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Blister geschluckt haben und es zur Perfo-

rationen im Magen-Darm-Trakt kam. Auf

eventuell erforderlichen Lichtschutz ist zu

achten. Andere Dosiersysteme erlauben

das Stellen mit der original zugelassenen,

schutzenden Verpackung, wie z. B. der

Meditimer®.

Was gehört nicht in die Arzneidispenser?

Arzneidosetten sind weitverbreitet im Ge-

brauch, um Patienten bei der Einnahme

ihrer Medikation zu unterstützen. Gerade

im Bezug auf Adhärenzverbesserung sind

sie nicht zu unterschätzen. In Studien wur-

de gezeigt, dass sich Therapien unter dem

Gebrauch von Dispensern maßgeblich

verbesserten. Allerdings sollte immer wie-

der betont werden, dass es nur begrenzte

Daten über die Stabilität von Arzneimit-

teln gibt, die aus ihrer Originalverpackung

ausgeblistert und in ein Dosiersystem

überführt worden sind.

Grundsätzlich eigenen sich nur fes-

te, oral zu verabreichende Medikamente

für eine Arzneidosette. Arzneimittel, wie

Salben, Cremes, Tropfen, Pulver-/Granu-

latbeutel, Brause- und Schmelztabletten,

im Kühlschrank aufzubewahrende Arznei-

mittel, oxidations-, luftfeuchtigkeits- oder

lichtempfindliche Arzneimittel, Bedarfs-

Medikamente, Zytostatika, Hormone, Be-

täubungsmittel, Pflaster, Biologica und

Biosimilars u.a., sind dafür nicht geeignet.

Der Anteil der nicht verblisterungsfähigen

Arzneimittel liegt zwischen 30 und 60

Prozent.

Die United Kingdom Medicine Infor-

mation (UKMI) gibt klinische Informati-

onen und Empfehlungen über die Stabi-

lität von Arzneimitteln zur Lagerung in

Dosiersystemen auf der Webseite der

Specialist Pharmacy Service der NHS (Na-

tional Health Service England). Es werden

Empfehlungen über die Eignung fester

oraler Arzneiformen für Dosiersysteme

gemacht, die auf physikalisch-chemische

Stabilität der Arzneimittel und auf Anga-

ben und Daten der Hersteller, falls sie exis-

tieren, beruhen. Die Arzneimittel werden

bezüglich ihrer Stabilität zur Lagerung in

Dosiersystemen in drei Kategorien einge-

teilt (s. Tabelle 2)

Auch in Australien wurden Guidelines

entwickelt, was keinesfalls in Blister oder

Dispenser umgepackt werden sollte. Da

die Datenlage zur Stabilität von Arzneimit-

teln inDosiersystemen sehr klein ist, sollte

man sich bei Unklarheiten direkt beim je-

weiligen Hersteller über die Stabilität des

Präparates informieren. Die Beratung des

Patienten über die Notwendigkeit eines

Dosiersystems und den korrekten Um-

gang damit kann im Abschlussgespräch

einer Medikationsanalyse erfolgen.

Folgende Punkte tragen zur mikrobio-

logischen, physikalischen und chemischen

Stabilität bei und sollten besprochen

werden:

· Das Arzneimittel sollte mit frisch gewa-

schenen Händen entnommen werden

· Das Dosiersystem sollte dunkel, kühl

und trocken gelagert werden

· Nur die Ration des jeweiligen Einnahme-

zeitpunktes entnehmen, das Dosiersys-

tem unmittelbar danach wieder in den

Schrank stellen

· Regelmäßige Reinigung und Trocknung

des Dosiersystems

Was gilt es noch zu beachten?

Potentielle Interaktionen:

Wenn mehrere

Tabletten zusammen in einem Fach eines

Dispensers liegen, kann es zu Interaktio-

nen kommen. In einer Studie wurden die

Effekte untersucht, die auftreten, wenn

Atenolol und ASS Tabletten in einem Fach

zusammen gelagert werden. Sowohl bei

ASS, wie auch bei den Atenolol-Tabletten

wurde eine Verhärtung der Tabletten fest-

gestellt. Unter erhöhter Zufuhr von Luft-

feuchtigkeit kam es auch zu Veränderun-

gen im Aussehen.

Adhärenz:

Obwohl Dosiersysteme ge-

rade die Adhärenz steigern sollen, kann es

wenn noch andere Systeme vom Patien-

ten neben demDispenser benutzt werden

(z. B. weil sich Arzneimittel, wie Tropfen,

Zäpfchen, Inhalatoren etc. nicht für eine

Arzneidosette eignen), durch potentieller

Verwirrung, oder Vergessen zu Adhärenz-

problemen kommen.

Identifikation der dispensierten Me-

dikation:

Durch Umverpackung der Me-

dikation in ein Dosiersystem, ist auch im

Kontext der Rabattverträge nicht immer

ersichtlich, um welche Tabletten es sich

im Dosiersystem handelt. Bei Wechsel der

Medikation, kann es dann schwierig sein,

die dispensierten Tabletten, die auszu-

wechseln sind zu erkennen.

Kindersichere Lagerung des Dispen-

sers muss immer vorausgesetzt werden.

Weitere praktische Tipps, Beratungs-

hinweise und Anleitungen zur Aufbewah-

rung und Handhabung der verschiedenen

Arzneiformen bietet das Buch „Arznei-

formen richtig anwenden“ von Wolfgang

Kircher.

„Was kann ich ab morgen umsetzen?“

Der Beratungsaspekt zur Lagerung von

Arzneimitteln wird in der Apotheke noch

meist sehr stiefmütterlich behandelt. Bei

fast jedem Beratungsgespräch könnte

kurz über die Art der Lagerung der Arznei-

mittel des Patienten eingegangen werden.

Gerade Apotheker und PTA haben hier

durch die ABDA Datenbank eine schnell

verfügbare Hilfe, um Besonderheiten der

Lagerung anzusprechen. Fragen, wie: „Wo

lagern sie Ihre Arzneimittel?“, „Benutzen

Sie eine Arzneidosette und wenn ja wel-

che?“, Wo lagern Sie diese Dosette?“ kön-

nen bei der Arzneimittelabgabe gestellt

TABELLE 2:

Stabilitätskategorien zur Lagerung von Arzneimitteln in Dosiersystemen

des Specialist Pharmacy Service England (CA compliance aid: Dosiersystem); grün: ge-

eignet für ein Dosiersystem, gelb: keine Daten zur Stabilität verfügbar, allerdings gibt es

keine theoretischen Bedenken zur Lagerung in Dosiersystemen, rot: nicht geeignet für

ein Dosiersystem

Green

1. Stability data indicates that the drug is suitable for MCAs and there are no theoretical

concerns with the product.

2. No stability data is available, but manufacturer suggests it is suitable for use in CAs.

Amber

1. Stability data is available in an alternative container (not CAs) that may be extrapola-

ted to support storage in CAs.

2. No stability data is available, the manufacturer does not, or cannot recommend use in

CAs but there are no theoretical concerns with the product.

3. No stability data is available. There are theoretical concerns with use in CAs, which

may be mitigated by risk minimisation.

Red

1. Stability data indicates that the drug is not suitable for CAs.

2. Drug is not suitable for CAs due to theoretical reasons that cannot be mitigated.

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 / AKWL Fortbildung Aktuell – Das Journal

LAGERUNG UND IHR EINFLUSS AUF DIE WIRKSAMKEIT