AKWL MB 2-2014 - 20.02.2014 - page 3

Mit QR-Codes schnell
zur Information:
Inzwischen finden Sie
im Mitteilungsblatt zu
vielen Artikeln auch
die direkte, schnelle
Verlinkung über QR-
Codes. Diese kleinen quadratischen Helfer
liefern Ihnen verschlüsselt Informationen
oder Verlinkungen auf Internetseiten. Und
so nutzen Sie die QR-Codes: Sie benötigen
ein Smartphone/Tablet-PC und ein QR-Code-
Scanner-Programm (kostenlos im App-Store
erhältlich unter „qr code“). Mit dieser App
können Sie den jeweiligen QR-Code scannen
und erhalten dann die darin enthaltenen
Informationen oder Links direkt auf Ihrem
Endgerät zur weiteren Benutzung.
AKWL MB 02/ 2014
3
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vor mehr als zwei Jahren haben wir
den apothekerlichen Nacht- und Not-
dienst in Westfalen-Lippe gründlich
reformiert. Dies hat – Ausnahmen
bestätigen die Regel – zu einer op-
timierten, bedarfsgerechten Vertei-
lung der Notdienst-Apotheken über
unseren Landesteil und einer sehr
deutlichen Entlastung vieler Apothe-
ken-Teams geführt.
Sie erinnern sich vielleicht auch noch
an die ein oder andere Nacht, in der
Sie ohne Not Dienst geschoben ha-
ben. Das ist bei uns Vergangenheit,
aber nicht überall in Deutschland.
Ich spreche regelmäßig mit Kolle-
gen, die in kleinen Städten 50 bis 70
Notdienste pro Jahr absolvieren, mit
durchschnittlich weniger als zwei
Kunden und Patienten.
Nicht dass Sie mich falsch verste-
hen: Der Notdienst ist und bleibt ein
wichtiges apothekerliches Alleinstel-
lungsmerkmal. Darum sorgen wir
in Westfalen-Lippe nach wie vor für
ein dichtes und leistungsfähiges Not-
dienstnetz. Aber Apothekerinnen
und Apotheker werden nicht nur in
der Nacht gebraucht: In Westfalen-
Lippe haben wir jede Nacht etwa
1.200 Kunden- und Patientenkon-
takte, über Tag sind es aber mehr als
350.000.
Wenn jetzt insbesondere die Vertre-
ter der Senioren-Union landauf und
landab das Thema Notdienst für sich
entdecken, dann geht es weniger um
konkrete Bedarfe, sondern um eine
Möglichkeit zur Profilierung. Wer
unterschreibt nicht gerne für mehr
Notdienste bei den Apotheken, für
eine Notarztpraxis im eigenen Quar-
tier oder gleich für einen Rettungs-
hubschrauber an jeder Hauptstraße?
Damit kann man sich prima als Inte-
ressenvertreter profilieren. Schließ-
lich stehen ja auch im Mai Kommu-
nalwahlen an. Ein Schelm, wer Böses
dabei denkt.
Unser Notdienstsystem ist keine eier-
legende Wollmilchsau. Aber es ist ein
optimales Werkzeug, um in Zeiten
eines deutlichen Rückgangs der
Apothekenzahlen – wir sprechen im-
merhin von weit mehr als 100 Schlie-
ßungen allein in Westfalen-Lippe
binnen zwei Jahren – die flächende-
ckende Arzneimittelversorgung rund
um die Uhr zu sichern. Das gilt nicht
nur für uns: Die Kammer Nordrhein
hat zum Jahresbeginn unser System
übernommen, die Kollegen in Schles-
wig-Holstein werden es ab dem Jahr
2015 einsetzen.
Wir verstehen unsere Kammer als fle-
xiblen Dienstleister, der keinem Ge-
spräch ausweicht und für jedes gute
Argument offen ist. Wer jetzt aber
wie die Senioren-Vertreter in Ge-
meinden mit fünf, sechs oder sieben
Apotheken komplett innerörtliche
Notdienstregelungen fordert, über-
spannt den Bogen: Denn Apotheken,
die zum Teil 20 oder 30 Kilometer von
der nächsten Notfallpraxis entfernt
sind, mit 30, 40 oder 50 zusätzlichen
24-Stunden-Dienste zu überziehen,
würde die Versorgung vor Ort nicht
stärken, sondern langfristig schwä-
chen.
Mit kollegialen Grüßen
René Graf
Vizepräsident der Apothekerkammer
Westfalen-Lippe
E-Mail:
Ohne Not Dienst?
Editorial
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