Previous Page  146 / 221 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 146 / 221 Next Page
Page Background

Frederiksborg.

141

Zeit in Tåtigkeit. Das

Hauptgebåude

hat vier Stockwerke,

schone Turme und Giebel, sieben Portale mit reichem

mythologischen Skulpturenschmuck und Loggien. Die

Kellerråume des Schlosses liegen unter dem Wasserspiegel.

Das ganze Gebåude zeigt nordischen Renaissancestil mit

gotischen Anklången. Es war der Lieblingsaufenthalt des

Konigs Frederik VII., der hier mit seiner dritten Gemahlin,

der Gråfin Danner, in groBter Zuriickgezogenheit lebte. In

der Nacht zum 17. Dezember 1859 wurde das SchloB mit

all seinen Kunstschåtzen ein Raub der Flammen. Durch

freiwilligeBeitråge war es moglich, denNeubau mit Benutzung

der alten starken Mauern sofort zu beginnen, und heute

stehen SchloB und

Schloflkirche

in ihrer alten Pracht da. —

In den Råumen des Schlosses ist — groBtenteils auf Kosten

des

Dr. C. Jacobsen

(s. a. S.j75) — das *

Nationalhistorische

Museum

eingerichtet worden, s. S. 118.

Die schone *

SehloBkirche

dient jetzt als Gemeindekirche

der Stadt Hillerod; sie wurde 1864 eingeweiht.

Die prachtvoll geschnitzte

Eingangstiir

aus Eichenholz, mit bibli-

snlien Darstellungen, wurde aus dem Brand (s. o.) gerettet. Beim Eintritt

in die Kirche ist man zunachst iiberrascht durch die sehr bunten Farben,

aber bald tritt die wunderbaie Harmonie des ganzen herrlichen Re-

naissancebaues hervor. Die Lange der Kirche betragt 50 m, die Breite

12% m und die Hohe 10 % m. Die gewolbte

Decke

ist reich mit Vergol-

dungen, Engelskopfen usw. ausgestattet, und langs der vier Seiten ziehen

sich doppelte Galerien, mit starken Pfeilem, Marmorsaulen, Alabaster-

figuren usw. hin. Die im unteren Teil der Kirche angebrachten

Sitze

sowie die

Konigsloge

sind aus der alten Kirche gerettet worden

und ihrer prachtvollen eingelegten Arbeit wegen zu beachten. Der

Altar

und die

Kamel,

beide in demselben Stil gehalten, stammen eben-

falls aus der alten Kirche und bestehen aus schwarzem Ebenholz, mit

Perlmutter und kunstvoller Arbeit in Silber reich geschmiickt. Ebenso

beachte man das

Taufbecken.

Prachtvolle

Glasmalereien

in den Giebel-

fenstem, ein Geschenk des Sir Morton Peto, des englischen Eisen-

bahnkonigs, an Frederik VII., gleichfalls aus dem Brand gerettet.

L.

vom Altar fiihrt eine schmale Wendeltreppe nach der

Galerie,

deren

Wånde mit groBen biblischen Malereien geschmiickt sind. In denFenster-

vertiefungen die

Wappenschilder

der Ritter des Elefantenordens und des

GroBkreuzes des Danebrogsordens, darunter die der Deutschen Kaiser

Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. und des Fursten Bismarck.

Die schone

Orgel,

1612 gebaut und 1895 emeuert, wird in der Regel

jeden Freitag von 14% bis 15% Uhr vom Organisten gespielt.

L.

bei

derselben befindet sich der Eingang (die

Tiir

ist zu beachten I) zur

koniglichen Betkapelle,

die beim Brand vollstandig vernichtet, aber

in ihrer alten Pracht wiederhergestellt wurde. Die schonen auf Kupfer

gemalten Bilder von

G. Bloch.

Sie stellen dar:

1.

Marift Verkiindigung. 2. ♦Maria Besuch bei Elisabeth. 8. Die

Verktindigung an die Hirten. 4. Christi Geburt. 5. Flucht nach Ågypten.

6. Der Kindermord in Bethlehem. 7. Der zwSlfjåhrige Christus lehrt