Fortbildung aktuell - Das Journal
Nr. 2/2011 der Apothekerkammer Westfalen-Lippe 15
Medikamentenmonitoring
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Fortbildung aktuell – Das J urnal
Nr. 1/2014 der Ap thekerkammer Westfalen-Lippe
dass fünf Prozent der Krankenhausein-
weisungen Folgen von UAW sind. Bei
zwei Prozent verläuft die UAW unmittel-
bar oder mittelbar tödlich. Bei älteren Pa-
tienten mit Multimedikation liegt die Zahl
noch höher.
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Mit einem konsequenten
Monitoring lassen sich viele UAW jedoch
rechtzeitig erkennen und so Folgeschä-
den verhindern. Auf der anderen Sei-
te müssen Patienten auch vor Überdia-
gnostik und falscher Beunruhigung durch
übermäßige oder nicht gerechtfertigte
Untersuchungen geschützt werden.
Handlungsempfehlung zum Medikamen-
tenmonitoring in Arztpraxen
Einheitliche Empfehlungen zum Vorge-
hen beim Monitoring und zu nötigen Un-
tersuchungsintervallen sind von groß-
er Bedeutung. Tatsächlich existierte bis-
lang kein flächendeckendes systema-
tisches Programm für die hausärztliche
Versorgung, das Kontrolluntersuchungen
für riskante Arzneimittel in bestimmten
Abständen zusammenfasst. Die deut-
sche Gesellschaft für Allgemeinmedizin
und Familienmedizin (DEGAM) hat aus
diesem Grund eine Handlungsempfeh-
lung zum Medikamentenmonitoring in
Arztpraxen unter einer Therapie mit be-
stimmten Medikamenten entwickelt (sie-
he Tabelle 1).
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Die neue Leitlinie listet Arzneimittel auf,
in deren Fachinformation die Kontrolle
bestimmter Laborparameter empfohlen
wird. Dazu zählen Wirkstoffe mit einem
bestimmten Risikopotenzial für UAW
und / oder arzneimittelbedingte Organ-
schäden, das aufgrund der Pharmakoki-
netik / Pharmakodynamik des Wirkstoffes
oder präklinischer Erkenntnisse (CYP-Me-
tabolisierung, p-Glykoprotein) entweder
klinisch gesichert oder wahrscheinlich ist.
In der Leitlinie sind 22 Arzneistoffe und
Arzneistoffgruppen erfasst, die überwie-
gend in der Dauertherapie eingesetzt
werden. Angegeben sind die jeweils zu
prüfenden Laborparameter und Intervalle
sowie der Zeitraum, über den das Monito-
ring fortgesetzt werden soll. Dabei rich-
tet sich das vorgeschlagene Intervall nach
Schwere und Dynamik der potenziellen
UAW sowie nach der Dauer der Arznei-
mitteleinnahme. Klinische Parameter und
wichtige Symptome von UAW führt die
Leitlinie nicht auf.
Leberschäden durch Arzneimittel
Leberschäden durch Arzneistoffe sind mit
einer Inzidenz von 1:10 000 bis 1:100 000
Abbildung 1:
Regelmäßige Blutbildkontrollen sind unter Methotrexattherapie notwendig.
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