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08

Drei Wanderungen durch Kopenhagen.

schen Bischofsresidenz, das ålteste Gebåude in Kopen­

hagen.

Der Universitåt gegeniiber, mit Hauptfassade zur Nor­

regade, erhebt sich die

♦ Vor Frue Kirke

(Frauenkirche;

III.

4 3 o).

Diese Hauptkirche Kopenhagens ist in ihrer urspriing-

lichen Gestalt die ålteste Kirche der Stadt; ihre Geschichte

geht bis ins 12. Jahrhundert zuriick.

Der ålteste Bau soli auf Bischof Absalon zuriickgehen, wurde aber

erst unter seinem Naclifolger, Bischof Peder Suneson, vollendet. Nach-

dem die Kirche viermal abgebrannt war, wurde sie 1320 in franzosischer

Gotik neu errichtet. Von der Zeit der Konigin Margrethe bis zur Er-

kåmpfung der Souverånitåt wurden hier die Konige gekront und ge-

weiht, die Bischofe ordiniert. 1728 fast vollig abgebrannt, wurde sie

1738 wieder neu aufgebaut. Der 120 m hohe Turm wurde wåhrend

des Bombardements der Englånder 1807 in Brand geschossen, und die

Kirche abermals ein Raub der Flammen. 1811 wurde der Wiederaufbau

nach den Zeichnungen C. F. Hansens begonnen, die Einweihung der

jetzigen Kirche fand 1829 statt.

Das Gebåude ist im klassischen Stil aufgefiihrt, 89 m

lang, 33 m breit, der Turm iiber 00 m hoch. Pråchtig das

dorische Portal,

dessen Giebel die beriihmte Marmorgruppe

Thorvaldsens

:

-tf.Johannes der Taufer in der Wiiste predigend,

trågt. Uber der Haupttiir Basrelief in Gips, von

Thor-

valdgen: Jesu Einzug in Jerusalem.

Zu beiden Seiten des

Portals Kolossal-$tø<ttere

aus Bronze

:

Moses,

von Bissen sen.,

und

David,

von Jerichau.

Das Innere der Kirche hat besondere Bedeutung erlangt durch

die Werke Thorvaldsens. Statt des gewohnten Altarbildes enthålt es

eine groCe Nische mit der marmomen ♦ Christusfigur von

Thor-

valdsen.

Ferner stammen von ihm d ie +12 Apostel, in Marmor, die

langs den Wånden des Hauptschiffs stehen; ein ♦Basrelief in Gips:

Christi Gang nach Golgatha,

in der Rotunde iiber dem Altar; das ♦ Tauf-

becken:

ein kniender Engel reicht eine Muschel dar,

beim Aufgang zum

Hochaltar; mehrere * Basreliefs:

Taufe und Abendmahl, Charitas und

der Schutzengel;

in einem Seitengang

Thorvaldsens Biiste.

Der

Turm

der Frauenkirche ist leicht zu ersteigen; schone Aussicht.

(S. S. 40).

In gleicher Richtung fiihrt der Weg weiter die

Norregade entlang, iiber Gammeltorv, Nytorv (s. S. 59),

durch die Raadhusstråde bis zur Stormbroen, die zum

Slots­

holm

(

Schlofiinsel

) fiihrt. Nach wenig Schritten erreicht man

das weltberiihmte

♦Thorvaldsen-Museum

(III. 47r), das der

Stolz der Dånen ist. (Eintr. s. S. 40; Inneres s. S. 77). Das

Gebåude, dessen vier Fliigel einen rechtwinkligen Hof um-