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SCHWEIZER GEMEINDE 9 l 2017

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MILIZPOLITIK: JUNGE IN DEN GEMEINDERAT

Im zweiten Anlauf hat es endlich ge-

klappt mit dem Termin. Nirosh Mano-

ranjithan ist auch diesmal in Eile. Es

sind zahlreiche Arbeiten auf beruflicher

und politischer Ebene, die den jungen

Mann seit Monaten auf Trab halten.

«Aber es macht Spass, ein solch ausge-

fülltes Leben zu haben», sagt der 25-jäh-

rige Bauleiter und Politiker bei unserem

Treffen in Vaduz. Während andere in

seinem Alter neben Beruf und Ausbil-

dung fast ausschliesslich ihren Hobbys

nachrennen, ist Manoranjithan neben

seiner Tätigkeit als Projekt- und Baulei-

ter bei einem Vaduzer Ingenieur- und

Planungsbüro neuerdings stark in der

Politik seiner Wohngemeinde beschäf-

tigt.

Der Sohn des Flüchtlings

Als derTamileVelan Manoranjithan 1986

seine Heimat Sri Lanka verlassen und in

der Schweiz Zuflucht vor dem Bürger-

krieg gefunden hatte, dachte wohl keiner

daran, dass 30 Jahre später einer seiner

beiden Söhne im Gemeinderat von Vil-

ters-Wangs Einsitz nehmen könnte. Ent-

sprechend stolz sind heute die Eltern,

wenn sie auf die politische Karriere ihres

Ältesten angesprochen werden.

Manoranjithans Wahl in die Exekutive

der 4700-Seelen-Gemeinde war vor ei-

nem Jahr die erste Krönung einer erfolg-

reichen Integration und Assimilisation

einer aus einem völlig anderen Kultur-

kreis stammenden Familie. Im Februar

2016 kandidierte Nirosh auf der Liste der

Der populäre

Exot im

Gemeinderat

Im Gemeinderat Vilters-Wangs sitzt seit Anfang Jahr

ein 24-jähriger Schweizer mit Wurzeln in Sri Lanka,

und dies im konservativen Sarganserland. Viele Junge,

die sonst nie wählen, haben für ihn an der Urne

eingelegt.

Nirosh Manoranjithan sagt über sich selbst,

er biete etwas Neues, er sei ein Exot. «Ich

bin jung, ich muss mich beweisen. Das ge-

fällt den Leuten.»

Bild: Daniel Ammann