Marshall kann zudem den Zuschauern immer
erklären, warum er diese oder jene Anweisung
geben muss und was gleich passieren wird.
Früher war ich Bauunternehmer, aber seit ich
im Ruhestand bin, kann ich bei noch mehr
Events mitarbeiten. Neben der BMW PGA
bin ich Leitender Marshall beim Portugal
Masters und
beim British
Masters.
Jedes Turnier be-
deutet sechs Monate
Arbeit, jedoch nicht an
jedem Tag. Während des
Turniers bin ich von
5.30 Uhr morgens bis
22 Uhr abends auf der
Anlage.
Der bizarrste Zwischenfall ereignete sich
beim Portugal Masters, als ein Kollege in
ein Wasserhindernis gestürzt ist. Er konnte
nicht schwimmen, wurde aber gerettet und
anschließend im Fernsehen interviewt.
Ich kenne die Spieler nicht persönlich und
umgekehrt. Das ist o.k. für mich, denn der
einzige Grund, warum ein Spieler mit mir
sprechen will, ist, wenn etwas falsch läuft.
Insgesamt arbeiten ca. 500 Freiwillige bei
der BMW PGA Championship. Sie sind alle-
samt großartig. Sie lächeln, auch wenn es wie
aus Eimern schüttet, und kommen für ihre
Unterkunft selbst auf. So eine Woche kostet
sie bis zu 500 Euro, aber sie lieben es und
empfinden es als Urlaub. Ich habe einige
Hilfsmarshalls, die ich koordinieren muss.
Mein Job ist, dass alles glatt läuft.
Gt
Golfwetten-Profi Niall Lyons lüftet das Geheimnis,
wie man gegen die Buchmacher gewinnt.
miT GOLFWeTTeN
GeLD verDieNeN
Was ist das A und O beim Golfwetten?
„
Vorbereitung! Man muss sehr viele Infor-
mationen sammeln und verarbeiten, um
regelmäßig Geld zu verdienen.“
Welche Form von Informationen?
„
Ich schaue mir die Plätze an und schät-
ze ein, ob diese eher für Longhitter oder
Präzisionsgolfer geeignet sind. Ergebnisse
früherer Events zeigen zudem, welcher Typ
Spieler vorne steht. Das Wetter an den Tur-
niertagen spielt eine große Rolle, eben-
so die aktuelle Form eines Spielers und
die Marktlage, also die Quote, die von
den Wettanbietern gemacht wird. Wenn
man die Buchmacher schlagen will, ist
die Quote entscheidend.“
Gibt es das ideale Turnier?
„
Ich wette vor allem auf die
Majors und die WGC-Events
sowie auf die FedExCup-
Finalserie. Da ist es einfacher,
mehr über den Schauplatz und
die Vorbereitung der Spieler he-
rauszufinden. Zudem kann ich
davon ausgehen, dass alle Spieler hochmo-
tiviert sind.“
Ist nach Willetts Masters-Sieg der Faktor
„frischgebackener Vater“ besonders rele-
vant geworden?
„
Also blind würde ich nicht auf junge
Väter setzen. Ein Baby bekommen zu
haben, sollte als Bonus gesehen werden,
wenn es darum geht, eine ein-
mal getroffene Einschätzung
abzusichern.“
Irgendwelche heiße
Tipps für unsere Leser?
„
Kevin Kisners Spiel
passt perfekt zu knack-
schweren U.S.-Open-Bühnen.
Russell Henleys Zielstrebig-
keit hat mich sehr beein-
druckt. Matt Fitzpatrick
dürfte Europas heißester
Junggolfer sein – er wird was
reißen.“
13
Nialls wöchentliche Tipps:
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4-2016
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