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64

GOLF TIME

|

1-2018

www.golftime.de

D

as habe ich im Fernsehen ge-

sehen, und zwar, da ich sehr

an Golf interessiert bin, spät

in der Nacht. Die Übertra-

gung aus den USA zeigt die PGA Tour, in

diesem Fall die Farmers Insurance Open

auf dem Torrey Pines GC in San Diego,

Kalifornien, neun Stunden zeitversetzt.

Jason Day gewinnt das Turnier amMontag

am 6. Extraloch und Tiger Woods schafft

nach langer Zeit wieder den Cut.

Aber mein Interesse gilt vor allem den

Regelentscheidungen: Phil Mickelson ver-

zieht in der Runde 2 seinen Abschlag am

14. Loch nach links in ein seitliches

Wasserhindernis. In der Nähe einer Drai-

nage bleibt der Ball in einer Vertiefung

liegen. Die Drainage wird als Hemmnis

gesehen und das bewegliche Rohr der

Drainageleitung behindert den Schwung.

Letztendlich möchte Phil den Ball aus

dem Wasserhindernis spielen. Nach Rück-

sprache mit dem Regeloffiziellen wird

das Drainagerohr zur Seite gebogen, vom

Caddie gehalten und Phil kann den Ball

aus dem Hindernis spielen.

Natürlich möchte ich hier genau wissen,

wie der Referee zu dieser Entscheidung

gekommen ist. In der

Regel 24

werden die

Hemmnisse beschrieben. (Hier nur Aus-

züge aus der Regel.)

REGEL 24-1 BEWEGLICHES HEMMNIS

a) Liegt der Ball nicht in oder auf dem

Hemmnis, so darf das Hemmnis fort-

bewegt werden…

REGEL 24-2

UNBEWGLICHES HEMMNIS

a) Behinderung durch ein unbeweg-

liches Hemmnis ist gegeben, wenn

ein Ball darin oder darauf liegt,

oder wenn die Standposition des

Spielers oder der Raum seines

beabsichtigten Schwungs durch

das Hemmnis betroffen sind…

b) Erleichterung: Ausgenommen der

Ball ist in einem Wasserhindernis

oder seitlichen Wasserhinder-

nis, darf ein Spieler von

Behinderung durch ein

unbewegliches Hemm-

nis folgendermaßen

Erleichterung in

Anspruch nehmen…

Die

Regel 24-2

schließt für das unbeweg-

liche Hemmnis das Wasserhindernis für

die Erleichterung aus, aber in den Ent-

scheidungen zu den Golfregeln finden wir

unter

D24-2b/15.3 „Status des beweg-

lichen Teils einer Drainageleitung“

genau

die passende Situation.

FRAGE:

In einem Wasserhindernis wird

der Schwung eines Spielers durch eine

Drainageleitung behindert. Das eine Ende

dieser Leitung ist unbeweglich, weil es

z. B. im Boden eingelassen ist. Der Teil

der Leitung jedoch, der den Schwung des

Spielers behindert, kann ohne Weiteres

nach der einen oder anderen Seite bewegt

werden. Darf der Spieler die Leitung nach

derjenigen Seite hin bewegen, an der sein

Schwung nicht mehr behindert ist?

ANTWORT:

Ja, weil der Teil der Leitung,

der den Schwung des Spielers behin-

dert, beweglich ist. Phil Mickelson

spielt den Ball aus dem Hindernis,

den nächsten vor das Grün und

muss sich ein Bogey notieren. Er

beendet das Turnier als T45.

GT

DR. ULRIKE GARTZ UND

HOLGER GARTZ

haben seit 1997 über 250 Turniere und

Turnierserien im Profi- und Amateurbereich

veranstaltet und organisiert. Als Spielleiter

sind beide seit 2005 im Golfverband Nieder-

sachsen-Bremen tätig. Dr. Ulrike Gartz hat

die Prüfung zum R&A Referee 2011 mit

Erfolg bestanden

GOLFREGELN |

TEIL 1

»Hab’ ich im TV gesehen«

KNIFFLIGE REGELFRAGE

Hat Mickelson bei den Farmers Insurance Open richtig reagiert?

l

l

Phil Mickelson

bei den Farmers

Insurance Open:

Hat in Runde 2

an Loch 14 regel-

konform gehandelt