Blickpunkt Schule 4/2021

Zeitschrift des Hessischen Philologenverbandes

Ausgabe 4/2021 · D 30462

SCHULE

Vorstands- arbeit in bewegten Zeiten

Bild: griangraf/AdobeStock [bearbeitet]

Hessischer Phi lologenverband

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Zur Arbeitszufriedenheit trägt sicher auch nicht ein Erlass zum Abitur 2022 bei, der in sich inkonsistent ist, die Kol- leginnen und Kollegen über Gebühr belastet und die Schulleitungen plane- risch vor Herausforderungen stellt, die teilweise unlösbar erscheinen. Ich wünsche Ihnen für das vor uns lie- gende Schuljahr einen langen Atem und die nötige Resilienz, um gesund zu bleiben. Herzlichst Ihr

Disziplinproblemen, sondern in den vielen Problemkreisen rund um die Corona-Pandemie, die nach wie vor nicht gelöst wurden. So entsteht das Gefühl, dass es gar keine Sommerferi- en gegeben habe und sich der unge- sunde und herausfordernde Schulall- tag des letzten Schuljahres einfach fortsetzt. Die Aufgaben der Schulen in Bezug auf die Bewältigung der Pande- mie wurden sogar noch erweitert und es gibt in vielen Bereichen nach wie vor keine längerfristige Rechtssicherheit für die Schulen.

von CHRISTOF GANSS

2 In eigener Sache Inhalt

Das Schuljahr ist gerade einmal zwei Wochen alt und schon setzt bei vielen Kolleginnen und Kollegen wieder ein Erschöpfungszustand ein. Das kennen wir von früher nicht. Die Ursachen lie- gen auch nicht in den Schulen, im Un- terricht oder in besonders schwierigen

Editorial » Was lehrt uns die Pandemie? ........................................ 3 hphv intern » Tätigkeitsberichte des Vorstandes des hphv: Reinhard Schwab .......................................................... 4 Christoph Juretschke .................................................... 6 Boris Krüger ................................................................... 7 Matthias Schuster ......................................................... 8 Dr. Iris Schröder-Maiwald ............................................. 9 Berichte » Erweiterung des Unterrichts um digitale Lehr- und Lernmethoden ....................................................... 11 » DPhV-Seniorenseminar: Älter – aber nicht von gestern .................................... 14 » Zweitägige Sitzung des Pädagogischen Ausschusses: Endlich mal wieder in Präsenz ..................................... 15 Personalratsarbeit » Konkrete Personalratsarbeit III: Die Beteiligungsrechte des Personalrats .................... 16 Veranstaltungen » Einladung zur Vertreterversammlung des Hessischen Philologenverbandes e.V. .................. 18 » Vorankündigung zur Pädagogischen Tagung 2022: Strategien zur Entlastung im Berufsalltag ................. 18 Rechtstipps » Rechtsprechung unter dem Eindruck der Pandemie ............................. 19 Personalien » Geburtstage | Wir trauern um ..................................... 22

» hphv intern

Vorstandsarbeit in bewegten Zeiten

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» Berichte

Erweiterung des Unterrichts um digitale Lehr- und Lern- methoden

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» Berichte

Zweitägige Sitzung des Pädagogischen Ausschusses: Endlich wieder in Präsenz

SCHULE

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Was lehrt uns die Pandemie?

Editorial

Bild: Fokussiert/AdobeStock

S eit Langem, erst recht aber als Folge der Corona-Pandemie, leben wir mit einer Verschär- fung der Belastungssituation im Lehr- beruf. Lehrkräfte sahen und sehen sich mit schwierigen Rahmenbedin- gungen konfrontiert. Im Unterricht wird getestet (neuerdings ’testheft- basiert‘), systematisch gelüftet, auf Abstände geachtet, so erfordert die pandemieverursachte, stets reflek- tierte Umsicht enorm viel Zeit, Lern- einbußen in der Schülerschaft müssen kompensiert werden: Die Pandemie wird wohl zur Daueraufgabe. Der zeitweilige vollständige Verzicht auf Präsenzunterricht hat ein Debakel offenbart, gerade mit Blick auf die personalen Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften. Ohne Präsenz und Anleitung einer Lehrkraft gibt es massive Probleme. Von digitalen An- geboten allein kann Schule nicht le- ben, Lernende brauchen den persön- lichen Kontakt, denn ganz zentral ist die Qualität der Beziehung zwischen den Lernenden und Lehrenden. »Un- terricht ist Beziehungssache« , be- tont Michael Felten (2020). Die Effektivität eines aktiven, von der Lehrkraft gemeinsammit den Ler- nenden gestalteten Unterrichts muss konsequent im Blick behalten werden. Schülerinnen und Schüler benötigen gerade heutzutage verlässliche Ord- nungsstrukturen und klare Orientie- rungen beim Lernen (vgl. John Hat- ties Primat der ’Direkten Instruktion’, 2009). So empfiehlt sich nachgerade die Verkleinerung der Lerngruppen , in denen das Feedback durch die Lehrkraft seinen angemessenen Stel- lenwert erhalten kann. Der Wechsel- unterricht in halbierten Klassen war nachgerade ein Erfolgsmodell.

de Kritik ertragen, die sie nicht zu ver- antworten haben. Hier erwarten wir, dass unser Dienstherr dies zur Kennt- nis nimmt und ohne Wenn und Aber hinter uns steht. Unser Verband muss sich personell weiter verstärken . Wir benötigen Lehrkräfte mit verbandsaffiner Moti- vation, mit einem inneren Bezug zur gymnasialen Bildung, damit der Da- seinszweck des Gymnasiums klar im Blick bleibt. Der hphv sollte mit Relevanz punk- ten, mit Kompetenz und mit Empa- thie sowie Integrität . Die Arbeit vor Ort in den Schulgruppen ist die Basis. Hier muss der kollegiale Austausch von Erfahrungen, Erkenntnissen ge- führt, aber auch Unzufriedenheit arti- kuliert und entsprechende Forderun- gen erhoben werden. Angesichts der deutlich angewachsenen weiblichen Präsenz im Lehrberuf ist auf ein stär- keres Engagement von Lehrerinnen zu hoffen, damit die Verbandsarbeit deutlicher auch von der weiblichen Sichtweise geprägt werden kann. Die Mitarbeit in den Bezirks- und Kreis- vorständen sowie in unseren Aus- schüssen bietet eine Chance mitzu- wirken. Wer gymnasiale Bildung zum Maß- stab seiner Arbeit macht, kann als Einzelkämpfer vereinzelt Wirkung er- zielen, aber im Verbund mit Gleich- gesinnten sehr viel mehr erreichen! Die Pandemie hat uns über viele Monate in eine ungewollte Isolation geführt, die uns belastet. Finden wir wieder zusammen, damit Interessen artikuliert und gemeinsam durchge- setzt werden können! Bleiben Sie gesund, zuversichtlich und uns gewogen!

