GOLF TIME 4/2019

Die GOLF TIME Ausgabe 4/2019 als E-Paper, Erscheinungstermin 01.07.2019.

TRAINING 13 SEITEN TIPPS & TRICKS

22. JHG. | AUSGABE 4 | JUli 2019 € 6,00 | CHF 7,50 | US $ 8,00

4-2019

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Teneriffa das ganzjährige golf-paradies

KämpfeR HErz Allen John über die herAusfordernde, Aber erfolgreiche rückkehr in den profi-zirkus ITAlIAN AFFAir

ROBO TEST Bälle 15 BällE AUF dEm prüFStAnd dUrCH mEnSCH & mASCHinE

Wie AndreA pAvAn bei der 31. bMW int. open dAnn doch noch Allen dAvon fuhr

Galaktisch HOMESTORY ExklusivEr bEsuch bEi DEutschlanDs lpga-tour-Export sanDra gal in floriDa

schwungstudie Tiger woods interview dieTer Thoma turnierserien samsoniTe-finale auf mauriTius golfregeln bunker-falle

Cyan Magenta Yellow Black

EDITOR’S INTRO

Karriere 2.0

lebensabschnitt Schon einmal Gedanken darüber gemacht, was nach Ihrer Golf-Karriere auf dem Plan steht? Wie es weitergeht mit dem momen- tanen Lebensstandard? Und was Sie künftig machen müssten, um genauso gut weiterleben zu können wie bisher? Ich weiß schon, Sie leben nicht vom Golfspielen, daher ist diese Frage eher rhetorischer Natur. Aber den Tausenden Pros auf den verschiedensten Touren weltweit stellt sich irgendwann einmal ganz gewiss, spätestens wenn der Körper nicht mehr mitspielt, die Gretchen-Frage: Wie geht’s danach weiter? Es ist ja nicht jeder so fit, dass er noch mit über 60 Golf auf höchstem Niveau spielen kann, wie z. B. Bernhard Langer, 61. Und selbst ein Tiger Woods, 43, bewundert „Bernie“ wegen seiner grandiosen Leistung auf der PGA Tour Champions. Auch wenn sich Tiger über seinen künftigen Lebensstandard keine Sorgen machen muss. Anders ist es da schon bei „normalen“ Pros, die sich nach der aktiven Laufbahn schon entsprechende Alternativen aufbauen, wollen sie nicht bis an ihr Lebensende auf der Driving Range stehen.

„Anders ist es da schon bei ,normalen‘ Pros, die sich nach ihrer aktiven Laufbahn schon entsprechende Alternativen auf­ bauen, wollen sie nicht bis an ihr Lebensende auf der Driving Range stehen“

Marcel Siem, 38, hat jetzt einen ersten Schritt für die Zeit mit zwei Karrieren gemacht. Auch wenn dieser Sport weiterhin sein Leben bestimmen wird, so ist sein Start-up, die Generalvertretung für Huxley Golf in Deutschland und Österreich, ein erster und auch logischer Schritt zur Zukunfts- Absicherung. Gemeinsam mit seiner Frau Laura hat er die „Marcel Siem Golf Experience“ gegründet. Der vierfache European-Tour-Sieger ist glücklich, neben seiner noch aktiven Laufbahn mit Trainer

NEUES BUSINESS Laura und Marcel Siem beim Start-up ihrer „Golf Experience“

André Kruse und Caddie Yusuf „Jupp“ Kaya auch schon für seinen zweiten golferischen Lebensabschnitt ein passendes Team gefunden zu haben (lesen Sie bitte die Kolumne „Immer neue coole Typen“ auf Seite 40 und den Bericht „New Business“ auf Seite 92). Wir wünschen Marcel zu seinem Start-up alles Gute, viel Erfolg und weiterhin natürlich eine Menge Birdies – wo auch immer, Ihr

