Das i-DRY System von
BIG MAX
garantiert 100%
wasserdichtes Material sowie
verschweisste Nähte und
wasserdichte Reissverschlüsse
kombiniert mit nahezu
schwerelosem Gewicht.
www.bigmaxgolf.com| o
ce@golftech.at facebook.com/bigmaxgolf www.golftime.deGOLF TIME
|
4-2016
35
Was war der Auslöser, diesen Schritt
zu gehen?
Günter (Kessler) wollte diese Verände-
rung bei mir schon vor ca. 15 Jahren
durchführen, aber ich habe es damals immer
abgelehnt. Als ich jedoch nach meinen drei
Siegen (Open de France, Trophée Hassan II.,
BMWMasters) und meiner guten Weltrang-
listenposition trotzdem zweimal die Quali-
fikation zur PGA Tour über die
Web.com-
Finalserie vermasselt habe, hat mich das ge-
waltig genervt. Immerhin hatte ich die ganze
Saison darauf ausgelegt und bin dafür große
Risiken eingegangen. In einer ruhigen Minute
habe ich alles nochmal Revue passieren lassen
und mir eingestanden, dass die Konstanz,
um langfristig unter den Top 50 der Welt zu
spielen und regelmäßig in den Top 10 eines
Turnierfelds mitmischen zu können, ein-
fach nicht da war. Das war der auslösende
Moment. Ich möchte unbedingt ein Global
Player sein und halb in den USA, halb in
Europa spielen. Dafür arbeite ich gerade.
Wie sieht die Umstellung technisch
gesehen aus, was machst du anders?
Ich habe mein Take-away immer mit
einer Unterarm-Rotation gestartet,
dadurch war das Schlägerblatt offen. Jetzt
winkle ich sofort. Dadurch stelle ich das
Schlägerblatt am höchsten Punkt square zur
Ziellinie und kreuze den Schläger nicht
mehr. Früher war das Schlägerblatt offen und
ich musste die rechte Schulter reinnehmen.
Dadurch kam ich etwas von außen an den
Ball. Dank der optimierten Position kann
ich bedenkenlos runterschwingen, ohne dass
die rechte Schulter rüberkommen muss.
Dadurch entsteht eine ideale Draw-Position.
Knifflig für mich ist jedoch, dass ich immer
noch eine Rotationstendenz im Treffmoment
habe. Und dann ist das Schlägerblatt plötz-
lich zu, was kombiniert mit der Schwung-
richtung von innen im ungünstigsten Fall
einen Pull-Draw ergibt. Die wilden Runden,
wie bspw. in Indien, resultierten daraus.
Ebenfalls neu und wichtig ist, dass ich
nicht mehr ausschließlich über die linke
Schulter aufdrehe und dadurch Gefahr laufe,
in eine Kippbewegung zu geraten. Jetzt ver-
lagere ich mein Gewicht im Rückschwung
wirklich nach rechts. So richtig natürlich
fühlt sich das alles jedoch noch lange nicht
an, aber ich bin auf einem guten Weg. Ich
hoffe, dass ich, sofern die Verletzungen
schnell auskurieren und keine neuen hin-
zukommen, spätestens im Winter 2016 voll-
ständig im neuen Schwung angekommen
bin.
Es gab auch sonst einige Veränderungen:
neuer trainer, neuer Caddie und der Zopf ist
auch ab...
Ich habe 26 Jahre mit Günter Kessler
zusammengearbeitet. Er ist auch heute
noch ein sehr guter Freund und Berater.
Doch ich habe eine Veränderung und frische
Ansätze gebraucht, die ich mit meinem
neuen Trainer Damian Taylor gefunden
habe. Mit meinem Caddie Guy Tilston habe
ich drei Turniere gewonnen. Aber nach drei-
einhalb Jahren und vor allem nach der
schwierigen USA-Phase – in der es nur Miss-
erfolge und kaum Preisgeld gab und man vier
Wochen aufeinanderhing – kamen negative
Gefühle auf. Da haben wir beschlossen,
lieber weiterhin Freunde zu bleiben, aber uns
an diesem Punkt zu trennen.
Meinen neuen Caddie, den Iren Brian Mar-
tin, hat mir mein Kumpel Nicolas Colsaerts
bzw. sein Caddie Brian Nilsen empfohlen,
der eng mit Brian (Martin) befreundet ist. Er
ist übrigens ein hervorragender Golfer mit
Handicap +4. Er hat früher mit Padraig
Harrington Amateurgolf gespielt. Ich brauche
vor allem jemanden, der lustig drauf ist und
der mich mental bei der Stange halten kann.
Es gibt Caddies, die wollen dir erzählen, wie
man Golf spielen müsste. Das geht bei mir
nicht, dazu bin ich ein viel zu kreativer
Spieler. Nur wenn es total wild wird, darf er
in mein Spiel eingreifen, sonst nicht.
Was den Pferdeschwanz angeht, so waren
meine Töchter begeistert davon, dass ich ihn
abgeschnitten habe. So etwas tragen doch
nur Mädchen, haben sie gesagt. Doch wahr-
scheinlich wird er wieder zurückkommen,
denn mit den kurzen Haaren fühle ich mich
nicht wirklich wohl. Darum züchte ich gerade
schon wieder.
GT
»Ich war mir bewusst,
dass ich erst einmal
ein paar Rückschläge
erleben werde, wenn
ich nach 26 Jahren
meinen Schwung
umstelle«
»Ich habe mir
eingestanden,
dass die
Konstanz, um
langfristig un
ter den Top 50 der Welt mitzu
spielen, einfach nicht da war«




