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98

GOLF TIME

|

1-2018

www.golftime.de

TIME

OUT

usch, husch, und jetzt noch

ganz schnell das TIME OUT

lesen. Nur keine Zeit ver-

trödeln. Jeden zweiten Buchstaben

überspringen, mit ein bisserl Mitdenken

geht das schon.

„Ready Golf“ heißt das Motto des

Jahres – und damit haben der R&A

und in Folge der DGV den golferischen

Siebenschläfern den Kampf angesagt.

Bis zu 50 Minuten sollen pro 18-Loch-

Runde eingespart werden, wenn, ja

wenn zügiges Spiel möglich wäre.

Es muss ja nicht gleich ein Loch in

einer Minute und 50 Sekunden runter-

gehetzt werden. Das ist jedenfalls die Zeit des Engländers

Steve Jeffs, der ein Par 5 über 450 Meter im Triverton

GC in Devon sprintete und dabei um zwei Sekunden

den zwölf Jahre alten Guinness-Rekord verbesserte.

Eine andere Idee, die Krötenwanderung auf den Fair-

ways zu unterbinden, hat Matt Tausig, Clubmanager

des Golfresorts „Lodge of Four Seasons“, Missouri, USA,

realisiert: Greenfee nach Zeit – pro Stunde eine Gebühr

von zehn Dollar. Auch nicht schlecht. Nur wenn der

Flight vor mir Kaffeetratsch statt Ready Golf praktiziert,

hilft mir mein zügiges Golfspiel auch nicht weiter.

Es müssen ja nicht gleich derart drastische Maßnah-

men sein, um Runden von sechs bis sieben Stunden (!)

zu verhindern. Mit „Ready Golf – Spielen statt warten“

soll aber das Problem „langsames Spiel“ der Vergangen-

heit angehören. Hut ab vor den DGV-Funktionären,

die mit dieser „Are You Ready?“-Aktion vielfach gegen

die Etikette verstoßen und traditionelle Golfer vor

den Kopf stoßen. Was ab 2019 tatsächlich im neuen

R&A-Regelwerk vorgesehen ist, soll in

Deutschland ab sofort Gültigkeit haben:

„Bestehen Sie im Zählspiel nicht mehr

auf Ihrer Ehre am Abschlag oder der

üblichen Spielfolge‚ am weitesten weg

von der Fahne zuerst, wenn ein Mit-

spieler schon vor Ihnen spielbereit ist.“

Das kennen wir ja: Der Longhitter

wartet, bis das Grün frei ist, alle anderen

drei Flightpartner, ohne eine Chance,

die Fahne zu erreichen, stehen herum

und checken ihre News im Handy.

Neu: Kürzere Spieler zuerst! Ähnliches

gilt beim Putten auf dem Grün oder

beim Ballsuchen: „Spielen Sie Ihren

Ball, bevor Sie Mitspielern bei der Suche helfen.“

Oder: „Spielen Sie Ihren Ball, wenn der Spieler, der

eigentlich an der Reihe wäre, noch den Bunker harkt.“

Eigentlich völlig logisch. Fazit: Traditionelle Etikette

steht ab sofort mit Ready Golf auf Kriegsfuß. Wirklich?

Muss nicht sein. Schließlich muss durch Ready Golf

nicht das Vergnügen einer beschaulichen Golf-Runde

gestört werden. Ready Golf heißt: Spielen, wenn man

bereit, wenn man fertig ist, ohne andere zu gefährden.

Auf den Punkt bringt es Deutschlands Putt-Guru

Wiestaw „Waldi“ Kramski: Wenn jeder pro Loch einen

Putt weniger braucht, ist das eine Zeiteinsparung von

mindestens vier Minuten pro Grün. Mal 18 Löcher sind

das nach Adam Riese 72 Minuten weniger pro Runde …“

Husch, husch, Sie sind dran zum Schlagen. GOLF

TIME lesen während der Runde geht jetzt schon gar

nicht mehr. Aber bitte, nur nicht stressen lassen.

OSKAR BRUNNTHALER

ob@golftime.de

Krötenwanderung

ade?

DGV-AKTION

Mit diesem Plakat

wird für „Ready Golf – spielen statt

warten“ in den Clubs geworben

Die nächste

erscheint am 3. April 2018

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