IT-Recht Kanzleibroschüre - page 11

modularisierte Produktkategorien und
können so maximalen wirtschaftlichen
Erfolg hieraus ziehen.
Dabei unterscheidet man in der Praxis
zwischen unternehmensinternen und
allgemeinen, öffentlich zugänglichen,
externen Angeboten:
• Bei der
„Private Cloud“
handelt es
sich um das Angebot von IT-Leistun-
gen innerhalb des Netzwerks eines
Unternehmens für einen individuali-
sierten Nutzerkern,
• wohingegen in der
„Public Cloud“
IT-Leistungen webbasiert für eine
Vielzahl von Unternehmen und/
oder Nutzern angeboten werden. Die
Kombination unternehmensinterner
und allgemein öffentlich zugängli-
cher Cloud-Leistungen wird heute im
Markt zuweilen als „Hybrid Cloud“
bezeichnet.
Wirtschaftlich bietet Cloud Computing
ganz
neue Wertschöpfungsketten für
IT-Unternehmen und Nutzer
gleicher-
maßen: Pay-per-use, on demand-Leis-
tungen oder zeitliche Nutzungsentgelte
anstatt einmaligem Kauf- und Anschaf-
fungspreis bestimmen das Angebot.
Dabei sind nachfolgende terminologi-
schen Unterscheidungen zu treffen:
• Software as a Service (SaaS)
: Kun-
den greifen über das Internet bzw.
das Netzwerk auf Softwarelösungen
eines Anbieters jeglichen Inhalts
zu. Dabei kann es sich um Betriebs-
software, Customer Relationship
Management (CRM), Grafikbearbei-
tung, Textverarbeitung, Lagerhal-
tung, Finanzbuchhaltung, unterhal-
tungselektronische Programme und
vieles Mehr handeln. Software wird
nicht mehr auf dem Rechner des
einzelnen Users aufgespielt, sondern
online oder im Netz von den Kunden
genutzt.
• Rechtlich ähnlich wird insoweit auch
das
Application Service Providing
(ASP)
bewertet: Auch hier nutzt
der Kunde eine Anwendung, wie
zum Beispiel zum Enterprise-Re-
source-Planning (ERP), webbasiert,
zusätzlich greift der Kunde jedoch
stärker als bei Software as a Service
auf Dienstleistungen des Providers
wie bspw. Nutzerbetreuung, Adminis-
tration und Datensicherung zurück.
Anders als beim ASP handelt es sich
beim Cloud Computing also eher um
standardisierte und modularisierte
Leistungsangebote, die wirtschaft-
lich interessanter und dementspre-
chend heute häufiger sind.
• Infrastructure as a Service (IaaS)
:
Hier nutzt der Kunde virtuelle IT-Res-
sourcen in den Bereichen Speicher-
platz, Rechenleistung bzw. Netzka-
pazität, die der IT-Leistungserbringer
webbasiert, bedarfsgerecht, flexibel
und individuell den Bedürfnissen
eines jeden Kunden entsprechend
zur Verfügung stellt.
• Platform as a Service (PaaS)
: Der
Kunde nutzt webbasiert virtuelle
Entwicklungsebenen samt Infrastruk-
tur und Schnittstellen zur Planung,
Konstruktion, Herstellung und
Produktion eigener Applikationen
innerhalb standardisierter Lösungen
und Instrumente des IT-Leistungser-
bringers.
• Data as a Service (DaaS)
: Das Ma-
nagement, die Organisation, Analyse
und Auswertung, aber auch die In-
terpretation großer Datenbestände,
Zahlen und sonstiger Informationen
(Big Data) ist mit den herkömmlichen
Methoden betriebswirtschaftlicher
Markteinschätzung nicht mehr zu
bewältigen. Cloud-Lösungen ver-
schaffen theoretisch unbegrenzten
Speicherplatz zur Einbeziehung aller
relevanten Datensätze und bieten
gleichzeitig die Möglichkeit der
Visualisierung, Skalierung und Auf-
arbeitung nach konkreten Kernfak-
toren. Data as a Service ermöglicht
den spezifischen Zugang zu nahezu
unbegrenzten Informationen und
bietet gleichzeitig einen Filter zur
Kenntlichmachung von business-cri-
tical Daten.
• Communication as a Service
(CaaS)
: Onlinebasierte Kommuni-
kationsanwendungen wie Telefonie,
Email, Fax und sonstige Leistungen
(wie bspw. Videokonferenzen) sind
nicht neu, bekommen im Lichte der
Cloud-basierten Leistungsangebote
aber ganz neue Einsatzmöglichkei-
ten. Die Kombination dieser Kom-
munikationsleistungen mit anderen
webbasierten Nutzungsmöglichkei-
ten komplettiert das Cloud-Portfolio.
Lexikon Cloud Computing:
Das Leistungsportfolio der IT-Leister im
Bereich Cloud Computing ist unbegrenzt
und wächst ständig weiter. Mehr und
mehr gehen Software-Häuser dazu über,
Ihre Programme, IT-Ressourcen und Leis-
tungen nicht mehr auf Datenträgern zu
übermitteln oder zum Download zur Ins-
tallation auf dem Nutzer-Rechner bereit
zu halten, sondern web- bzw. netzbasiert
über (Internet-)Browser oder speziellen
Client-Masken den Nutzern jederzeit,
Rechner-unabhängig und weltweit zur
Verfügung zu stellen. Nutzer partizipieren
unmittelbar von Updates und Upgrades
der Applikationen und können so beste
Leistungen ohne physische Begrenzun-
gen nutzen. Gleichzeitig vermarkten
die Cloud-Anbieter standardisierte und
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