von REINHARD SCHWAB Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes

Schon seit einiger Zeit verzeichnen die Gymnasien hohe Übertrittzahlen, die zu einer bedenklichen Leistungs- streuung führen. Infolge der Pande- mie trat die Inhomogenität der Lern- gruppen deutlich hervor. Die zu er- wartende noch größere Heterogeni- tät darf nicht zulasten des gymna- sialen Leistungsanspruchs gehen, sprich zu einer Senkung des Niveaus führen! Noch nachhaltiger sollten wir die Aussagekraft der Grundschulemp- fehlung ins Spiel bringen, deren Rele- vanz durch verschiedene Studien be- legt wird (vgl. unter anderem die ELE- MENT-Studie von Lehmann). Dieses Thema gilt es aus den pädagogischen Schweigezonen herauszuholen! Bei allem planerischen Bemühen des Hessischen Kultusministeriums – man denke an die kaskadenartigen Hygienepläne : Entscheidend sind die Lehrpersonen und Schulleitungen, die von den Maßnahmen betroffen sind, sie umsetzen, sie quasi zum Leben er- wecken müssen. Notwendig ist es deshalb, diese Personen von Anbeginn an einzubeziehen, eine verträgliche Realisierung abzusichern, Rückmel- dungen aus den Schulen einzuholen. Das gilt auch für die unterrichtlichen Pandemieerfahrungen. Die Umgangsweisen in den Schulen haben sich oft zum Negativen hin ver- ändert, in ’Konfliktsituationen’ müs- sen Lehrkräfte zunehmend verletzen-

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Mit kollegialen Grüßen Ihr Reinhard Schwab

Vorstandsarbeit in bewegten Zeiten

Zwei Landesvorstandssitzungen, im März und Mai, fanden online unter meiner Leitung statt, ebenfalls die re- gelmäßigen Sitzungen des geschäfts- führenden Vorstands (gfV), insgesamt fünf, davon nur die letzte in Präsenz. Ein Novum war unsere digitale Ver- treterversammlung am 1. Juni unter dem Motto ’Vielfalt in der Schulland- schaft erhalten – gymnasiales Profil schärfen’. Ich betonte in meiner An- sprache, dass das Einebnen der Schullandschaft keinesfalls Bildungs- qualität generiert. Vielmehr kommt es auf lernförderliche Bedingungen in den Klassenräumen an, wobei an ers- ter Stelle die Verkleinerung der Klas- sen stehen muss. Weiterhin sind gute Konzepte vonnöten, ebenso durch- dachte Bildungspläne. Der Kultusminister suchte regelmä- ßig den Austausch mit den Verbänden; bei den insgesamt vier Online-Ge- sprächsrunden war ich der Vertreter unseres Verbandes. Auch an den virtu- ellen dlh-Gesprächen – im Landesvor- stand, in der Landesleitung bzw. im Wahlkampfteam – nahm ich teil, ebenso am 42. VhU-Bildungsforum im April zumThema ’Lehren aus der Pan- demie für die hessische Bildung’. In einer digitalen Fortbildung des DPhV informierte ich mich über die ’Vorbereitung, Leitung und Nachbe- reitung von Online-Sitzungen’. Medienpräsenz In regionalen und überregionalen Printmedien, ebenfalls im Bereich der Radio- und Fernsehsender war der hphv präsent. Es gab unter anderem Anfragen von der Frankfurter Allge- meinen Zeitung (F.A.Z.) sowie der Frankfurter Rundschau (FR), weiter- hin vom hr-Fernsehen und Hessischen Rundfunk. In einer Reihe von Pressemeldun- gen zur schulpolitischen Lage trat der Verband an die Öffentlichkeit. Uns kam es darauf an, ausbalanciert, mit Augenmaß zu reagieren, um so als Gesprächspartner in Bildungsdebat- ten ernst genommen zu werden.

zusammenarbeiten. ’Luft nach oben‘ wird es sicherlich geben, wobei be- dacht werden sollte, dass mir seit ei- nem Jahr ein Stellvertreter fehlt. Es ist nicht leicht, sich eine Vorstel- lung davon zu machen, wie komplex sich die Arbeit unter den gegebenen Bedingungen gestaltet. Ein bedach- tes, differenziertes Vorgehen ist nach wie vor angesagt. Wir begrüßen es, dass der Kultusminister in seiner Re- gierungserklärung (15. Juni 2021) das neue Schuljahr zum »Schuljahr des Aufholens« ausgerufen hat. Dann müssen aber auch Taten folgen! Geld muss in den Unterricht gehen, für Lehrerstunden, kleinere Klassen für effektiveres Unterrichten. In Aussicht steht auch ein Zwei-Mil- liarden-Aktionsprogramm der Bun- desregierung. Man darf gespannt sein, welche positiven Effekte auf die Lernrückstände der Kinder und Ju- gendlichen durch das Landesförder- programm unter dem vielverspre- chenden Motto ’Löwenstark – der Bil- dungsKICK’ erzielt werden. Unsere kritische, gleichwohl zuge- wandte Distanz zum Hessischen Kul- tusministerium hat sich bewährt – wir werden uns auch weiterhin einen fes- ten Realismus in den politischen Aus- einandersetzungen nicht abhandeln lassen. Gremienarbeit, Gespräche mit Politik, Institutionen, Verbänden Corona bedrohte unsere Aktivitäten, wir waren verstärkt auf soziale Medien angewiesen. Begegnungen in Sitzun- gen und Konferenzen mit entspre- chenden Zwischentönen, ein infor- meller Austausch fehlten leider allzu oft. Denn Videokonferenzen konnten und können die Dynamik einer Sitzung bzw. Konferenz nicht gewährleisten. Im letzten November bzw. Februar dieses Jahres nahm ich für den hphv an den virtuellen Sitzungen des Bun- desvorstands (BuVo) sowie des Bun- desausschusses (BA) des DPhV teil.

von REINHARD SCHWAB Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes

hphv intern

Vorbemerkung

Wir leben in bewegten Zeiten, inmitten einer aufgeheizten Gesellschaft. Schulen sind überfrachtet mit gesell- schaftlichen Problemen, zu nennen sind hier etwa Inhomogenität und Ver- haltensauffälligkeiten in der Schüler- schaft, mangelnder familiärer Rück- halt, hoher Migrantenanteil. Vor fast zwei Jahren übernahm ich Verantwor- tung imVerband und es vergingen kaum 100Tage, bis ich mich in der Rol- le eines Krisenmanagers wiederfand: Der bis dahin normale Alltag wich hochtourigemTrubel. Das Corona- Virus führte das Bildungssystem und mit ihm alle Beteiligten an die Grenze seiner Belastbarkeit. Unter diesen er- schwerten Bedingungen musste ich in meine Rolle hineinwachsen, die Arbeit im ’Maschinenraum‘ des hphv war for- dernd intensiv und nur zusammen mit demTeam der Geschäftsstelle zu leis- ten. In den Schulen waren und sind Energie und Konzentration im schuli- schen Ausnahmemodus stark gebun- den. Der Digital- undWechselunter- richt waren kräftezehrend, auch na- türlich die diesjährige Abiturprüfung, erstmals nach den Osterferien. Die Beteiligten wussten durch ihre Profes- sionalität zu verhindern, dass der Corona-Jahrgang mit einemMakel le- ben muss. Im Hinblick auf die Arbeits- belastung und auf die Frage der Abi- turentlastung in der Pandemie gene- rell hätten wir uns mehr ministeriellen Mut gewünscht und damit eine stär- kere Unterstützung für die Belange der Lehrkräfte, denn die müssen das Chaos an der Front ausbaden. ImVorstand können wir schon seit einiger Zeit verlässlich und effizient

