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GOLF TIME

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1-2018

29

Johnson wurde Zweiter. Das war natürlich ein

Bombenstart ins Jahr. In Frankreich war die Kon-

kurrenz ebenfalls sehr stark. Es ist toll, wenn es

gelingt, gerade bei so einem Turnier auf den Punkt

die Bestform zu erreichen.

Und es muss auch toll sein, wenn so ein Sieg auf

der Bühne des Ryder Cup 2018 gelingt, oder?

Sagenhaft! Beim Heimspiel in Paris dabei zu sein

wäre unglaublich, es ist mein großes Ziel. Als Ama-

teur habe ich Matchplay geliebt, ich freue mich auf

die Abwechslung.

Ein weiterer großer Moment für Tommy war die

Open Championship 2017 in Royal Birkdale. Denn

die Anlage liegt nur einen Steinwurf von seinem

Elternhaus entfernt. Unvorsichtigerweise erzählte

er im Vorfeld Reportern, dass er und sein Vater Pete

früher regelmäßig auf die Anlage geschlichen seien.

„Ich war damals vielleicht sechs Jahre alt“, erinnert

sich Tommy. „Wir kamen meist spät am Abend,

wenn die Mitglieder an der Bar saßen. Mein Daddy

war viel zu clever, um sich erwischen zu lassen.“ Die

Geschichte machte die Runde und die Clubverant-

wortlichen forderten Tommy mit einem humorigen

Tweet auf, „nicht bezahlte retrospektive Greenfees“

zu begleichen.

Wie war das Gefühl, in Birkdale bei der Open

mitspielen zu dürfen?

Unglaublich. So eine Atmosphäre wie am ersten

Abschlag am Donnerstag habe ich noch nicht er-

lebt. Und als ich am Freitagabend bei grauenhaftem

Wetter gespielt habe, waren die beinharten Fans

immer noch da und haben gejubelt. Ich habe jede

Sekunde genossen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die

Leute so hinter dir stehen. Ich wünschte, ich hätte

besser abgeschnitten als der geteilte 27. Platz. Doch

es war eine unvergessliche Woche. Und ich musste

keineAngst haben, dass mich jemand rausschmeißt.

Und jetzt bist du auch außerhalb von Southport

ein Star…

Also Massenaufläufe oder Verkehrschaos gab es

wegen mir noch nicht, aber ich werde häufiger

erkannt und um Fotos oder Autogramme gebeten.

Das Gefühl, es irgendwie geschafft zu haben, hat

mir übrigens Tiger Woods gegeben. Während der

Hero Challenge im Dezember 2017 schenkte er mir

erstmals mehr Beachtung als ein höfliches Kopf-

nicken im Vorbeigehen. Er blieb stehen und fragte

mich, wann ich mal zum Friseur gehe. Wir scherz-

ten etwas herum, dann sagte er, wie hammermäßig

er mein Jahr fand. Das war ziemlich cool.

Und? Wirst du die Matte demnächst abschneiden?

Keinesfalls! Mein Vater wird langsam kahl,

deshalb will ich meine Haare genießen, solange ich

sie noch habe.

GT

HE’S A FAMILY GUY!

HEIMSPIEL

Volle Tribünen bei Tommy Fleetwoods

erstem Abschlag bei The Open in Royal Birkdale.

Schon als Kind hatte er sich heimlich mit seinem

Daddy auf die Anlage geschlichen

WIEDERHOLUNG

Tommy Fleetwood

verteidigt im Januar 2018 seinen

Titel bei der Abu Dhabi HSBC

Championship

Tommy Fleetwood mag aussehen

wie ein Rock‘n‘Roller, doch in Wahr-

heit ist er Familienmensch durch

und durch. Sein Vater Pete fungiert

als sein engster Berater und Bruder

Joe managte ihn über vier Jahre.

2015 übernahm seine damalige

Verlobte Clare Craig, die viele Jahre

im Bereich Sportmanagement

gearbeitet hatte, sein Management.

2016 engagierte Tommy seinen

Jugendtrainer Alan Thompson als

Schwungcoach und bot seinem Kinderfreund

Ian Finnis einen Job als Caddie an. Im Septem-

ber bekamen Tommy und Clare ihren ersten

gemeinsamen Sohn Frankie (Clare brachte

zwei Kinder in die Ehe mit). Da Tommy eine

Einladung zu Tiger Woods Hero World

Challenge erhalten hatte, beschlossen die

beiden, den Ausflug auf die Bahamas zu nut-

zen und am Strand von Albany zu heiraten.

Doch zuvor mussten Tommy, Clare und Baby

Frankie eine wahre Ochsentour absolvieren,

da Fleetwood innerhalb von acht Wochen

sieben Turnierstarts und somit 65.000 Flug-

kilometer zu absolvieren hatte. Los ging

es bei der Dunhill Links Championship im

schottischen St. Andrews, es folgten Italien,

China, Türkei, Südafrika, Dubai und Hong

Kong, wo Tommys Cinderella-Story bei der

UBS Hong Kong Open 2017 ihren Anfang

genommen hatte. Die karibische Trauung

fand, wie nicht anders zu erwarten, wieder im

engsten Familienkreis statt. Caddie Ian Finnis

war Tommys Trauzeuge, von den Golfkollegen

war Justin Rose zur Feier eingeladen.