FB-aktuell_Journal_1_2014 - page 22

22
Fortbildung aktuell – Das Journal
der Apothekerkammer Westfalen-Lippe
ten auf eine Hypothyreose, niedrige auf
eine Hyperthyreose hin.
Referenzen & Literatur
1
Jaehde U, Kloft C, Kulick M. Arzneimittelthera-
piesicherheit: Herausforderung und Zukunftssi-
cherung. Pharm Ztg. 2013; 158: 1646–1654.
2
Online-Datenbank „Jeder Fehler zählt“, abruf-
bar unter
3
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin
und Familienmedizin, Armin Mainz, Medika-
mentenmonitoring, Klasse S1, AWMF-Register-
nummer 053/037, Stand 09/2013
4
Findeisen P. Laborwerte im Beratungsgespräch.
5. Auflage. Govi-Verlag, Eschborn. 2013
5
Pharmacon Meran. Hepatotoxizität: Leberschä-
den durch Arzneistoffe. Pharm Ztg. 2013; 158:
2046.
6
Rote-Hand-Brief zu Multaq
®
(Dronedaron):
Schwere Leberschädigungen. 24.01.2011. ab-
rufbar unter
-
informationen/DE/RHB/2011/rhb-multaq.pdf?__
blob=publicationFile&v=3
7
Joghetaei N, Weirich G, Huber W, Büchler P, Est-
ner H. Images and Case Reports in Arrhythmia
and Electrophysiology: Acute Liver Failure Asso-
ciated With Dronedarone. Circulation: Arrhyth-
mia and Electrophysiology. 2011; 4: 592-593.
8
Fachinformation Multaq
®
400mg Filmtabletten.
Stand: November 2013.
9
Morck H. Nebenwirkungen: Arzneimittelattacke
auf die Nieren. Pharm Ztg. 2012; 157: 804–811.
10
Sächsisch-Thüringische Gesellschaft für Kin-
der- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie
e.V. Wygoda S , Schraft C ,Richter T, Greiner C.
Chronische interstitielle Nephritis bei einem
15-jährigen Mädchen unter Langzeittherapie
mit Mesalazin, abrufbar unter
Tagungen/2004/Abstracts/P06.jsp.
11
Hinneburg I. Glucosetoleranzstörung: Neben-
wirkung Diabetes. Pharm Ztg. 2012; 157: 1574–
1581.
12
Ramaswamy K, Kozma CM, Nasrallah H. Risk
of diabetic ketoacidosis after exposure to ris-
peridone or olanzapine. Drug Saf. 2007; 30 (7):
589–599.
13
Kaser S, Ress C. Medikamenteninduzierte Stö-
rungen des Glukosestoffwechsels. J Klin Endo-
krinol Stoffw. 2013; 6 (4): 26-28.
14
Griese N, Goebel R, Schulz M. Rabattverträ-
ge: Pharmazeutische Bedenken bei Phenpro-
coumon?. Pharm Ztg. 2010; abrufbar unter
.
php?id=33412
15
Halkin H. Shapiro J. Kurnik D et al. Increased
warfarin doses and decreased international nor-
malized ratio response after nationwide generic
switching. Clin. Pharmacol. Ther. 2003; 74(3):
215–221.
16
Kesselheim AS, Misono AS, Lee JL et al. Clinical
equivalence of generic and brand-name drugs
used in cardiovascular disease: a systematic re-
view and meta-analysis. JAMA. 2008; 300 (21):
2514–2526.
17
Fachinformation Quilonum retard 450mg Re-
tardtabletten. Stand: Oktober 2010.
18
McKnight R, Adida M, Budge K, Stockton S,
Goodwin GM, Geddes JR. Lithium toxicity pro-
file: a systematic review and meta-analysis The
Lancet. 2012; 379 (9817): 721–728.