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SCHULE

Impressum

72. Jahrgang | ISSN 0723-6182 Verleger: Hessischer Philologen- verband e.V. Die Zeitschrift »BLICKPUNKT SCHULE« des Hessischen Philologenverbandes erscheint fünfmal im Jahr 2021. Der Hessische Philologenverband ist der Gesamtverband der Lehre- rinnen und Lehrer an den Gymna- sien in Hessen sowie der an ande- ren Schulformen tätigen Philolo- gen. Er ist der Fachverband im Deutschen Beamtenbund, Lan- desbund Hessen (dbb), er ist dem Deutschen Lehrerverband Hessen (dlh) und durch den Deutschen Philologenverband (DPhV) dem Deutschen Lehrerverband (DL) angeschlossen. Für den Inhalt verantwortlich: Der Vorstand des Hessischen Philologenverbandes. Chefredaktion: Christof Ganß (V.i.S.d.P.) Dr. Iris Schröder-Maiwald eMail: blickpunkt-schule@hphv.de Mit dem Namen der Verfasser gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Hessischer Philologenverband e.V. Geschäftsstelle: Schlichterstraße 18 65185 Wiesbaden Tel.: 06 11 / 30 74 45 Fax: 06 11 / 37 69 05 eMail: hphv@hphv.de Web: www.hphv.de Bank: Volksbank Odenwaldkreis BIC: GENODE51 MIC IBAN: DE30 5086 3513 0004 3579 73 Der Verkaufspreis ist durch die Mitgliedsbeiträge abgegolten. Verlag und Anzeigenverwaltung: Pädagogik & Hochschulverlag Graf-Adolf-Straße 84 40210 Düsseldorf www.dphv-verlag.de Anzeigenverwaltung: Tel.: 02 11 / 3 55 81 04 Fax: 02 11 / 3 55 80 95 eMail: dassow@dphv-verlag.de Satz und Layout: Tel.: 02 11 / 1 79 59 65 Fax: 02 11 / 1 79 59 45 eMail: heinemann@dphv-verlag.de

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Bild: panimoni/AdobeStock

Im vergangenen Dezember nahm ich Stellung zum Distanzunterricht in der F.A.Z, zum Präsenzunterricht und Homeschooling in der FR. Zum Schul- start äußerte ich mich nach den Weih- nachtsferien gegenüber der FR. Im Januar schärfte ich in der F.A.Z. unse- re Position zu den Abiturprüfungen 2021 aus mit der Intention, ein min- derwertiges Corona-Abitur zu verhin- dern und widersprach damit klar dem GEW-Bundesverband, der die Abitur- prüfungen evtl. aussetzen wollte (GEW-Vorschlag ist »wohlfeil und nicht wirklich reflektiert«). In einem FR-Interview zu Jahresbe- ginn ging ich auf die notwendige Auf- arbeitung der pandemiebedingten Lernrückstände der Schülerinnen und Schüler ein: »Das Aufholen von Lern- stoff muss möglichst bald starten.« Zu unserer Zeitschrift ’Blickpunkt Schule’ steuerte ich mehrere Beiträge bei, so etwa zur Studie von Esser und Seuring ’Kognitive Homogenisierung, schulische Leistungen und soziale Bil- dungsungleichheit’ und fragte: »Wie viele Belege braucht es noch, um Ideologie zu enttarnen?« Inmehreren Beiträgen zu ’Blickpunkt Schule’ habe ich versucht, die deutlich negativen Auswüchse des ’genderge- rechten’ Sprechens zu kritisieren und

für eine gendersensible Sprache zu werben (zuletzt in der Ausgabe 3/2021) . Inmeiner Eingabe zur ge- schlechtersensiblen Sprache in Publi- kationen des hphv (’Blickpunkt Schule’ 3/2021) gelangte ich zu dem Fazit: Die konsequente Anwendung ist nicht durchzuhalten und imÜbrigen nicht wünschenswert. DesWeiteren fragt man sich nach der grundsätzlichen ge- sellschaftlichen Relevanz desThemas. In Richtung des Hessischen Kultus- ministeriums forderten wir »pädago- gisch vertretbare und praktikable Lö- sungen« hinsichtlich der fälligen Ver- setzungsregelungen, »rechtzeitige und mutige Entscheidungen« (siehe Pressemeldung vom April) . Kürzlich stellten wir in einer Presse- meldung zum angelaufenen Schuljahr die Frage: »Stehen wir vor Monaten der Unsicherheit?« Dank Bei dem Geschäftsstellenteammöch- te ich mich herzlich bedanken für die äußerst fachkundige und zuverlässige Unterstützung. Ein Dank gebührt den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands sowie des Landesvorstands und auch allen Schulvertrauensperso- nen, die den hphv vor Ort repräsentie- ren.

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Der Tätigkeitsbericht lag bei Redaktionsschluss nicht vor.

von ANNABEL FEE stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Philologenverbandes

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Bild: blende11.photo/AdobeStock

Schwerpunkt Digitalisierung

Schnell war man sich aber einig, dass die Thematik gerade in der zu dieser Zeit herrschenden Situation an Rele- vanz immer weiter gewinnt, weshalb man sich entschied, den Mitgliedern des hphv im Juli ein Online-Forum zumThema ’Digitalisierung im Zuge der Schulentwicklung’ anzubieten. Hierzu wurde in weiteren Online-Sit- zungen das Themenfeld weiter kon- kretisiert und hochkarätige Referenten wie Tanya Gotta-Leger (aktives Mit- glied des hphv), Michael Sobota (Mit- arbeiter des Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfrei- heit) sowie Torsten Brandt (Referent aus dem Referat I.1 des Hessischen Kultusministeriums) gewonnen wer- den. Die Tagung am 14. Juli 2021 war mit rund dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmern des hphv ein großer Er- folg, rund drei Stunden wurde den Ausführungen der Referenten gefolgt und in anschließenden Diskussionen viele interessante und weiterführende Aspekte erörtertet. Viel positives Feedback spricht für eine Fortsetzung. Des Weiteren arbeitete der Pädago- gische Ausschuss an Rückmeldungen zu Novellierungen des Hessischen Schulgesetzes mit, befasste sich mit den Anträgen der letzten Vertreter- versammlung und stellte erneut Re-

solutionen für die digitale Vertreter- versammlung im Juni 2021 auf, die al- le mit überwältigender Mehrheit an- genommen wurden. Als Vorsitzender nahm ich überdies an zwei digitalen Tagungen des Bildungspolitischen Ausschusses des DPhV teil. Nach den Sommerferien traf sich der Pädagogische Ausschuss nun zu einer ersten zweitägigen Arbeitssit- zung im Hessenpark in Neu-Anspach. Björn Bock hat diesbezüglich die Or- ganisation hierfür übernommen, an dieser Stelle noch einmal ein herzli- ches Dankeschön. Hier wurden, neben der Bearbeitung aktueller Themen, auch die langjährigen und verdienten Mitglieder Peter Natus und Gerhard Rabenecker geehrt. Das vergangene Jahr hat allen Be- teiligten viel abverlangt. Umso dank- barer bin ich, dass in dieser Zeit ein harter Kern des Pädagogischen Aus- schusses immer wieder bereit war, eh- renamtlich und zusätzlich zu weiteren Belastungen, die der Berufsalltag mit sich bringt, aktuelle Situationen in der Schule und der Schulpolitik kritisch zu hinterfragen, lösungsorientiert zu dis- kutieren und Schule weiterzudenken. Allen Mitgliedern des Pädagogischen Ausschusses sei an dieser Stelle noch einmal für ihr Engagement gedankt.

von CHRI STOPH JURETSCHKE Vorsitzender des Pädagogischen Ausschusses im hphv

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I m Jahr 2019, also noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, hatte eine Arbeitsgruppe des Pä- dagogischen Ausschusses ein Positi- onspapier für den hphv zumThema Digitalisierung in den hessischen Schulen erarbeitet. Was damals noch wie ein Blick in die Zukunft wirkte, als ein Kritikpunkt, der von der Politik in den Schulalltag viel schneller inte- griert werden müsste, wurde plötzlich zu dem aktuellen Thema, nicht nur in der Schule, sondern in der gesamten Gesellschaft. In diesem Zuge hatte der Pädagogi- sche Ausschuss im November 2020 in einer Online-Sitzung der für Februar angekündigten Präsenztagung zum Thema ’Digitale Elemente im Unter- richt – Erweiterung des Unterrichts um digitale Lehr- und Lernmethoden’ den letzten Schliff gegeben. Leider musste diese wegen der nächsten Welle der Corona-Pandemie entfallen.

