bleiben beeindruckend. Zum Ver-

gleich: Der Porsche 911 Carrera 4s verfügt über

500 Nm, der Ferrari 488 GTB über 760. In der

Beschleunigung toppt der Tesla Model S P90D

also beide deutlich. Das liegt auch daran, dass

durch den Elektroantrieb kein Schaltvorgang

durchgeführt wird. Stellt man den Fahrzeug-

modus von „P“ (Park) auf „D“ (Drive) und tritt

das Antriebspedal durch, zieht die 4,970 Meter

lange und 2,187 breite Limousine unaufhalt-

sam davon.

17-Zoll-Bordcomputer

Doch das Pre-

miumauto aus dem kalifornischen Fremont hat

mehr zu bieten als nur einen rasanten Antrieb.

Zum einen wäre da das elegante Design: Von

außen setzt Tesla auf ein bulliges, aber nicht

protziges Aussehen. Im Vergleich mit dem

Porsche Panamera beispielsweise steht der

Tesla deutlich schlanker da. Das Exterieur wirkt

fast ein bisschen wie Understatement, wenn

man sich den Rest des Fahrzeugs anschaut.

Fotos: Tesla Motors

Tesla Model s

Elegantes Design, großes Platz­

angebot und eine Beschleunigung, die ihresgleichen

erst noch finden muss – der Elektrorenner

Tesla Model S P90D in der Fahrprobe.

Von Damian Bungart

KRAFT

STROM

»

Allradantrieb

»

Motorleistung: 510 PS hinten,

262 PS vorne

»

469 PS; 539 PS (Ludicrous)

-> Batteriebegrenzte Motorwellen-

Höchstleistung

»

Drehmoment: 967 Nm

»

Beschleunigung: 3,0 Sek. 0-100 km/h

(Ludicrous); 3,3 Sek. 0-100 km/h

»

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

»

Reichweite: bis zu 509 km

»

Weitere Informationen unter

www.teslamotors.de

TESLA MODEL S P90D

Zahlen und Fakten