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Seite 12

Nachdem wir uns langsam daran gewöhnt haben,

dass Hardware immer austauschbarer wird, dreht

sich der Wind nun auch im Bereich Software – und

es ist nur eine Frage der Zeit, bis er rau durch die

Bilanzen der Anbieter und Vertriebsorganisationen

bläst, die auf das herkömmliche Boxen- und Li-

zenzgeschäft beharren. „Kunden wollen Software

zunehmend nach Bedarf über das Internet nutzen

– statt teure Lizenzen zu kaufen und die Program-

me fest zu installieren“ berichtet inzwischen sogar

die internationale Nachrichtenagentur Reuters.

Kundenwunsch: Mehr Beweglichkeit

Tatsächlich verlieren On-Premise-Lösungen be-

reits jetzt an Boden. Einer der Gründe dafür: Bei

der anstehenden digitalen Transformation der

Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle erweist

sich die vorhandene Softwarelandschaft oft als

Bremsklotz. Auf der Suche nach Abhilfe versorgen

sich Fachabteilungen und einzelne Mitarbeiter mit

Anwendungen aus der Cloud. Es entsteht eine

Schatten-IT. Und um diese „einzufangen“ und in

eine übergreifende, von den MitarbeiterInnen ak-

zeptierte IT-Strategie zu integrieren, taugen die oft

proprietären Alt-Lösungen erst recht nicht.

Leistungsstress für Hersteller

Konnten sich die großen Softwareanbieter früher

leisten, zwischen verbesserten Versionen auch

mal Jahre vergehen zu lassen (und die Anwender

bei Veröffentlichung eines großen Releases dann

unter extremen Handlungsdruck zu setzen), keh-

ren sich die Vorzeichen nun um: Die Reaktionszei-

ten auf Kundenwünsche und die Anpassungen an

deren modernisierte oder neue Geschäftsmodelle

werden zu erfolgskritischen Faktoren für die An-

bieter. Unternehmenskunden verlangen Flexibilität,

Skalierbarkeit, die Möglichkeit, Anwendungen per

Cloud für (mobile) Mitarbeiter und Partner sicher

nutzbar zu machen – und nicht zuletzt die schnel-

le Bereitstellung für den aktiven Betrieb. Daher ist

eine enge Verzahnung von Entwicklung und Be-

trieb (Stichwort „DevOps“) fast unabdingbar. Statt

auf große Software-Releases zu warten, die bei

ihrer Implementierung letztlich fast schon wieder

„veraltet“ sind, wollen immer mehr Kunden neue

Technologien und Features so rasch wie möglich

adaptieren. Der Wettbewerbsdruck in Sachen digi-

taler Angebote verlangt die kürzest mögliche Time-

to-Market für neue Funktionen und Services, die

auch auf mobilen Endgeräten angeboten werden

können. Für gemütliches Austesten bleibt da oft

keine Zeit und so verbessern die Entwickler ihre

Anwendungssoftware heute eben, während sie bei

den Kunden bereits im Gebrauch ist.

Nicht ohne den Channel

Fraglos werden in den Unternehmen künftig hyb-

ride Betriebskonzepte dominieren. Darauf stellen

sich internationale Großanbieter ebenso ein wie

ISVs und Auftragsentwickler. Tendenziell wird alles

digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

„Die Fachbereiche verlangen berechtigterweise

für digitale Prozesse und Geschäftsmodelle mehr

Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und Geschwin-

digkeit. Der Trend beim Bezug von Softwarelösun-

gen geht, verstärkt durch Businessanforderungen,

in Richtung ‚Software as a Service‘. Der Bezug von

IT-Leistungen wie Speicher, Entwicklungsplatt-

formen oder Datenbanken aus der Cloud nimmt

Die Reaktionszeiten auf Kundenwünsche und die Anpassungen

an deren modernisierte oder neue Geschäftsmodelle werden zu

erfolgskritischen Faktoren für die Anbieter.

Software im Abo

Der lange Abschied von der Box

Der Softwaremarkt ist in Bewegung: Anbieter wie Adobe stellen ihr Geschäft auf Abonnements um. Andere, allen voran Microsoft, setzen auf Cloud-

basierte Geschäftsmodelle. Die Zeit der großen Releases und Lizenzverkäufe neigt sich dem Ende entgegen. Systemhäuser sollten sich jetzt Gedanken

über ihre Rolle in der schönen neuen Softwarewelt machen.