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GOLF TIME
|
1-2018
www.golftime.deTRAINING |
SPORTPHYSIO
DR. CHRISTIAN
HAID
Biomechaniker,
Universitätsklinik
Innsbruck
Sich selbst die
Chance geben
G
olf ist eine eigenartige Sportart. Man
benötigt weder sehr viel Kraft noch
extreme Ausdauer, und doch muss
man Bewegungen über einen langen
Zeitraum gut wiederholbar durchführen
können. Man benötigt Stabilität im Körper
und gleichzeitig die Lockerheit für gute
Schwünge. Demgemäß ist die Vorbereitung
auf die Saison auch etwas anders zu gestalten
als in anderen Sportarten.
Zur
Grundkondition
kommt man relativ
leicht. Spaziergänge und Wanderungen genü-
gen, man sollte darauf achten, dass die Zeit-
dauer einer Golfrunde entspricht. Leichtes
Lauftraining ist ebenfalls eine Möglichkeit,
die Belastungen sind intervallförmig zu
setzen, da das eher golfspezifisch ist.
Ein
Stabilitätstraining
ist einfach durch-
zuführen, es ist auch schon ein Fortschritt,
wenn man lernt, seine Rumpf- und Bein-
muskeln wieder koordiniert einzusetzen. Um
besser vorbereitet in die Saison zu gehen, ist
es schon hilfreich, mit wenigen Übungen die
wichtigsten Muskelgruppen anzusprechen.
Man wird dadurch zwar nicht wesentlich
stärker, aber die koordinativen Fähigkeiten
werden verbessert.
Im Golfschwung benötigen wir
Bewegungs-
geschwindigkeit
. Wann haben Sie sich das
letzte Mal schnell bewegt? Sie können im
Stand laufen und das Tempo steigern, Sie kön-
nen Drehsprünge machen. All das hängt von
Ihrer körperlichen Verfassung ab. Beginnen
Sie schnelle Drehbewegungen zu machen, wir
benötigen diese für weite Schläge.
Und nun noch zur
Lockerheit
. Sobald Sie die
Möglichkeit haben, Bälle zu schlagen, küm-
mern Sie sich nicht um die Schlagweite. Das
führt zu Verkrampfungen. Nehmen Sie sich
vor zu „blödeln“, den Schläger unkontrolliert
pendeln zu lassen. Nehmen Sie sich die Frei-
heit, den Ball nicht gut zu treffen, erlauben Sie
sich unkontrollierte Bewegungen. Zielen Sie
nirgendwo hin, Sie werden schon sehen, wo
der Ball landet (grobe Ausrichtung des Kör-
pers für die Schlagrichtung ist schon notwen-
dig). Halten Sie den Schläger ganz locker. Sie
werden spüren, dass bei gutem Ballkontakt ein
wunderbares Gefühl der Leichtigkeit entsteht.
Geben Sie sich die Chance, diese Saison
unverkrampft zu starten. Golf soll Freude
machen, und aus der Lockerheit entstehen die
schönsten Schläge. Sie werden merken, dass
mit dieser Einstellung auch der Schlagrhyth-
mus verbessert wird, denn bei minimiertem
Krafteinsatz sind wir gezwungen, uns an die
Schwingungsdauer des Schlägers anzupassen.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten und
freudigen Einstieg in diese Golfsaison.
GT
INFO
christian.haid@i-med.ac.atMAN BENÖTIGT …
» … die Grundkondition, um
18 Holes durchzustehen;
» … Stabilität in den Beinen
und im Rumpf, um wieder-
holbare Bewegungen zu
ermöglichen;
» … Bewegungsgeschwindig-
keit, um weite Schläge zu
ermöglichen;
» …Lockerheit, um die Bewe-
gungen nicht zu behindern.




