Frederiksborg.
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Zeit in Tåtigkeit. Das
Hauptgebåude
hat vier Stockwerke,
schone Turme und Giebel, sieben Portale mit reichem
mythologischen Skulpturenschmuck und Loggien. Die
Kellerråume des Schlosses liegen unter dem Wasserspiegel.
Das ganze Gebåude zeigt nordischen Renaissancestil mit
gotischen Anklången. Es war der Lieblingsaufenthalt des
Konigs Frederik VII., der hier mit seiner dritten Gemahlin,
der Gråfin Danner, in groBter Zuriickgezogenheit lebte. In
der Nacht zum 17. Dezember 1859 wurde das SchloB mit
all seinen Kunstschåtzen ein Raub der Flammen. Durch
freiwilligeBeitråge war es moglich, denNeubau mit Benutzung
der alten starken Mauern sofort zu beginnen, und heute
stehen SchloB und
Schloflkirche
in ihrer alten Pracht da. —
In den Råumen des Schlosses ist — groBtenteils auf Kosten
des
Dr. C. Jacobsen
(s. a. S.j75) — das *
Nationalhistorische
Museum
eingerichtet worden, s. S. 118.
Die schone *
SehloBkirche
dient jetzt als Gemeindekirche
der Stadt Hillerod; sie wurde 1864 eingeweiht.
Die prachtvoll geschnitzte
Eingangstiir
aus Eichenholz, mit bibli-
snlien Darstellungen, wurde aus dem Brand (s. o.) gerettet. Beim Eintritt
in die Kirche ist man zunachst iiberrascht durch die sehr bunten Farben,
aber bald tritt die wunderbaie Harmonie des ganzen herrlichen Re-
naissancebaues hervor. Die Lange der Kirche betragt 50 m, die Breite
12% m und die Hohe 10 % m. Die gewolbte
Decke
ist reich mit Vergol-
dungen, Engelskopfen usw. ausgestattet, und langs der vier Seiten ziehen
sich doppelte Galerien, mit starken Pfeilem, Marmorsaulen, Alabaster-
figuren usw. hin. Die im unteren Teil der Kirche angebrachten
Sitze
sowie die
Konigsloge
sind aus der alten Kirche gerettet worden
und ihrer prachtvollen eingelegten Arbeit wegen zu beachten. Der
Altar
und die
Kamel,
beide in demselben Stil gehalten, stammen eben-
falls aus der alten Kirche und bestehen aus schwarzem Ebenholz, mit
Perlmutter und kunstvoller Arbeit in Silber reich geschmiickt. Ebenso
beachte man das
Taufbecken.
Prachtvolle
Glasmalereien
in den Giebel-
fenstem, ein Geschenk des Sir Morton Peto, des englischen Eisen-
bahnkonigs, an Frederik VII., gleichfalls aus dem Brand gerettet.
L.
vom Altar fiihrt eine schmale Wendeltreppe nach der
Galerie,
deren
Wånde mit groBen biblischen Malereien geschmiickt sind. In denFenster-
vertiefungen die
Wappenschilder
der Ritter des Elefantenordens und des
GroBkreuzes des Danebrogsordens, darunter die der Deutschen Kaiser
Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. und des Fursten Bismarck.
Die schone
Orgel,
1612 gebaut und 1895 emeuert, wird in der Regel
jeden Freitag von 14% bis 15% Uhr vom Organisten gespielt.
L.
bei
derselben befindet sich der Eingang (die
Tiir
ist zu beachten I) zur
koniglichen Betkapelle,
die beim Brand vollstandig vernichtet, aber
in ihrer alten Pracht wiederhergestellt wurde. Die schonen auf Kupfer
gemalten Bilder von
G. Bloch.
Sie stellen dar:
1.
Marift Verkiindigung. 2. ♦Maria Besuch bei Elisabeth. 8. Die
Verktindigung an die Hirten. 4. Christi Geburt. 5. Flucht nach Ågypten.
6. Der Kindermord in Bethlehem. 7. Der zwSlfjåhrige Christus lehrt




