FB-aktuell_Journal_1_2014 - page 13

Fortbildung aktuell - Das Journal
Nr. 2/2011 der Apothekerkammer Westfalen-Lippe 13
Dr. Hiltrud von der Gathen
Nacht verantwortlich. Die abendliche Ein-
nahme von retardiertem Levodopa kann
hier Abhilfe schaffen. Außerdem sollte
darauf geachtet werden, dass die Matrat-
ze nicht zu weich ist, da so die Verände-
rung der Lagerung zusätzlich erschwert
wird. Des Weiteren kann das nächtliche
Tragen von Socken mit Gumminoppen
empfohlen werden, die das Umdrehen er-
leichtern. Erheblich wird die Schlafquali-
tät durch Albträume beeinträchtigt, die
als Nebenwirkung von L-Dopa und Dopa-
minagonisten auftreten können. Sicher
wird der Parkinsonpatient die schlech-
ten Träume nicht mit dem Arzneimittel in
Verbindung bringen, wenn er nicht dies-
bezüglich aufgeklärt worden ist. Der Pa-
tient muss den Arzt aufsuchen, der ent-
scheidet, ob die Parkinsonmedikation ge-
ändert oder zusätzlich ein Neuroleptikum
gegeben wird.
Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
muss erklärt werden, dass Unruhe in den
Beinen therapierbar ist, was die Schlaf-
qualität entscheidend verbessert. Bei
starkem Schnarchen ist an das Schlaf-Ap-
noe-Syndrom zu denken, das mit einer
nächtlich zu tragenden Atemmaske be-
handelt wird.
Der Asthmapatient sollte überprüfen las-
sen, ob seine Beschwerden mit seiner der-
zeitigen Asthmamedikation ausreichend
behandelt sind.
Referenzen & Literatur
1
Aktionsplan AMTS 2013 – 2015 des Bundes-
ministeriums für Gesundheit
2
Presseinformation des Landes NRW 944/11/2013
3
Hausärztliche Leitlinie Multimedikation 2013
4
Schersch, S., Pharm. Ztg. 42, 11, 2013
5
Kircher, W., Arzneiformen richtig anwenden, Dt.
Apothekerverlag, 2007
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Jaehde, U. et al Pharm. Ztg. 18, 2013
7
Metzger, J., Psychologie heute, 01/2013
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Heilmann, K., Medikament und Risiko, med-
pharm, Stuttgart 1994
9
Dtsch Arztebl Int 2013; 110(40): 669-73; DOI:
10.3238/arztebl.2013.0669
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Dicheva, S. et al DAZ, 32, 5, 2013
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Baum, S., Hempel, G. Geriatrische Pharmazie,
Govi Verlag Eschborn, 2011
13
Herdegen, T., Kurzlehrbuch Pharmakologie,
Thieme Verlag, 2013
Fortbildung ktuell – Das Journal
Zusammenfassung
Dank der immensen Entwicklungen im Arzneimittelbereich halten wir heute das in
den Händen, wonach Menschen seit Jahrtausenden gesucht haben – lebensverlän-
gernde Arznei. Bei der Behandlung von Krankheiten gilt es jedoch nicht nur, dem
Leben Jahre hinzuzufügen, sondern die gewonnenen Jahre mit lebenswertem Le-
ben zu füllen. Da ein Arzneimittel neben der erwünschten Wirkung immer auch
unerwünschte Wirkungen zeigen kann, verspüren viele Menschen eine gewisse
Skepsis gegenüber Arzneimitteln. Dies Problem verstärkt sich, wenn wegen Multi-
morbidität im Alter Polymedikation an der Tagesordnung ist. Da ein Arzneimittel
nur dann seine positiven Wirkungen voll entfalten kann, wenn der Patient ihm
vertraut und wenn er es richtig anwendet, muss der Fokus bei der Arzneimittelbe-
ratung darauf gelegt werden.
Die Ausführungen beleuchten zum einen den Wandel in der Persönlichkeitsstruk-
tur der älteren Bevölkerung. Zum anderen werden Vorschläge gemacht, welche
Aspekte die Beratung in der Apotheke umfassen sollte bezüglich des Manage-
ments von Nebenwirkungen. Gute Information führt dazu, dass der Patient der
Therapie vertraut und sie so wie verordnet anwendet.
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