Marco Zaus
Seit 2001 Fully
Qualified PGA
Professional, Coach
von zahlreichen
Auswahlspielern
90
GOLF TIME
|
4-2016
www.golftime.deTRAINING |
ZAUS
Natürliches
Lernen
Die zugrunde liegende ebene.
i
m folgenden Artikel kommt das Wort GOLF
nicht vor, und doch ist die zugrunde liegende
Ebene genau das, was den Unterschied
bringen wird. Diese zugrunde liegende Ebene
ist immer vorhanden:
Sind Sie im Kontakt mit ihr, dann fühlen
sie sich beseelt von Sinn. Selbst der Alltag
bekommt hier Sinn und Wert. Sind Sie nicht
im Kontakt mit ihr, so fühlen Sie deren Abwe-
senheit schmerzlich oder brauchen unzählige
individuelle Strategien, Gefühle zu verdrängen
und ihnen zu entfliehen.
Hätten Sie den wahren Erfolg im Fokus –
nicht nur das, was als Resultat danach daraus
entsteht –, dann ginge es um den Sieg über
das Selbst und um innere Meisterschaft.
Hätten Sie schon am Anfang dieses Ende im
Kopf, erhielten Sie ein klares Kriterium, wofür
Sie heute schon leidenschaftlich brennen
können! Das funktionierte in der Tat leicht.
Jedoch „hecheln“ die meisten von uns Zielen
nach, die nichts mit dem zu tun haben, was sie
wirklich wollen: Willkommen im Hamsterrad!
Wir vergessen dabei, dass unser Optimum
bereits in uns existiert und wir lediglich etwas
zu lernen haben, um es Realität werden zu
lassen - wir „hecheln“ stattdessen.
Herauszufinden, was man wirklich will, hat mit
dem Seinszustand zu tun und sehr wenig mit
Haben-Wollen. Das Haben folgt dem Sein –
niemals andersherum.
Das Ende schon am Anfang im Kopf, nein,
es vielmehr im Gefühl zu haben, hat mit Emp-
fangen zu tun und weniger mit Anstren-
gung. Trotzdem ist eine professionelle
Haltung noch immer notwendig, jedoch
entfiele der Kampf. Wenn Sie wirklich
wissen, was Sie wollen:
» dann tun Sie es
» dann lernen Sie gerne
» dann brennt Sie Ihr Weg nicht
aus, weil es Sie ja in die Richtung
bewegt, wohin Sie tief in Ihrem
Innersten möchten.
Ausgebrannt sein ist nichts anderes,
als zu lange Energie für etwas aufge-
wendet zu haben, was nichts mit Ihrem
Sein zu tun hat. „Kannst du dich erinnern,
wer du warst, bevor die Welt dich unterrich-
tete, wer du sein solltest (Danielle Laporte)?“
Wer sich an seine wahre Natur zurückerinnert,
entwickelt sich dann logischerweise auf zwei
voneinander getrennten Ebenen:
1. Auf der Performer-Ebene mit
PERFORMER
SELBSTVERTRAUEN
als Lohn, das jedoch
immer von Resultaten abhängig bleiben wird.
2. Auf der zugrunde liegenden Ebene des
AUTHENTISCHEN SELBSTWERTS
, der von
nichts Äußerlichem mehr abhängig ist und
ausschließlich mit Ihrem Sein zu tun hat – mit
dem höchsten Lohn:
PURES
unabhängiges
SELBSTVERTRAUEN
.
Was ich als Coach immer wieder beobachte, ist
der Mangel an Erkenntnis bei vielen Klienten,
worum es Ihnen eigentlich in Ihrer Entwick-
lung geht. Es fehlt der eigentliche Wert ihrer
Reise. Wenn dieser fehlt, ist es so, als leb-
ten sie in einer ständigen Begrenzung, und
beschweren sich darüber. „So leben viele in
einer sinnentfremdeten Welt und wissen
nicht, wie sie da herauskommen, und dies
wird dann gerechtfertigt statt verändert. Das
eigentliche Problem bleibt unerkannt (Hubert
Fiddelke/Onlife).“ Genauso ist ein Leben als
ausschließlicher Performer und ein vom Un-
bewussten beeinflusstes Leben. Dadurch, dass
es unbewusst ist, wird auch nichts gelernt
und jeder bekommt dann das Problem, das er
braucht, um die tieferliegende Ebene zu erken-
nen. Schade, wenn dazu eine Krankheit, unkon-
trollierbare Sucht, Trennung notwendig wird.
Dabei kann „Performen“ und „Sein“ wunder-
bar Hand in Hand gehen. Und sogar bessere
Resultate erzeugen, weil man losgelöster,
selbstvergessen, spielerischer und intuitiver
performt. Dieser Entwicklungsprozess kommt
unserer eigentlichen Natur immer näher.
Eins zu werden mit dem, was Sie wirklich
wollen,entwickelt pures unabhängiges Selbst-
vertrauen und die Losgelöstheit, die Sport
als Profession und auch andere Tätigkeiten/
Berufe brauchen.
WERdEN SIE EINS MIT ALL
IHREN EBENEN UNd dAdURCH EINS MIT
dEM LEBEN!
Ich könnte jetzt weitergehen und schreiben,
was genau diese tiefste Ebene alles bein-
haltet. Ich tue es nicht. Warum?
» Weil es hier ganz klar den Rahmen sprengen
würde. Das wäre ja eigentlich ganz gut und
würde in so manche eingefahrene Sicht-
weise, Beziehung zu Ihrem Job, ja sogar in Ihre
Interaktion mit den Menschen frischen Wind
bringen.
» Weil es ein Prozess ist, der solange an-
dauert, wie uns Lebenszeit geschenkt ist.
» Weil es Ihr Leben ist und es sich wirk-
lich bei jedem individuell auswirkt
und zeigt.
– Oder, weil es sich auch nicht zeigt.
Denn nicht jeder ist offen oder be-
reit, so tief in sich hineinzuschauen.
Aber ohne diese zugrunde liegende
Ebene und tiefere Dimension sind
alle Oberflächen nichts – egal wie
schön poliert sie auch scheinen.
Ohne zu werden, wer man auf der
zugrunde liegenden Ebene ist, bleibt der
Performer ein in sich gefangener Schau-
spieler!
GT
»dIE MEISTEN VON UNS
›HECHELN‹ ZIELEN NACH,
dIE NICHTS MIT dEM
ZU TUN HABEN, WAS SIE
WIRkLICH WOLLEN«