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Die digitale Herausforderung angenommen – und gemeistert!

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selbst heraus oder gestaltete sie federführend mit: • LiV-Staatsexamina imTeil-Lock- down: Ersatzprüfungen ermögli- chen! (11. November 2020) • Digitale Endgeräte für Lehrkräfte nach den Osterferien – leere Nester oder faule Eier? (15. März 2021) • Klassen verkleinern, neue Lehrkräf- te fest einstellen und so individuelle Förderung ermöglichen! (7. Juli 2021) Außerdem schuf der BPA dieTextgrund- lage für die Stellungnahme des hphv zumEntwurf des zweiten Gesetzes zur Änderung des Hessischen Lehrerbil- dungsgesetzes (29. Juli 2021) und veröf- fentlichtemehrere Artikel über seine Aktivitäten auf der Homepage und in ’Blickpunkt Schule’. Zu diesemZweck wurde inzwischen eine eigene Rubrik namens ’Referendariat & Berufsein- stieg’ imVerbandsmagazin geschaffen. Als weiteres Material, speziell zuge- schnitten auf eine seiner Zielgruppen, erarbeitete der Ausschuss für berufs- praktische Fragen gemeinsammit Dr. Iris Schröder-Maiwald und Stephan F. Dietz von der Geschäftsstelle (beiden soll an dieser Stelle auch für ihre sons- tige Unterstützung gedankt sein) eine Broschüre für Lehrkräfte im Berufsein- stieg. Diese wird in Kürze erscheinen. Neben digitalen Aktivitäten, der Mit- gliedergewinnung und der Erstellung vonTexten aller Art spielte die Vernet- zung eine wichtige Rolle in der Arbeit des BPA im letzten Jahr. Die Zusam- menarbeit mit fit4Ref bei den Lehr- amtsstudierenden ist schon angespro- chen worden. Auch mit der Hessischen Lehrkräfteakademie pflegt der Aus- schuss für berufspraktische Fragen re- gelmäßigen Kontakt zu Fragen des Vorbereitungsdienstes und des 2. Staatsexamens. Hier ging es unter an- derem um die Entwicklung der Durch- schnittsnoten der Zweiten Staatsprü- fungen bei den letzten Durchgängen unter Corona-Bedingungen. Intensiviert wurde in den vergange- nen zwölf Monaten vor allem die

turen von fit4ref nutzen, um für unsere Veranstaltung für Studierende kurz vor oder kurz nach dem 1. Staatsexamen zu werben. Denn leider war uns dies vor Ort an den Universitäten wegen des fortgesetzten Distanzunterrichts nicht möglich. Diese fruchtbare Zu- sammenarbeit soll im nächsten Schul- jahr weiter fortgesetzt werden. Einen ersten Erfolg hat sie auch schon ge- zeigt, da im Frühjahr 2021 einige Stu- dierende dem hphv beitraten. Eine Videokonferenz der etwas an- deren Art war ein Online-Escape Room, den der Ausschuss für berufs- praktische Fragen am 25. März 2021 in Kooperation mit dem dbb Hessen für fünfzehn Teilnehmerinnen und Teil- nehmer mit vielen positiven Rückmel- dungen ausgerichtet hat. Der vomAusschuss für berufsprakti- sche Fragen betriebene Instagram-Ac- count @jungphilologen.hessen (ehe- mals@hphv_jungphilologen) hat in- zwischen rund 2100 Follower. Dank der sorgfältigen Auswahl von Bildern und Texten zu aktuellen bildungspolitischen Themen hat Victoria Hildebrand als Ad- ministratorin diese breite Öffentlichkeit in den sozialen Medien, besonders in- nerhalb der jüngeren Generation, für denVerband erschließen können. Sie war es auch, die über Instagram eine Online-Umfrage unter über 300 Referendarinnen und Referendaren zu deren Situation während der Corona- Pandemie durchführte. Die Ergebnis- se, die unter anderem eine sehr hohe berufliche und psychische Belastung dokumentieren, wurden in ’Blickpunkt Schule’ 3/2021 veröffentlicht. Außerdem leitete der Ausschuss für berufspraktische Fragen aus ihnen ei- ne Pressemitteilung ab, die eine stär- kere Entlastung der LiV forderte und am 28. April 2021 veröffentlicht wur- de (’Referendariat im 3. Lockdown: Belastungen senken, Planungssi- cherheit steigern!’). Folgende weitere Pressemitteilungen gab der Aus- schuss für berufspraktische Fragen

von BORIS KRÜGER Vorsitzender des Ausschusses für berufspraktische Fragen im hphv

A uch im zweiten Jahr seines Be- stehens hatte der Ausschuss für berufspraktische Fragen (BPA) bei seinen Aktionen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Fortbildungen und Infor- mationsveranstaltungen konnten nicht in Präsenz stattfinden, sodass neben den fünf BPA-Sitzungen im ver- gangenen Schuljahr auch alle anderen Aktivitäten im digitalen Format umge- setzt wurden. Dies waren jeweils zwei gut besuchte Informationsveranstal- tungen für Lehramtsstudierende und Lehrkräfte imVorbereitungsdienst En- de November 2020 und imMai 2021. Dabei informierte ich zusammen mit Victoria Hildebrand und Alexander Schmitt im Rahmen einer PowerPoint- Präsentation über den Ablauf des Vor- bereitungsdienstes, Tipps und Tricks für das Referendariat sowie die Ziele und Angebote des hphv. Zudem be- antworteten wir umfassend die Fragen der Teilnehmenden. Neben anderen Materialien entwickelte Victoria Hilde- brand für diese Veranstaltungen in Ex- cel Notenrechner, mit denen angehen- de Lehrkräfte ihre Gesamtnoten im 1. und 2. Staatsexamen aus den Teil- noten errechnen können. In diesem Rahmen wirkte der Ausschuss ebenso an der Überarbeitung des Ordners ’Wegweiser für Referendare’ mit. Eine Premiere fand am 25. Mai 2021 statt, als der Ausschuss für berufs- praktische Fragen erstmals bei einer Videokonferenz mit fit4ref zusam- menarbeitete, einem Serviceanbieter für Lehramtsstudierende und Lehr- kräfte imVorbereitungsdienst. Wir konnten dabei die Informationsstruk-

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Pädagogische und organisatorische Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

Zusammenarbeit mit den Jungen Philologen auf Bundesebene und mit der dbb jugend hessen. Mitglie- der des BPA nahmen an der Online- Frühjahrstagung am 5. März 2021 der Bundes-JuPhis teil. Ferner be- teiligt sich der Ausschuss an deren Lehrerimagekampagne auf Social Media zu Beginn des neuen Schul- jahres und wird auch zur Herbstta- gung vom 9. bis 11. September 2021 Vertreter schicken, die in Berlin in Präsenz stattfinden soll. Auch mit der dbb jugend hessen wurden die Kontakte enger ge- knüpft. Der Ausschuss für berufs- praktische Fragen beteiligte sich an der vom dbb unterstützten Ak- tion ’Haltung zeigen’ in Erinnerung an den vor zwei Jahren ermorde- ten Kasseler Regierungspräsiden- ten Dr. Walter Lübcke. An folgen- den Online-Veranstaltungen der dbb jugend hessen nahmen Mit- glieder des BPA teil: • Veranstaltung zumThema ’Versicherungsschutz im Home- office’ (11. November 2020) • ’Season Opening’ mit Online- Escape Room (6. Februar 2021) , der als Vorlage für die gleichna- mige Veranstaltung des BPA diente • Storytelling-Seminar (14./15. Mai 2021) • Landesjugendtag (20. Mai 2021) • Außerordentlicher Landesju- gendausschuss (26. Juni 2021) Der Ausschuss für berufsprakti- sche Fragen hat im vergangenen Jahr also wieder eine Menge er- reicht bei seinen Tätigkeiten für den hphv. All dies wäre nicht mög- lich gewesen ohne die motivierten und engagierten Mitglieder des Ausschusses. Ihnen möchte ich für ihre Unterstützung an dieser Stelle noch einmal herzlich danken, allen voran meiner Stellvertreterin Victoria Hildebrand und Alexander Schmitt, der inzwischen nicht nur unser IT-Fachmann ist. Mit einem solchen Team im Rücken bin ich guter Dinge, auch die Herausfor- derungen des neuen Schuljahrs meistern zu können.

