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Nachdem wir uns langsam daran gewöhnt haben,
dass Hardware immer austauschbarer wird, dreht
sich der Wind nun auch im Bereich Software – und
es ist nur eine Frage der Zeit, bis er rau durch die
Bilanzen der Anbieter und Vertriebsorganisationen
bläst, die auf das herkömmliche Boxen- und Li-
zenzgeschäft beharren. „Kunden wollen Software
zunehmend nach Bedarf über das Internet nutzen
– statt teure Lizenzen zu kaufen und die Program-
me fest zu installieren“ berichtet inzwischen sogar
die internationale Nachrichtenagentur Reuters.
Kundenwunsch: Mehr Beweglichkeit
Tatsächlich verlieren On-Premise-Lösungen be-
reits jetzt an Boden. Einer der Gründe dafür: Bei
der anstehenden digitalen Transformation der
Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle erweist
sich die vorhandene Softwarelandschaft oft als
Bremsklotz. Auf der Suche nach Abhilfe versorgen
sich Fachabteilungen und einzelne Mitarbeiter mit
Anwendungen aus der Cloud. Es entsteht eine
Schatten-IT. Und um diese „einzufangen“ und in
eine übergreifende, von den MitarbeiterInnen ak-
zeptierte IT-Strategie zu integrieren, taugen die oft
proprietären Alt-Lösungen erst recht nicht.
Leistungsstress für Hersteller
Konnten sich die großen Softwareanbieter früher
leisten, zwischen verbesserten Versionen auch
mal Jahre vergehen zu lassen (und die Anwender
bei Veröffentlichung eines großen Releases dann
unter extremen Handlungsdruck zu setzen), keh-
ren sich die Vorzeichen nun um: Die Reaktionszei-
ten auf Kundenwünsche und die Anpassungen an
deren modernisierte oder neue Geschäftsmodelle
werden zu erfolgskritischen Faktoren für die An-
bieter. Unternehmenskunden verlangen Flexibilität,
Skalierbarkeit, die Möglichkeit, Anwendungen per
Cloud für (mobile) Mitarbeiter und Partner sicher
nutzbar zu machen – und nicht zuletzt die schnel-
le Bereitstellung für den aktiven Betrieb. Daher ist
eine enge Verzahnung von Entwicklung und Be-
trieb (Stichwort „DevOps“) fast unabdingbar. Statt
auf große Software-Releases zu warten, die bei
ihrer Implementierung letztlich fast schon wieder
„veraltet“ sind, wollen immer mehr Kunden neue
Technologien und Features so rasch wie möglich
adaptieren. Der Wettbewerbsdruck in Sachen digi-
taler Angebote verlangt die kürzest mögliche Time-
to-Market für neue Funktionen und Services, die
auch auf mobilen Endgeräten angeboten werden
können. Für gemütliches Austesten bleibt da oft
keine Zeit und so verbessern die Entwickler ihre
Anwendungssoftware heute eben, während sie bei
den Kunden bereits im Gebrauch ist.
Nicht ohne den Channel
Fraglos werden in den Unternehmen künftig hyb-
ride Betriebskonzepte dominieren. Darauf stellen
sich internationale Großanbieter ebenso ein wie
ISVs und Auftragsentwickler. Tendenziell wird alles
digitalisiert, was digitalisiert werden kann.
„Die Fachbereiche verlangen berechtigterweise
für digitale Prozesse und Geschäftsmodelle mehr
Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und Geschwin-
digkeit. Der Trend beim Bezug von Softwarelösun-
gen geht, verstärkt durch Businessanforderungen,
in Richtung ‚Software as a Service‘. Der Bezug von
IT-Leistungen wie Speicher, Entwicklungsplatt-
formen oder Datenbanken aus der Cloud nimmt
Die Reaktionszeiten auf Kundenwünsche und die Anpassungen
an deren modernisierte oder neue Geschäftsmodelle werden zu
erfolgskritischen Faktoren für die Anbieter.
Software im Abo
Der lange Abschied von der Box
Der Softwaremarkt ist in Bewegung: Anbieter wie Adobe stellen ihr Geschäft auf Abonnements um. Andere, allen voran Microsoft, setzen auf Cloud-
basierte Geschäftsmodelle. Die Zeit der großen Releases und Lizenzverkäufe neigt sich dem Ende entgegen. Systemhäuser sollten sich jetzt Gedanken
über ihre Rolle in der schönen neuen Softwarewelt machen.




