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Page Background WWW.APOTHEKERSTIFTUNG.DE

Weitere Informationen

zur Studie und anderen

geförderten Projekten

der Apothekerstiftung

finden Sie unter www.

apothekerstiftung.de

>

Bewohner von Altenwohnheimen

weisen oft Risikofaktoren für das

Auftreten arzneimittelbezogener

Probleme auf. Polymedikation,

Multimorbidität sowie fortgeschritte-

nes Alter und erhöhte Pflegebedürf-

tigkeit spielen eine große Rolle.

Medikationsanalysen und Medikati-

onsmanagement können die Thera-

piequalität und die Arzneimittelthe-

rapiesicherheit erhöhen. Besonders

bei dieser Patientengruppe scheint

eine Anwendung sinnvoll, wird in der

alltäglichen Praxis aber selten

realisiert.

Genau hier setzt die von der Apothe-

kerstiftung Westfalen-Lippe geförderte

AMBER-Studie an. Ziel der seit Juli 2016

geförderten Studie ist es, Apotheker/in-

nen ein strukturiertes Medikationsma-

nagement zu erleichtern und die Imple-

mentierung in die Regelversorgung zu

unterstützen. Das Projekt wird von der

Apothekerin Susanne Erzkamp durchge-

führt und wissenschaftlich von Olaf Rose,

PharmD., betreut.

Besonderen Wert wird in der AMBER-

Studie auf Praxisnähe und Patientenrele-

vanz gelegt. So wurden in der ersten, be-

reits erfolgreich abgeschlossenen Phase

Interviews mit Ärzten, Pflegefachkräften,

Apothekern und Patienten durchgeführt,

um häufige und relevante Probleme im

Medikationsprozess von Altenheimbe-

wohnern zu entdecken. Die Studienidee

und erste Ergebnisse dieser Interviews

wurden bei der 10. Arbeitskonferenz des

Pharmaceutical Care Network Europe

(PCNE) in Slowenien vorgestellt und mit

dem PCNE-Posterpreis ausgezeichnet. Die

Berücksichtigung der verschiedenen Pers-

pektiven soll eine hohe Praxisrelevanz si-

cherstellen. Welche Probleme sind häufig?

Wo sehen die verschiedenen Berufsgrup-

pen und Patienten die größten Risiken?

In Phase II wird derzeit eine Litera-

turrecherche durchgeführt. Was sagen

internationale Studien? Welche Probleme

werden oft detektiert? Die Literaturer-

gebnisse werden mit den Ergebnissen

aus Phase I abgeglichen, wichtige Aspek-

te ergänzt. Auf dieser Datenbasis wird

ein Algorithmus entwickelt, der eine Me-

dikationsanalyse in einer angemessenen

Zeit ermöglichen soll und mit dessen

Hilfe häufige und relevante Probleme

möglichst umfassend entdeckt und ge-

löst werden sollen. Die Effektivität dieses

„Werkzeugs“ wird im Anschluss getestet,

als Maß dient die Reduktion von arznei-

mittelbezogenen Problemen.

Die praktikable Arbeitshilfe soll am

Ende der Studie – der Förderungszeitraum

durch die Apothekerstiftung endet im De-

zember 2018 – entwickelt und evaluiert

sein und leicht von heimversorgenden

Apotheken angewendet werden können.

Ein effizientes und strukturiertes Medika-

tionsmanagement soll so ermöglicht wer-

den und Apotheken unterstützen, damit

sie sich stärker in die Arzneimitteltherapie

und in die interprofessionelle Zusammen-

arbeit in Altenwohnheimen einbringen

können. Der Patientennutzen soll dabei

im Vordergrund stehen. <

Apothekerin Susanne Erzkamp (l.)

präsentierte das Poster zur AMBER-Studie, das bei der 10. Arbeitskon-

ferenz des Pharmaceutical Care Network Europe (PCNE) in Slowenien mit dem PCNE-Posterpreis ausgezeich-

net wurde.

„AMBER-Studie“ erhält PCNE-Posterpreis

Von Apothekerstiftung Westfalen-Lippe gefördert

APOTHEKERSTIFTUNG

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/ AKWL

Mitteilungs

blatt

02-2017