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GOLF TIME

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1-2018

www.golftime.de

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TOMMY FLEETWOOD

ls Tommy Fleetwood im letz-

ten Jahr die Abu Dhabi HSBC

Championship gewinnen konnte, überraschte der

27-jährige Engländer nicht nur die Fachwelt, sondern

vor allem sich selbst. Im Verlauf des Jahres 2017

erlebte Fleetwood eine unglaubliche Cinderella-

Story, die 2018 an gleicher Stelle fortgesetzt werden

konnte, wo sie ein Jahr zuvor ihren Anfang genom-

men hatte – in der Wüste.

Was bedeutet dir der erneute Sieg in Abu Dhabi?

Sehr viel. Ich bin sogar noch emotionaler als im

letzten Jahr, wenn das überhaupt geht. Es ist ein

seltsames Gefühl, wenn man als Titelverteidiger

antritt. Die Trophäe wollte ich schon vor dem

Turnier nicht zurückgeben, jetzt habe ich sie wieder

für ein Jahr. Zudem weiß ich, dass ich die Winter-

pause gut überstanden habe.

Im Januar 2017 begann ein märchenhaftes Jahr,

von dem Fleetwood wenige Monate zuvor noch

nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Denn in der

ersten Saisonhälfte 2016 befand sich der Mann aus

Southport, England, golferisch gesehen wirklich

ganz unten. In unschöner Regelmäßigkeit verpasste

er Cuts und rutschte ab bis auf Weltranglistenplatz

188. Dabei wollte er doch eigentlich das nächste

spielerische Level erreichen. Dafür engagierte er

2015 Star-Coach Pete Cowan.

Wie kommt man auf die Idee, den Schwung zu

verändern, wenn es eigentlich ganz gut läuft?

2015 war ich für die WGC-Turniere qualifiziert

und durfte regelmäßig mit den Topstars der Welt

spielen. Ich habe versucht, mir etwas abzuschauen

und in Eigenregie Schwungoptimierungen auf Basis

der Erkenntnisse vorzunehmen. Das hat nicht so

gut funktioniert. Vielleicht fehlte mir das tiefe Ver-

ständnis für meine Bewegung. Also habe ich mich

an Pete gewandt. Doch irgendwie fanden wir nie

einen gemeinsamen Nenner. Nach einem Jahr musste

ich die Reißleine ziehen, was eine harte Entschei-

dung war, denn Pete ist ein herausragender Golf-

lehrer. Aber mein Körper ist nicht dafür geschaffen,

Petes Schwungtheorie umzusetzen. Die BMW PGA

Championship war schließlich der Tiefpunkt. Ich

konnte mir nicht einmal mehr vorstellen, wie ich

den Ball ins Spiel bekommen sollte. Ich dachte sogar

daran, ganz aufzuhören. Mein Vater hat mich

schließlich daran erinnert, dass niemand meinen

Schwung besser kennen und verstehen würde als

mein Jugendtrainer Alan „Thommo“ Thompson.

„Ich konnte mir

nicht mehr

vorstellen, wie

ich den Ball

ins Spiel

bekommen

sollte“

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