Rahmenbedingungen des SPA Der Ausschuss hat derzeit achtzehn Mitglieder. Er tritt an vier Terminen im Jahr zusammen, normalerweise in Grünberg. Ein Termin kann auch als Wochenendtagung stattfinden. Durch die COVID-19-Pandemie konnte nur im September 2020 eine Präsenzsitzung durchgeführt wer- den. Die Sitzungen im Februar und im April 2021 fanden zu unserem Be- dauern nur im Rahmen einer Video- konferenz statt. Der Ausschuss befasst sich inhalt- lich mit allen aktuellen schulpoliti- schen Fragen, bearbeitet die Be- schlüsse der Vertreterversammlung, erledigt Aufträge aus dem gfV und dem LV, bereitet Resolutionen vor, schreibt Stellungnahmen und nimmt an Gesprächsrunden im Hessischen Kultusministerium bzw. mit Vertretern der politischen Parteien teil. Weiterarbeit Zurzeit bereitet der Schulpolitische Ausschuss die Vertreterversammlung im November mit Resolutionen und Anträgen vor. Große Unterstützung erfährt der SPA durch die Geschäftsstelle: Benita Binnewies für die Organisation, Ste- phan F. Dietz für alle rechtlichen Fra- gen und die tatkräftige Unterstützung durch Dr. Iris Schröder-Maiwald bei allen Veröffentlichungen. Dafür herz- lichen Dank.

von MATTHIAS SCHUSTER Vorsitzender des Schulpolitischen Ausschusses im hphv

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D er Schulpolitische Ausschuss (SPA) tagte im laufenden Be- richtsjahr an insgesamt drei Terminen zu den Themen: • Pädagogische und organisato- rische Auswirkungen der COVID-19- Pandemie • Anträge zur Vertreterversammlung vom 1. Juni 2021 • Resolutionen des SPA zur Vertreter- versammlung vom 1. Juni 2021 Als Vorsitzender des Schulpolitischen Ausschusses nahm ich an den Lan- desvorstandssitzungen (ggf. mit den Kreisvorsitzenden) und den Sitzungen des geschäftsführenden Vorstands teil. Teilnahme an Gesprächen Auch in diesem Jahr waren keine di- rekten Gespräche mit dem Minister im Rahmen des gfV möglich. Als Ver- treter des SPA konnte ich daher an keinem Gespräch teilnehmen. Die COVID-19-Pandemie und die Kon- taktverbote haben einen solchen Rahmen nicht zugelassen. Jedoch konnte unser Vorsitzender Reinhard Schwab in einen Austausch mit Kultusminister Ralph Alexander Lorz treten und die Positionen des hphv vortragen, die Interesse und Be- achtung fanden. Aufgaben des SPA Im Rahmen seiner Arbeit verfasst der Schulpolitische Ausschuss Stellung- nahmen zu aktuellen Entwürfen von Verordnungen, bereitet grundsätzli- che Stellungnahmen des hphv zu be- rufspolitischen Fragen vor und ent- wirft Resolutionen und Anträge für die Vertreterversammlung.

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von BORRIES ALEXANDER THIELE Vorsitzender des Ausschusses für Gesamtschul- fragen im hphv

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Der Tätigkeitsbericht lag bei Redaktionsschluss nicht vor.

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Bild: DOC RABE Media/AdobeStock

unter besonderen Bedingungen

Das erste Schulhalbjahr stand noch ganz im Zeichen der auf Mai 2021 ver- schobenen Personalratswahlen. Über unsereWebsite, ’Blickpunkt Schule’ und die sozialen Medien stellten wir die Spitzenkandidaten des dlh und insbe- sondere des hphv vor, besetzten aktu- elleThemen und gaben praktische Hinweise über das Prozedere der Wahl. Unsere beiden Spitzenkandidaten Annabel Fee und Peter Natus wurden in den HPRLL gewählt. Für die Zuar- beit zu einem erfolgreichen Wahl- kampf sei allen Beteiligten herzlich gedankt! Die Arbeit in unseremVerband ging weiter. Das Kultusministeriummelde- te sich immer wieder kurzfristig zu Wort und teilte den Schulen mit, wie sie nun zu handeln hätten. Die Be- schlüsse kamen kurz vor knapp, die Herausforderungen waren enorm für alle Beteiligten. Entsprechend häuf- ten sich unsere Statements und Pres- semeldungen. Online-Meetings, On- line-Diskussionen, Online-Abstim- mungen, online verteilte Aufgaben etc. bestimmten den ’Alltag‘ im und meine Arbeit mit demVorstand. Im Februar veröffentlichten wir aus aktuellem Anlass den ’Ratgeber kom- pakt – Distanzunterricht und Daten- schutz’, der in digitalem Format schnell allen Mitgliedern zugesandt werden konnte und zum Download im Mitgliederbereich der Website abruf-

bar war und ist. Direkt nach den Som- merferien erschien als Print- und On- line-Version der ’Ratgeber kompakt – Studien- und Wanderfahrten’ und wurde mit der Schulpost verschickt. Auch dieser steht im Mitgliederbe- reich zum Download zur Verfügung. Speziell für die Zielgruppe ’Berufsein- steiger’ erarbeiteten wir eine umfang- reiche Broschüre ’Wegweiser im Be- rufseinstieg’, der in Kürze erscheinen wird. Der Inhalt kam vom Ausschuss für berufspraktische Fragen, juristi- scher Rat von Stephan F. Dietz, die re- daktionelle Endbearbeitung erfolgte durch mich. Vielen Dank an den Aus- schuss für berufspraktische Fragen und seinen Vorsitzenden Boris Krüger für die Initiative und das umfangrei- che Material. Der inhaltliche Austausch und die Vernetzung mit dem DPhV sowie an- deren Landesverbänden findet nor- malerweise ein- oder mehrmals jähr- lich in Präsenzseminaren in Königs- winter statt, bei dem in der Regel un- ser Geschäftsführer Stephan F. Dietz und ich den Hessischen Philologenver- band vertreten. Schwerpunktthemen sind hier oft die Mitgliedergewinnung, das Verbandsmarketing, die Ver- bandsdarstellung in den sozialen Me- dien und damit zusammenhängend (datenschutz-)rechtliche Fragen. Pandemiebedingt wurden diese Veranstaltungen ausschließlich >>

von DR. IRIS SCHRÖDER- MAIWALD

Referentin für Presse- und Öffentlichkeits- arbeit im hphv

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D ie letzten eineinhalb Jahre standen ganz im Zeichen von Corona und haben die Arbeit der Ausschüsse und Gremien im hphv und somit auch die Presse- und Öf- fentlichkeitsarbeit geprägt. Die Vertreterversammlung im No- vember 2020 konnte nicht stattfin- den, Resolutionen wurden nicht ver- abschiedet, über die eingereichten Anträge konnte nicht abgestimmt werden. Der Vorstand beschloss, eine On- line-Vertreterversammlung am 1. Juni 2021 durchzuführen. Diese Vertreter- versammlung diente primär der ver- bandlich erforderlichen Beschlussfas- sungen, wie zum Beispiel die Entlas- tung des Vorstands und die Be- schlussfassung des Haushaltsplans. In die Vorbereitung, die Verhandlungen und Zusammenarbeit mit demTech- nikanbieter tividoo war ich wesentlich mit eingebunden. Den Bericht über die Vertreterversammlung konnten Sie in der Ausgabe 3/2021 von ’Blick- punkt Schule’ nachlesen.

