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GOLF Time
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4-2016
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„Wenn man einen Mitspieler im
Zählspiel fragt, welchen Schläger
er benutzt, kostet das zwei
Strafschläge“, erklärt Grant Moir,
oberster Regelhüter der R&A.
„Gleiches gilt, wenn Sie bekannt-
geben, welchen Schläger Sie be-
nutzen. Fragen Sie zudem weder
nach Rat und erteilen Sie auch
keinen, wenn Sie ein Matchplay
spielen. Ihr Gegner dürfte das
Loch für sich beanspruchen.“
Ball IDentIfIzIeren
„Viele Spieler heben den Ball ein-
fach auf, um ihn zu überprüfen“,
sagt Moir. „Aber im Regelwerk
steht, dass dies sowohl im Zähl-
spiel als auch im Matchplay einen
Strafschlag kostet. Korrekterweise
muss man einen Mitspieler infor-
mieren, wenn man vor hat, den
Ball aufzuheben, und ihm Gele-
genheit geben, das zu beobach-
ten. Der Ball muss markiert und
anschließend in die ursprüngliche
Position zurückgelegt werden.“
ProvIsorIscher Ball
„Soll ein provisorischer Ball ge-
spielt werden, muss man auch das
Wort ‚provisorisch‘ aussprechen“,
sagt Moir. „Ansonsten wird der
neue Ball automatisch zum Spiel-
ball – mit allen Konsequenzen!“
schwunGuMGeBunG
verBessern
„Ein beliebter Zankapfel“, sagt
Moir, „die Leute geben sich gegen-
seitig Strafschläge, weil ein Blatt
vom Baum gefallen ist. Hier wird
oft zu hart geurteilt. Man muss
von Fall zu Fall entscheiden. Hat
man es bspw. mit unzähligen
Zweigen zu tun, die den Schwung
behindern, und man schlägt beim
Probeschwung einen heraus,
droht keine Strafe, da man es
noch immer mit ausreichend
Zweigen zu tun hat. Handelt es
sich jedoch bspw. um nur einen
Zweig, der im Weg ist, und man
rasiert diesen beim Üben ab, gibt
es zwei Strafschläge bzw. Loch-
verlust im Matchplay.“
Pfütze IM Bunker
„Viele Golfer glauben, sie könnten
ihren Ball aus einem komplett mit
Wasser gefüllten Bunker straflos
herausdroppen“, sagt Moir. „Das
geht nur, wenn die Spielleitung
diesen im Vorfeld als Boden in
Ausbesserung markiert hat. Gibt
es diese Regelung nicht, kann man
innerhalb des Bunkers die maxi-
male Erleichterung in Anspruch
nehmen, die möglich und nicht
näher am Loch befindlich ist. Oder
man droppt den Ball auf einer
Linie mit dem Loch nach hinten
aus dem Bunker und akzeptiert
einen Strafschlag.“
„eIne Marke“-reGel
„Bei höherklassigen Wettbewer-
ben gibt es die Regel, dass man
immer mit dem gleichen Ball
(Marke, Modell) spielen muss“,
sagt Moir. „Nimmt man an so
einem Turnier teil, sollte man
sicher gehen, dass man aus-
reichend Nachschub im Bag dabei
hat.“
Schläge einsparen, weil man missverständliche Regeln kennt.
cOOL bLeibeN bei reGeLFrAGeN
hudson
swafford
Brendan
steele
Justin
rose
Greg
owen
Abschlagslänge
275 Meter 272 Meter 272 Meter 270 Meter
Fairwaytreffer
61.23% 60.54% 61.43% 60.95%
Viele PGA Tourspieler hauen den Ball im Schnitt über 270 Meter
oder liegen zu 60 Prozent auf dem Fairway. Aber nur wenige Spieler
können beides! Deshalb hat die Tour errechnen lassen, wer zum
exklusiven „270/60“-Klub gehört. „Wir waren gespannt, wer über
eine gesamte Saison diese Länge und Präzision vorweisen kann”,
erklärt PGA Tour Digital Content Producer Bill Cooney.
Im letzten Jahr waren es nur sieben Spieler – vier davon Major-
Sieger (Adam Scott, Keegan Bradley, Justin Rose und Charl
Schwartzel). Das überrascht PGA Tour-Coach Claude Harmon III.
kaum. „Nur ein wirklich besonderer Spieler kann diese Längen
kontrollieren“, erklärt er. „Wenn man sich einfach hinstellen und den
Ball 270 Meter pfeilgerade das Fairway hinunterjagen kann, schüch-
tert das andere Spieler ein und kann deren Spiel beeinflussen.“
Nur eine Handvoll Tourspieler
gehören zu dieser Elite.
Der exkLusive
„270/60“kLub
Clubmitglieder 2016... bislang!
fore!
Länge und
Genauigkeit vom
Abschlag ist eine
Kunst, die nur wenige
Spieler beherrschen
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Cover |
INSIDER-TIPPS
Es gibt viele interaktive Golfregel-
Apps für Smartphone oder iPad
– kostenlos oder -pflichtig




