Previous Page  19 / 221 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 19 / 221 Next Page
Page Background

16

Zur Geschichte Danemarks.

(1523—1560). In Danemark wsihlten die Reichsr&te an Stelle Chri­

stians II. den jiingsten Sohn Christians I., Herzog

Frederik

von Schleswig

und Holstein, zum Konig.

Frederik I. (1523—1533) muBte sein Reich sozusagen erobern,

denn Christian II. hatte noch eine groBe Partei (den Burger- und Bauern-

stand) fiir sich, welche die Riickkehr des Konigs erwartete, und iiberall

leisteten die Stådte bewaffneten Widerstand. Im Jahr 1531 kam

Christian II. mit Heer und Flotte zuriick und wurde in Norwegen als

Konig empfangen. Als er 1532 nach Kopenhagen zu Unterhandlungen

kam, wurde er trotz „freien Geleits“ als Gefangener nach Sonderborg-

SchloB gefiihrt, wo er 17 Jahre lang in einer zugemauerten Turmkammer

lebte, bis endlich der folgende Konig Christian III. den

68

j&hrigen

„Usurpator" 1549 nach Kallundborg-SchloB fiihren lieB, wo er seine

letzten Jahre verlebte (t 1559).

Bei Frederiks I. Tod kam es zu Thronstreitigkeiten. Die Reichsrate

wahlten Frederiks Sohn Christian zum Konig, der als Christian III.

(1533—1559) regierte. Die Biirger und Bauern mit Kopenhagen an der

Spitze riefen den gefangenen

Christan II.

zum Herrscher aus. Bin

erbitterter Biirgerkrieg brachaus, und erst 1536 gelang es Christian III.,

Kopenhagen einzunehmen. Im gleichen Jahr wurde der Protestantismus

als Staatsreligion erklart und die katholischen Kirchengiiter eingezogen.

Unter Frederik II. (1559— 1588), dem Sohn Christians III.. wurde

das Finanzwesen des Staates durch die kluge Yerwaltung des Staats-

mannes

Peder Oxe

in Ordnung gebracht. Die Wissenschaften hatten

in Frederik II. einen warmen Beschiitzer. Ihm folgte sein elfjahriger

Sohn als

Christian IV. (1588— 1648), er wurde 1596 volljahrig erklart und in

Kopenhagen gekront. Ihm ist die Erweiterung Kopenhagens und der die

Stadt friiher umgebenden Festungswerke zu danken, er pflegte Baukunst

und Schiffsbauerei, doch sah er sich infolge von Finanzschwierigkeiten

genotigt, den ,,0resund-Zoll“ zu erhohen. Dies verwickelte ihn 1643 in

einen Krieg mit Holland und Schweden, dessen Truppen Jiitland brand-

schatzten. Der Konig schlug die hollandische Flotte in der Nordsee,

kehrte dann in die Ostsee zuriick, wo er auch die schwedische Flotte

trotz ihrer tJberlegenhelt besiegte, obwohl ihm bei der Leitung der zehn-

stiindigen Schlacht ein feindliches GeschoB das rechte Auge ausriB.

Ruhig band sich der Konig ein Tuch um den Kopf, und auf sein Schwert

gestiitzt, leitete er die Schlacht bis zum siegreichen Ende. Im nachsten

Jahr wurde Frieden geschlossen. — Nach Christians IV. Tod folgte

ihm sein zweiter Sohn Frederik, Erzbischof von Bremen, als

Frederik III. (1648—1670); er war durch seine theologische Gelehr-

samkeit bekannt. Gleich nach seiner Thronbesteigung baute er die

Festung

Fredericia

in Jiitland, um kiinftige feindliche Einfålle zu ver-

hiiten, und versuchte 1657, die an Schweden verlorenen Besitzungen

zuriickzuerobern.

Karl X. Ctmtav,

Konig von Schweden, kam ihm

zuvor und eroberte im Sommer 1657 unerwartet, Fredericia, ging am

30. Januar 1658 auf dem Eise nach Seeland, um Kopenhagen zu erobern.

Es kam aber am 26. Februar 1658 zum Frieden von Roskilde, in welchem

Danemark alle seine Besitzungen jenseits des Oresunds nebst Bornholm

verlor. Trotz dieses Friedensschlusses landete Karl X. mit seinem Heer

zur volligen Vernichtung Danemarks am

8

. August 1658 wieder auf

Seeland und stand am 11. August vor Kopenhagen, dessen Burger,

vom Konig gefiihrt, sich bis zum letzten Mann zu verteidigen be-

schlossen, von einer hollandischen Flotte unterstiitzt. In der Nacht

zwischen dem 10. und 11. Februar 1659, beschloB Karl den Sturm.

Da alles mit Schnee bedeckt war, lieB er seine Truppen weiBe