19
Avery AJ, Rodgers S, Cantrill JA, Armstrong S,
Cresswell K et al. A pharmacist-led information
technology intervention for medication errors
(PINCER): a multicentre, cluster randomised,
controlled trial and cost-effectiveness analysis.
The Lancet. 2012; 379 (9823): 1310–1319.
Zusammenfassung
Das Medikamentenmonitoring als Ende des Medikationsprozesses ist wichtiger
Teil der Arzneimitteltherapiesicherheit. Die regelmäßige Überprüfung von La-
borparametern kann UAW und Organschäden durch eine Arzneimitteltherapie
verhindern. Leberschäden durch Arzneimittel sind zwar relativ selten, häufig ver-
laufen sie aber symptomlos und sind daher schwer zu diagnostizieren. Unter an-
derem bei der Therapie mit dem Antiarrhythmikum Dronedaron sollte der Arzt re-
gelmäßig GGT- und ALAT-Werte bestimmen. Arzneimittel sind fast für ein Drittel
eines akuten Nierenschadens verantwortlich. Bei einer Nierenschädigung steigt
der Kreatininwert im Serum, genauer ist jedoch die Kreatinin-Clearance. Aty-
pische Antipsychotika und Glucocorticoide können die Glucosetoleranz herabset-
zen und zu Diabetes mellitus führen. Essentiell ist das Monitoring bei einer The-
rapie mit Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon. Dazu bestimmt der Arzt
die Thromboplastinzeit, die als Quickwert oder INR angegeben wird. Die geringe
therapeutische Breite von Phenprocoumon und intraindividuelle Schwankungen
der Gerinnungszeit beeinflussen das Risiko von UAW. Ob eine (generische) Substi-
tution von Phenprocoumon nach Rabattvertrag sinnvoll ist, muss daher kritisch im
Einzelfall betrachtet werden.
Wie Apotheker Fehler von Ärzten vermeiden können:
Apotheker können dazu beitragen, Fehler von Hausärzten zu vermeiden. Das
zeigt eine im Fachjournal Lancet veröffentlichte Untersuchung aus dem Jahr 2012.
Im Rahmen der PINCER-Studie randomisierte das Team um Professor Tony Avery
von der Universität Nottingham 72 allgemeinmedizinische Praxen (Arzt und Helfe-
rinnen) in zwei Gruppen. Alle Hausarztpraxen benutzten eine Praxissoftware, die
Alarm schlug, wenn die Praxis einen von drei gängigen Hausarztfehlern machte.
Eine der beiden Gruppen wurde zusätzlich in der Hausarztpraxis von einem Apo-
theker beraten.
Ein Fehler, den die Wissenschaftler untersuchten, war die Verordnung eines nicht
selektiven nicht-steroidalen Antiphlogistikums (NSAID) ohne Protonenpumpen-
hemmer bei Patienten, die schon einmal an einem Magenulkus gelitten hatten.
Die beiden anderen Fehler waren die Verordnung eines Betablockers an einen
Asthma-Patienten sowie die Langzeit-Verordnung eines ACE-Hemmers oder
Schleifendiuretikums bei Über-75-jährigen ohne Harnstoff- und Elektrolyt-Moni-
toring in den vorausgegangenen 15 Monaten. Das Ergebnis der Untersuchung
zeigt klar und statistisch signifikant den Nutzen der Intervention des Apothekers:
Die Hausärzte vergaßen das Monitoring auf Nierenfunktion und Elektrolytwerte
zu fast 50 Prozent seltener. Das Risiko, dass die Ärzte ein NSAID ohne Magen-
schutz verordneten, war nach sechs Monaten Betreuung durch den Apotheker
um 42 Prozent niedriger, einen Betablocker verordneten die Ärzte zu 27 Prozent
weniger an Asthma-Patienten.
19
Medikamentenmonitoring
1...,12,13,14,15,16,17,18,19,20,21 23,24,25,26,27,28
Powered by FlippingBook