80
GOLF TIME
|
7-2017
www.golftime.deTRAINING |
LEADBETTER
IAN HOLLOWAY
Jahrgang ’80,
Fully Qualified
PGA Professional
und Certified
Senior Instructor der
David Leadbetter
Golf Academy im
Golfclub Velbert-
Gut Kuhlendahl
www.leadbetter.deARMBEUGEN
WIE JORDAN
SPIETH?
CHICKEN WING
Ian Holloway
räumt mit dem Mythos des
gebeugten Arms auf.
I
n der GOLF TIME 6/2017 haben wir uns
mit dem unkonventionellen Schwung der
Nummer eins der Welt, Dustin Johnson,
beschäftigt. Jetzt geht es weiter mit dem
aktuellen Open-Champion, Jordan Spieth. Wie
Johnsons, ist auch sein Schwung alles andere
als aus dem Lehrbuch kopiert. Im Gegenteil:
Spieth ist das beste Beispiel dafür, dass man
mit den berühmten Chicken Wings exzellentes
Golf spielen kann.
Leider müssen wir den oft gegebenen
Schwungtipp, einen gebeugten Arm zu ver-
meiden, als Mythos entzaubern. Es wird ja
immer gesagt, wenn man den Arm beugt,
toppt man den Ball. Klingt logisch, ist es aber
nicht immer, wie Jordan Spieth beweist.
WARUM „DARF“ SPIETH DEN CHICKEN WING MACHEN?
Der „Chicken Wing“ von Spieth hilft tatsäch-
lich, den Schläger im Treffmoment mit dem
Ball zu bremsen. Da er mit der Beugung des
Arms die Freigabe der Handgelenke verhin-
dert, wird die Geschwindigkeit des Schläger-
kopfs verlangsamt.
Nun ist Spieth einer der besten Golfer der
Welt und verfügt über eine Schlägerkopf-
geschwindigkeit, die für die meisten Amateure
unerreichbar ist. Deshalb ist sein Bewegungs-
ablauf auch nicht für jedermann geeignet.
Statistiken zeigen, je schneller der Schläger-
kopf im Treffmoment ist, desto besser spielen
wir. Wenn man die Geschwindigkeit allerdings
dosieren möchte, insbesondere beim Pitch
oder Lob, ist das Beugen des Arms sogar sehr
effektiv. Es ist dadurch möglich, während des
Treffmoments mehr Loft zu generieren. Bei-
des ist sehr sinnvoll für weiche Lobschläge.
Denken Sie immer daran: Falsch und richtig
gibt es nicht. Es kommt nur darauf an, die
Faktoren zu verstehen und zu entscheiden,
wann und wo Sie solche Bewegungen ein-
setzen.
GT




