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GOLF TIME
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4-2016
www.golftime.dePRODUKTE |
AUTOTEST
D
as Gaspedal ist bis zum Anschlag
durchgetreten. Mein gesamter Kör-
per wird in den schicken, beigen
Ledersitz gepresst. So heftig, dass
ich für einen Moment lang nicht mal mehr
Luft holen kann. Nach circa vier Sekunden lasse
ich bei Tempo 110 km/h den rechten Fuß
locker, nehme ihn vom Pedal und atme erst
einmal tief durch.
Es ist der erste Eindruck, für den es keine
zweite Chance gibt. Das gilt für das Aufeinan-
dertreffen zweier Menschen ebenso wie für die
erste Spritztour in einem neuen Auto. Mein
„neues“ Auto – zumindest für einige Tage – ist
der Tesla Model S P90D Ludicrous.
Ein eleganter Sportwagen, der keinen Liter
Benzin oder Diesel benötigt, um Spitzenge-
schwindigkeiten von bis zu 250 km/h zu er-
reichen. Tesla setzt stattdessen auf Strom. Das
Model S P90D wird deshalb von zwei Hoch-
leistungsbatterien angetrieben. Ein Aggregat
bedient die Vorderachse, eines die Hinterachse.
Kombiniert ergeben sie 772 PS (262 vorne,
IN AKTION
GOLF TIME-Redakteur
Damian Bungart mit
dem Testwagen,
einem Tesla Model
S P90D Ludicrous in
Deep Blue Metallic
510 hinten). Offiziell darf Tesla jedoch lediglich
539 Pferdestärken angeben, da ab dieser PS-
Zahl die battriebegrenzte Motorwellen-Höchst-
leistung erreicht ist. Das heißt, die Batterie-
Aggregate können in Kombination miteinander
nicht ihre jeweils vollständige Leistungsfähig-
keit abrufen. Sie leisten zusammen eingesetzt
eben „nur“ 539 PS.
Am Drehmoment ändert sich deshalb nichts:
967 Newtonmeter maximales Drehmoment
sind und bleiben beeindruckend. Zum Ver-
gleich: Der Porsche 911 Carrera 4s verfügt über
500 Nm, der Ferrari 488 GTB über 760. In der
Beschleunigung toppt der Tesla Model S P90D
also beide deutlich. Das liegt auch daran, dass
durch den Elektroantrieb kein Schaltvorgang
durchgeführt wird. Stellt man den Fahrzeug-
modus von „P“ (Park) auf „D“ (Drive) und tritt
das Antriebspedal durch, zieht die 4,970 Meter
lange und 2,187 breite Limousine unaufhalt-
sam davon.
17-Zoll-Bordcomputer
Doch das Pre-
miumauto aus dem kalifornischen Fremont hat
mehr zu bieten als nur einen rasanten Antrieb.
Zum einen wäre da das elegante Design: Von
außen setzt Tesla auf ein bulliges, aber nicht
protziges Aussehen. Im Vergleich mit dem
Porsche Panamera beispielsweise steht der
Tesla deutlich schlanker da. Das Exterieur wirkt
fast ein bisschen wie Understatement, wenn
man sich den Rest des Fahrzeugs anschaut.
Fotos: Tesla Motors
Tesla Model s
Elegantes Design, großes Platz
angebot und eine Beschleunigung, die ihresgleichen
erst noch finden muss – der Elektrorenner
Tesla Model S P90D in der Fahrprobe.
Von Damian Bungart
KRAFT
STROM
»
Allradantrieb
»
Motorleistung: 510 PS hinten,
262 PS vorne
»
469 PS; 539 PS (Ludicrous)
-> Batteriebegrenzte Motorwellen-
Höchstleistung
»
Drehmoment: 967 Nm
»
Beschleunigung: 3,0 Sek. 0-100 km/h
(Ludicrous); 3,3 Sek. 0-100 km/h
»
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
»
Reichweite: bis zu 509 km
»
Weitere Informationen unter
www.teslamotors.deTESLA MODEL S P90D
Zahlen und Fakten