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digital durchgeführt. An einer digita- len Fortbildung des DPhV zumThema ’Vorbereitung, Leitung und Nachbe- reitung von Online-Sitzungen’ nahm ich im Juni teil. Diesen September wird das Seminar wieder einmal in Präsenz stattfinden, dieses Mal zum Thema ’Verbandspolitik’. Weitere Schwerpunkte der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit waren die redaktionelle Betreuung der Home- page, unserer Verbandszeitschrift ’Blickpunkt Schule’, die Koordination und Pflege der Social-Media-Aktivi- täten sowie die Beschaffung von Wer- bematerialien in Abstimmung mit dem geschäftsführenden Vorstand. Ich bedanke mich bei meinen Kolle- ginnen in der Geschäftsstelle, unse- rem Geschäftsführer Stephan F. Dietz sowie demVorstand des hphv, den Vorsitzenden sowie den Mitgliedern der Ausschüsse und Gremien für die gute Zusammenarbeit. Pressemitteilungen November 2020 bis September 2021 Aufgrund zahlreicher Pressemittei- lungen war der hphv in den Medien oft präsent und wurde zudem von Rund- funk und Fernsehen um Statements gebeten. Der Landesvorsitzende Rein- hard Schwab stellt in seinemTätig- keitsbericht die Meldungen und Inhal- te ausführlich dar, daher beschränke ich mich hier auf die Aufzählung. Alle Berichte und Pressemeldungen finden Sie auch unter www.hphv.de. 16. Oktober 2020: COVID-19 sorgt als stetiger Begleiter für neue Anspan- nung und Unsicherheit in den Schulen 30. Oktober 2020: Schulbetrieb ja – aber nur bei konsequenter Berück- sichtigung der Gefahrenlage! 23. November 2020: Dauerrisiko COVID-19 – dauerhaft und planvoll die schulische Situation entschärfen! 30. November 2020: Die Abiturprü- fungen rücken näher – ein ’Hinterher- regieren‘ darf es nicht geben! Lehrkräfte in der neuen Abiturprü- fungsphase nicht zusätzlich belasten!

7. Dezember 2020: ’Dritte Welle’ nach den Weihnachtsferien?! – Hessischer Philologenverband fordert vorberei- tende Maßnahmen für die Option ’Distanzunterricht’ 7. Januar 2021: Schulbetrieb in der ’Übergangsphase bis zum 31. Januar 2021’ – Politik mit Stringenz ist von- nöten 15. Januar 2021: Abitur ohne Prüfun- gen? Ein schlechter Scherz 25. Januar 2021: Lernrückstände sind im regulären Unterricht aufzuarbeiten – wenn nötig mithilfe von zusätzli- chen Schulstunden! 18. Februar 2021: Politik fordert Samstags- und Ferienunterricht – ein Schnellschuss! 22. Februar 2021: Hessischer Philolo- genverband fordert: Hängepartie beim Impfen nicht zulasten der Lehr- kräfte 10. März 2021: Schulöffnungen für alle noch vor Ostern – Der Hessische Philologenverband reagiert mit völli- gem Unverständnis auf das unkoor- dinierte Vorgehen der Landesregie- rung D er hphv hat seit zwei Jahren ein neues Logo, das sich auf allen aktuellen Materialien und Werbeartikeln findet. Da in den letzten eineinhalb Jahren corona- bedingt keine Veranstaltungen in Präsenz stattgefunden haben, bei denen wir die Taschen verteilen konnten, lagern in der Geschäfts- stelle noch 850 Baumwolltaschen mit dem alten Logo. Wir möchten diese nicht wegwerfen, sondern bieten Sie Ihnen zum selber Nut- zen und Verteilen an. Sie können die Taschen in der Geschäftsstelle, bevorzugt per Mail unter hphv@hphv.de, bestel- len. Aus versandtechnischen

14. April 2021: Die Politik darf es sich nicht zu einfach machen – Im Abitur nicht hinter die AHA-L-Regeln zu- rückfallen 27. April 2021: Wer zu spät kommt – Der Hessische Philologenverband fordert: Nur rechtzeitige und mutige Entscheidungen helfen uns weiter! 29. April 2021: Referendariat im 3. Lockdown: Belastungen senken, Planungssicherheit steigern! 24. Juni 2021: Endlich wieder Mut zur Sprachbildung! – Der Hessische Philologenverband begrüßt das Maß- nahmenpaket des Kultusministeriums zur Förderung der Bildungssprache Deutsch 13. Juli 2021: Klassen verkleinern, neue Lehrkräfte fest einstellen, indivi- duelle Förderung ermöglichen! – Der Hessische Philologenverband fordert eine dauerhafte Absenkung der Klas- sen- und Kursgrößen in allen Schul- formen sowie die Festanstellung neu- er Lehrkräfte 24. August 2021: Stehen wir vor Mona- ten der Unsicherheit? – Der Hessische Philologenverband äußert deutliches Unbehagen zu Schuljahresbeginn

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Erweiterung des Unterrichts um digitale Lehr- und Lernmethoden Das erste digitale Online-Forum des Pädagogischen Ausschusses A m Ende eines herausfordern- den Schuljahres bot das vom Pädagogischen Ausschuss

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(PA) des Hessischen Philologenver- bandes angebotene pädagogische Online-Forum zur Schulentwicklung die Möglichkeit, nach den Erfahrun- gen im Schulbetrieb während der Co- rona-Pandemie den Stellenwert von digitalen Elementen im Lernfeld Schule zu erörtern und sich zudem über datenschutzrechtliche Fragen sowie Rahmenbedingungen zu infor- mieren. Geleitet wurde die Veranstaltung vomVorsitzenden des PA, Christoph Juretschke , der sehr erfreut darüber war, dass die Vorsitzende des Deut- schen Philologenverbands, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing , und der Vorsit- zende des Hessischen Philologenver- bands, Reinhard Schwab , teilnahmen und ein Grußwort sprachen. Für die Technik, die Sammlung der eingehen- den Fragen und Beiträge der Teilneh- merinnen und Teilnehmer sowie die Moderation der Aussprache nach den Referaten war Björn Bock , Mitglied des PA, zuständig. Arbeit mit digitalen Elementen im (Distanz-) Unterricht Als erste Referentin stellte Tanya Gotta-Leger , Gymnasiallehrerin mit den Fächern Kunst und Deutsch an der Taunusschule in Bad Camberg und IT-Expertin, konkrete Ansatzpunkte für die Arbeit mit digitalen Elementen im (Distanz-)Unterricht im Zuge der Schulentwicklung dar. Tanya Gotta- Leger ist seit 2017 Administratorin für das digitale Klassenbuch an ihrer Schule, als Autorin und Referentin be- fasst sie sich intensiv mit digitalen Bil- dungsmedien und Lernplattformen. In ihrem Referat sprach Tanya Got- ta-Leger über die Migration von digi-

