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Drei Wanderungen durch Kopenhagen.

♦Tivoli

(III. 41 x ; Eintr. s. S. 35).

Tivoli ist vom Kapitån

Georg Carstensen

1843 gegrtindet

worden; es wurde bald zum Sommer-Lieblingsort der Ko-

penbagener wie aller Reisenden. Ausgezeichnete Konzerte

der 50 Mann starken Elitekapelle unter Direktion des Ka-

pellmeisters

Fr. Schnedler-Petersen

in dem groBen

Konzert­

saal.

In den Gartenanlagen liegen das

Pantomimen- Theater,

ein

Bazar,

ein

chinesischer Turm,

verschiedene Restaurants,

Bierhallen, Konditoreien usw. (s. S. 26). Im Garten Denk-

måler fiir den Grunder des Tivoli,

Carstensen,

und den

verstorbenen Tanz-Komponisten

Lumbye,

der hier die Kon­

zerte leitete.

Kehrt man zuriick zum Rathausplatz, so liegt

r.,

am

Vestre Boulevard, das im dånischen Renaissancestil 1894

bis 1905 von Prof. Nyrop erbaute

Rathaus

(III. 42 v ; Eintr. s. S. 44), auf der Stadtse

mit einem 105 m hohen, viereckigen

Turm,

auf der Boulevard-

seite mit einem kleineren runderi

Taubenturm

versehen. Die

Hauptfassade zeigt unter den Fenstersåulen eine Reihe

Kopfe, zum Teil Portråts des Baumeisters, der Magistrats-

herren und der Btirgermeister. Uber dem groBen

Portal,

zu

beiden Seiten von Schildknappen bewacht, steht, mit einem

Baldachin iiberdeckt, die in Kupfer getriebene vergoldete

Kolossalstatue

des Grunders von Kopenhagen, des Erz-

bischofs

Absalon.

Oben bildet das Dach eine lange Balu­

strade, die mit sechs

Statuen

geschmiickt ist:

Kopenhagener

Nachtwåchter

der verschiedenen Zeitalter, in ihrer Mitte das

Stadtwappen

und eine måchtige Fahnenstange. Dahinter

erhebt sich um das ganze Gebåude der Dachrticken als eine

mit vier Turmen versehene, hohe, stilisierte Stadtmauer.

Die zu beiden Seiten der Wåchterreihe kurz auslaufenden

Fliigel der Mauer tragen je einen in Granit ausgehauenen,

auf den

„drei Wellenstrichen

“ (Oresund, GroBer und Kleiner

Belt) stehenden

Eisbåren.

Der Vorderbau enthålt neben

Råumen fiir den Magistrat auch die groBen

Festsåle,

die alle

auBerordentlich reich und prachtvoll ausgestattet sind. Zu

diesem Teil des Rathauses gehort auch der schone iiber-

deckte Hof

Raadhus-Hallen

(Rathaus-Halle) mit Basreliefs,

Galerien und Balkons. Im Hintergrund

l.

fiihrt die Turm-

treppe zu dem 105 m hohen

Rathausturm,

von wo aus man

eine wunderbare Aussicht iiber die Stadt hat (s. S. 44 u.