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zu uns, und letztere bat uns etwas zu singen.
W ir sangen das schöne Terzett aus Cosi van Tutti:
»Soave sia il vento« zweimal; das erstemal wollte es
nicht recht gehen. Es fehlte wenig, dass ich bey
diesem Terzett nicht Thränen vergoss. Alle alten
Erinnerungen schwebten meiner Seele so lebhaft
vorüber. Auch die ändern schienen etwas ähn
liches zu empfinden. Tuteins waren an diesem
Tage ganz so freundschaftlich wie ehemals, als
wäre gar nichts vorgefallen.
Selbst er sprach
einige Wo rte zu mir, und sorgte bey Tische ordent
lich für mich, dass ich von mehreren Gerichten
zu essen bekam. W ir tranken Caffee und Thee
beim Jäger, wobey wir uns über drei Stunden auf
hielten , da der grösseste Theil der Gesellschaft
zum Spazierengehen keine Lu st hatte. Endlich
gegen 7 Uhr ging die ältere Pauline mit Madam
Andersen, der jüngeren Pauline, Meder und wir
nach Bruns. Julie und J e tte kamen uns nachge
rannt. Ich wollte die Nacht bey Bruns bleiben
um den folgenden Morgen mit ihm zur S tad t zu
fahren; es war aber kein Platz im Wagen. Also
begleitete ich Tuteins wieder zurück um mit Mol-
denhawers zu fahren, da ein schweres Gewitter
aufstieg. Moldenhawers waren aber schon weg.
»Wollen Sie mit uns fahren?« fragte mich Peter
Tutein. Ich war wie vom Himmel gefallen und
konnte in der Geschwindigkeit keine Antwort fin
den. Natürlicherweise nahm ich es an. Julie und