Bild: MaksymYemelyanov/AdobeStock

talen Lernelementen im Präsenz- wie Distanzunterricht, ihren Voraus- setzungen und der konkreten An- wendung im Kontext Schule . Der Vortrag von Tanya Gotta-Leger be- gann mit einem theoretischen Über- bau, der exemplarisch zeigte, welche Vorgaben zu digital gestütztem Un- terricht national wie international sei- tens der Kultusministerkonferenz, der Europäischen Union, der OECD etc. vorgelegt wurden, an denen sich die Schulentwicklung – im Zuge der Digi- talisierung – orientierten sollte. Beispiele von nationalen und inter- nationalen Studien und Strategiebe- schreibungen, die Tanya Gotta-Leger anführte, sind: • Kultusministerkonferenz (KMK) Strategie Bildung in der digitalen Welt (2020) • Computer- und informationsbezo- gene Kompetenzen von Schülerin- nen und Schülern im internationa- len Vergleich (ICLIS, 2018) • Europäische Union (EU): Aktions- plan für digitale Bildung 2021-2027 • OECD Lernkompass 2030 Was sind laut der genannten Studien Voraussetzungen, die im Zuge der schulischen Digitalisierung wichtig sind? Die Referentin bezieht sich auf die KMK, die in ihrem Strategiepapier von 2020 betont, wie wichtig die Aus-

stattung der Lernenden mit mobilen Endgeräten, Stärkung der IT-Admi- nistration und Dienstgeräte für Lehr- kräfte […] Lehrkräftequalifizierung über Online-Formate (Bildung in der digitalen Welt (KMK 2020, S. 4) ist. Ausgehend von den soeben genann- ten Schlagworten zeigt die Referentin auf, wie diese einzelnen Aspekte an ihrer Schule ihre konkrete Umsetzung gefunden haben und welche Struktu- ren geschaffen und etabliert werden mussten, um diese KMK-Empfehlun- gen – im Zuge der digitalen Schulent- wicklung – erfolgreich umzusetzen. Online-Qualifizierung von Lehrkräften Wie könnte eine solche Online-Qualifi- zierung von Lehrkräften innerhalb eines Kollegiums aussehen? Online-Formate zur Lehrerqualifizierung können bei- spielsweise Mikrofortbildungen sein, in denen innerhalb einer Fachschaft eine Software, einTool, eine Lernplattform etc. vorgestellt werden. Moderiert wird eine solche Mikrofortbildung von Multi- plikatoren, die aus unterschiedlichen Fachbereichen stammen können. Ziel ist es, innerhalb eines geschützten und vertrauten Raumes neuesWissen zu oder über digitale Medien zu teilen bzw. aufzubauen. Über Videokonfe-

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renzsysteme oder über Präsenzveran- staltungen kann ein solches Fortbil- dungsmodell realisiert werden. Dieses Verfahren kann auch in den Lernraum Unterricht übertragen werden, indem Lehrkräfte mit Lernenden digitale Me- dien und Unterrichtsmaterialien erpro- ben und anwenden. Ein weiteres Format zur Qualifizie- rung von Lehrkräften im Zuge der Schulentwicklung sind Barcamps . Hier wird Wissen weitergegeben, das in der Schulgemeinde bei einzelnen Personen bereits existiert und in Form von Sessions (Workshops) weiterge- geben wird. Das Prinzip des Barcamps kann sowohl über Videokonferenzsys- teme wie auch innerhalb von Präsenz- veranstaltungen praktiziert werden. Am Ende ihres Vortrags stellt Tanya Gotta-Leger das Unterrichtskonzept TS digital ihrer Schule vor, dass in Klasse 5 zweistündig pro Unterrichts- woche im Klassenverband gelehrt wird. Innerhalb von vier Modulen wer- den Schwerpunkte auf ’Grundlagen des Präsentierens und Kollaboratives Arbeitens’, ’Einführung in Office (Word und PowerPoint)’, ’Sicherheit im Netz’ sowie ’Spielerische Einfüh- rung ins Programmieren am Beispiel Calliope ’ gelegt. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler den siche- ren Umgang mit dem digitalen Klas- senbuch und Schul-E-Mail-Adressen. Von der Theorie zur Praxis, wie kann digitale Schulentwicklung aus- sehen? Tanya Gotta-Leger zeigte ein- drucksvoll, wie von der Theorie ausge- hend eine erfolgreiche Umsetzung di- gitaler Lehr- und Lernstrategien aus- sehen kann. Datenschutz in der Schule Zu Aspekten des Datenschutzes re- ferierte Michael Sobota , Mitarbeiter

des Hessischen Beauftragten für Da- tenschutz und Informationsfreiheit des Landes Hessen. Für Schulen sei der Kernbereich der Arbeit nicht der Datenschutz, sondern der Bildungsauftrag. Der Datenschutz müsse dennoch eingehalten werden; dies gelte insbesondere im Umgang mit Schülerinnen und Schülern be- züglich der personenbezogenen Da- ten. Für den Staat (und dazu gehören auch die Schulen) gelten klare Rechts- vorschriften. Schulen handeln auf der Grundlage von Rechtsvorschriften, d.h. dass bestimmte personenbezo- gene Daten ohne die persönliche Zu- stimmung des Einzelnen (bzw. dessen Erziehungsberechtigten) nicht verar- beitet werden dürfen. Die Lehrkräfte tragen hierbei als Staatsbedienstete eine besondere Verantwortung. Die Schule müsse nicht, wie beispielswei- se Unternehmen, private Verträge und Einverständniserklärungen zur Daten- verarbeitung mit Betroffenen ab- schließen. Rechtliche Grundlagen bilden das Hessische Datenschutz- und Informa- tionsfreiheitsgesetz (insbesondere HDSIG § 3) und das Hessische Schul- gesetz (insbesondere HSchG § 83). Probleme treten in diesem Zusam- menhang immer wieder auf, da es (noch) keine spezielle Digitalisie- rungsnorm (Rechtsverordnung) für Schulen gibt. Die Verarbeitung perso- nenbezogener Daten in der Schule ist dann zulässig, wenn es dafür eine Rechtsgrundlage gibt. Für die Verar- beitung von Bildern der Schülerinnen und Schülern gibt es jedoch keine Rechtsgrundlage, da dies nicht zum Kernbereich von Schule gehört. Des- halb ist hier die persönliche Zustim- mung der Betroffenen erforderlich. Für den Distanzunterricht im Rahmen der Pandemie wurde das Hessische Schulgesetz geändert. Demnach ist die Übertragung von Bild und Ton der anwesenden Personen ohne deren Einverständnis mittlerweile möglich (HschG § 83b). Datenschutz verbiete nicht die Nutzung von Lernplattformen, elek- tronischen Klassenbüchern, elektro- nischen Stundenplänen, Messenger

