Zur Geschichte Danemarks.
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die um etwa 900 durch
Oorm den Gamle
(Gorm der Alte) erfolgte Eini-
gung Danemarks, das bis dahin in eine Anzahl kleiner Provinzen zer-
splittert gewesen war, in ein Konigreich. Unter
Svend Tveskåg
(Svend
Zweibart, 985 bis 1014) begannen von neuem die Wikingerzuge und
zwar in straff organisierter Form; ihr Ergebnis war die Unterwerfung
Englands unter dånische Herrschaft im Jahr 1013. England wurde von
Knud den Store
(Knud der GroBe) behauptet, welcher sich auch Nor-
wegen unterwarf. Die Herrschaft iiber England konnte aber nur bis zum
Jahre 1042 gehalten werden. Unter der Regierung des Konigs
Valdemar
den Store
(Valdemar der GroBe) und seiner zwei Sohne erlebte Dane
mark eine neue Bliitezeit. Es war damals die bedeutendste Ostsee-
macht, die bis nach Estland liinauf herrschte. Nach
Valdemar Sejrs
(Valdemar des Siegreiehen) Tod herrschten dessen drei Sohne, und das
Reich erlebte eine Niedergangsperiode, verbunden mit wirtschaftlicher
Verarmung und Zerrissenheit. Erst
Valdemar Atterdag
(Valdemar
noch ein Tag*); 1340—1373 gelang es, das Reich zu neuer Blute em-
porzufiihren.
Seine jiingste Tochter
Margarethe
war mit dem norwegischen
Konig
Haakon VI.
(t 1380) vermahlt. Ihr einziger Sohn
Oluf
wurde
nach dem Tod seines GroBvaters 1375 als vierjahriges Kind zum Konig
von Danemark unter Vormundschaft seiner Mutter ernannt und erbte
ffinf Jahre spater nach dem Tod seines Vaters die norwegische Krone.
Die
Vereinigung Danemarks und Norwegens
unter einem Konig dauerte
bis 1814.
Oluf
starb plotzlich 1387, und seine Mutter,
Margarethe,
wurde
nun die Vormiinderin der beiden Reiche (1387—1412). Infolge einer
Beleidigung von seiten des schwedischen Konigs
Albrecht
(von Mecklen-
burg) bekriegte Margarethe Schweden, nahm 1389 den Konig gefangen,
und nachdem sie sich Schweden unterworfen hatte, wurde 1397 die
sogenannte
Kalmar-Union
gestiftet, durch welche die drei nordischen
Reiche unter eine Krone kamen.
Zum Konig dieser 3 Reiche wurde Margarethes siebenjåhriger Neffe
Erik
(von Pommern) unter ihrer Vormundschaft 1397 gekront. Erik
iibernahm nach dem Tod der Konigin 1412 die Regierung, wurde
jedoch 1439 abgesetzt. Sein Neffe
Christopher
(von Bayern, 1439—
1448) folgte ihm und verlegte die Residenz von Roskilde nach
Kopenhagen, und seit der Zeit ist Kopenhagen ununterbrochen die
Hauptstadt des dånischen Reiches und die Residenz der danischen
Konige geblieben.
Christopher III.
starb kinderlos. Nach einem kurzen
Interregnum
wurde die Regierung dem Grafen
Christian
von Olden-
burg, Stammvater des oldenburgischen Konigshauses, dessen Ab-
kommlinge noch jetzt in Danemark regieren, angeboten.
Christian I. (1448—1481). Unter ihm wurden die Universitaten in
Upsala, 1476, und in Kopenhagen, 1479, gestiftet. Sein Sohn
Hans, welcher 1481—1513 regierte, hatte mit den schwedischen
Aufriihrem zu kampfen.
Christian II. (1513—1523) war bestrebt, den Burger- und Bauem-
stand zu heben, wodurch er die Erbitterung des Adels gegen sich erregte.
Unter der Leitung
Gustav Wasas
erhob sich der schwedische Adel gegen
Christian II., welcher sich gezwungen sah, aus dem Lande zu ziehen
(1523), um bei seinem Schwager, dem deutschen Kaiser
Karl V.,
Hilfe
zu suchen. Gleich nach der Abreise des Konigs sagten sich die Schweden
von der
Kalmar-Union
los und wahlten Gustav I. Wasa zum Konig
*) So genannt nach seinem Wahlspruch: „Morgen ist wieder ein
Tag“ .