Diensten oder Clouds, so Sobota. Die Sicherheit der Datenverarbeitung müsse aber bei dieser Nutzung ge- währleistet sein. Hierbei stelle sich die Frage nach dem Können der handeln- den Personen und den Produkten (Qualität im Datenschutzbereich). Schule könne im Rahmen ihrer päda- gogischen Privilegien über Art und Umfang des Einsatzes digitaler Werk- zeuge selbst entscheiden; sie trage dafür aber auch die Verantwortung. Der Aspekt der Teilhabe müsse unbe- dingt beachtet werden. Chancen und Risiken der Nutzung digitaler Möglichkeiten Chancen: • Effektive Prozessgestaltung im Be- reich der Pädagogik und Schulver- waltung • Vermittlung von Medienkompetenz • Kostenloses Angebot von Übungs- material • Individuelle Lernstandserhebungen • Bring Your Own Device, d.h. Nut- zung privater digitaler Endgeräte zum Arbeiten in der Schule und In- tegration in das Netzwerk der Schule • Erweiterter Zugriff auf Information und Kommunikation • Erlangen digitaler Kompetenz Risiken: • Verlust digitaler Souveränität der Schule über durch Dienstleister ge- speicherte Daten • Durch mangelnde Medienkompe- tenz verursachte ’Datenschäden’ • Cybermobbing • Zweckentfremdete Nutzung perso- nenbezogener Daten • Big Data (zum Beispiel Erstellung von Persönlichkeitsprofilen) • Big Business (zum Beispiel Daten als Ware, Rolle der Schulbuchverla- ge) Es stellt sich die Frage, was Schule und Lehrkräfte tun können , um die digitalen Möglichkeiten sinnvoll und rechtskonform zu nutzen: • Einheitliche Strukturen in der Schu- le schaffen • Klare Vorgaben zur Nutzung

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nisteriums, dafür, direkt auf Fragen und Schwerpunkte der Tagungsteil- nehmerinnen und -teilnehmer einzu- gehen. Bereits nach den Referaten von Tanya Gotta-Leger und Michael Sobota beteiligte er sich an der Aus- sprache. So stellte er fest, dass die Planung des HKM hinsichtlich des An- gebots eines digitalen Klassenbuchs auf dem Schulportal noch nicht end- gültig sei, dass es aber wohl nicht ver- pflichtend eingeführt werde. In Bezug auf den Datenschutz sah er jede ein- zelne Lehrkraft in einer besonderen Verantwortung. Auch er riet wie Mi- chael Sobota dazu, die Datenschutz- erklärung eines infrage kommenden digitalen Angebots sehr genau zu le- sen und regte den Aufbau einer Struktur an, die von Datenschutzbe- auftragten geprüfte Produkte anbie- te, auf die Lehrkräfte bedenkenlos zu- greifen könnten. Auf die Frage, wie sich das HKM di- gital gestützten Präsenzunterricht vorstelle, betonte Torsten Brandt, dass es wichtig sei, Praxis und Daten- schutz zusammenzubringen und sprach den Digitalpakt an. Dieser sol- le nach dem ’bunten Flickenteppich’, der aufgrund der unterschiedlichen Maßnahmen der Schulträger ent- standen sei, bis 2024 alle Schulen auf einen vergleichbaren Stand bringen. Ziel sei dabei, flächendeckend drei Maßnahmen umzusetzen: WLAN, Präsentationsmöglichkeiten und Dienstgeräte für Lehrkräfte. Für die Hardware sei eine Homogenität der Ausstattung an den Schulen wün- schenswert. Allerdings sei die Aus- stattung der Schulen Sache der Schulträger, und es werde auch keine kurzfristige Änderung der Zuständig- keit angestrebt. Das bedeute, dass Gespräche geführt würden, um zu Kompromisslösungen und zur Über- einkunft über Standards zu gelangen. So habe beispielsweise das Land Hes- sen die Entwicklung des Schulportals übernommen, die bis spätestens zum Schuljahr 2022/2023 abgeschlossen sein solle. Auch mit den anderen Bun- desländern werde zusammengear- beitet, wobei aus Zeitgründen zu- nächst einmal ein geringeres Maß an

Abstimmung möglich gewesen sei. Es gebe aber mittlerweile gemeinsame Schnittstellen in Bezug auf Inhalte und Datenschutzstandards. Bezüg- lich der Software nannte Torsten Brandt den Ausbau des Schulportals, IServ als Alternative, die Integration von Bildungsmedienanbietern (zum Beispiel FWU) in das Schulportal und die Erstellung einer ’white list’ mit den Kriterien entsprechenden Pro- dukten. Eine weitere Frage betraf die perso- nelle Ausstattung der Schulen und die Schaffung von Ressourcen für die Vielzahl von Aufgaben, die zu über- nehmen seien. Torsten Brandt ant- wortete, dass eine Vereinheitlichung angestrebt sei. Das gewünschte IT- Personal müsse vorhanden sein, was angesichts des hohen Bedarfs auch in Wirtschaftsunternehmen und der ver- gleichsweise geringeren Bezahlung im Schulbereich nicht so einfach sei. Die Mittel müssten von der Landesregie- rung bereitgestellt werden, doch gebe es in allen Ressorts Bedarf. In Bezug auf den Distanzunterricht habe, so Torsten Brandt, die Pandemie gezeigt, dass dieser möglich sei. Prä- senzunterricht sei vorrangig, doch sei vorstellbar, dass auch nach Corona in vertretbarem Maß etwa in der Ober- stufe Distanzunterricht erlaubt wer- den könnte. In diesem Zusammen- hang wurde das Problem der Erreich- barkeit aller Schülerinnen und Schüler angesprochen, die auch von der so- zialen Lage der Familien (finanzielle Aspekte) abhänge. Hier, so Torsten Brandt, müssten geeignete Lösungen gefunden werden. Das pädagogische Online-Forum endete nach drei Stunden mit einer Fülle von Informationen und intensi- vem Gedankenaustausch. In seinem Resümee sprach Christoph Juretschke Vorteile des digitalen Formats der Veranstaltung an, betonte aber auch, dass der Pädagogische Ausschuss versuchen werde, die nächste Päda- gogische Tagung im Frühjahr 2022 wieder als Präsenzveranstaltung durchzuführen.

• Kompetentes Nutzen • Eigenverantwortung ausüben • Datenschutzkonforme Software nutzen • Unterstützung der IT-Beauftragten • Zusammenarbeit mit den Daten- schutzbeauftragten In der anschließenden Aussprache be- schäftigten sich eine Reihe von Dis- kussionsbeiträgen mit der Frage, wie Lehrkräfte das alles leisten sollen. Mi- chael Sobota wies darauf hin, dass hier das HKM die Antwort geben müs- se. Ressourcen für Datenschutzbe- auftragte als kleines schulisches Kompetenzzentrum sah er als Ansatz- punkt. Er riet aber auch dazu, Eigen- verantwortung zu übernehmen. Dazu müsse Zeit in die Prüfung eines Pro- dukts investiert werden, bevor man es einsetze. Beispielsweise müsse man die Datenschutzerklärung lesen. Zu prüfen sei, ob diese zum Beispiel teils auf Deutsch, teils auf Englisch ver- fasst sei und ob die Daten in einem Drittland verarbeitet und möglicher- weise Dritte Zugang für kommerzielle Zwecke erhalten würden. Dann sei si- cherheitshalber von der Nutzung ab- zuraten. Das Institut für Bild und Film im Unterricht überprüfe Angebote von sich aus (Erstellung einer ’white list’), aber auch ’auf Zuruf’. Auf die Frage, was statt Padlet verwendet werden könne, nannte Michael Sobota das in der Schweiz entwickelte Learning View oder das von der Hochschule Mittelhessen in Gießen entwickelte Audimax , das als hessische daten- schutzkonforme Alternative zu Padlet digitale und hybride Unterrichtsfor- men unterstütze. Er regte an, als Hilfsangebot für die Lehrkräfte u.a. seitens des HKM und des Daten- schutzbeauftragten eine Übersicht einsetzbarer digitaler Elemente zu er- stellen. Digital gestützter Unterricht Aufgrund des großen Informationsbe- darfs zu unterschiedlichen Aspekten des Tagungsthemas entschied sich Torsten Brandt , Abteilungsleiter im Referat I.1 des Hessischen Kultusmi-

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Friedrich Bell, Angelika Kiene-Bock, Dr. Iris Schröder-Maiwald, Else Zekl

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