Oskar brunnthaler Chefredakteur

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In halt

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COvEr 22 Homestory: Zu Besuch bei LPGA Tour- Proette Sandra Gal in Florida. Im Interview erklärt sie, was sie auf und abseits des Platzes benötigt, um sich richtig wohlzufühlen. 28 31. BmW InternatIonal open: Über- raschungssieger Andrea Pavan schlug im Stechen Matthew Fitzpatrick. 32 IntervIeW: Allan John über den nicht ganz einfachen Weg zurück auf die Profi-Tour. PrODUKTE 34 roBotest: 15 Bälle der führenden Hersteller auf dem Prüfstand durch Mensch & Maschine. 40 neWs: Präsentation der neuesten Equipments auf dem deutschen Markt. CLUBS 48 DeutscHe puttlIga: In der sechsten Saison findet die beliebte Serie deutschlandweit in rund 100 Clubs statt. 50 after Work golf cup: Ein Blick auf die imposanten Zahlen und Fakten zu Deutsch- lands größter 9-Loch-Turnierserie. 52 Der ÖscHBergHof: Saisonstart zum Grand Opening anlässlich des 30-jährigen Jubiläums.

22 SaNdra gal Überglücklich am Strand von Sarasota, Florida, ihrem neuen Wohnsitz

die neuesten Modelle iM Härtetest ab seite 34 ROBOTEST BÄLLE

54 samsonIte golf cluB tour: Großes Finale im Constance Belle Mare Plage auf Mauritius.

28 31. BMW INT. OPEN Wie Andrea Pavan das Feld von hinten aufrollte

64 BrosIs cHallenge: Das

Geschwisterpaar Karolin und Moritz Lampert zum dritten Mal ungeschlagen.

STANDArDS 5 Editor’s Intro / 8 Foto-TIME / 10 Go ask ... Dieter Thoma / 12 Countdown / News / 20 Tweet it / 65 Götz-Zitat / 91 Cartoon / 92 Tea-TIME / 95 Börsen-TIME / 96 Impressum / 98 TIME-OUT

60 STaNglWIrT

Golfness im Spa- und Wellness-Tempel am Wilden Kaiser

HOTEL 60 stanglWIrt: Golfen und Wellness am Fuße des Wilden Kaisers in Tirol. rEISE 66 tenerIffa: Ganzjähriges Golfparadies auf der größten Kanaren-Insel. 72 golf tIme tours: Mit unserem hauseigenen Golfreise-Veranstalter auf Reisen gehen. TrAINING 78 scHWungstuDIe: Danny Wilde über Tiger Woods’ angepassten Power-Swing. 80 tHe move acaDemy: Jonathan Taylor – was eine effiziente Beinbewegung mit einem Karussell zu tun hat.

82 profItIpp: Tour-Pro Maximilian Kieffer

erklärt, wie Sie am besten aus dem Bunker mit einer hohen Kante spielen.

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83 mattHIas scHWaB: Eisen 4 oder Hybrid – mit welchem Schläger der Amateur am besten zurechtkommt.

PrOdUkTE komplette Strecke quam nobis modit, non nonse- qu idebit lici coress PrOdUkTE Aktuelle Schläger, kompakte Trolleys und viel Interessantes mehr im Fokus

84 kagamI: Nie wieder slicen – die Lösung liegt im Abschwung.

86 kurt scHÖnWalD: Wie Sie mehr Putts entlang eines Breaks sicherer verwandeln.

87 Dr. norBert DeHoust: Kann die Hüfte jede Schwungempfehlung Ihres Pos mitmachen?

88 aaron leItmannstetter: Der Tour-Pro erklärt, wie Sie am besten die Rechts-Links- Kurve umsetzen. TEATIME 92 neW BusIness: Marcel Siem über sein Start-up, die „Marcel Siem Golf Experience“. 93 cHarIty: Spenden-Regen mit vielen Promis im GC St. Eurach und mit einem „jodelnden“ Club-Präsidenten Erhard Heck.

78 TIgEr WOOdS Danny Wilde analysiert den neuen Schwung

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TENErIffa Warum die größte Kanaren-Insel ein ganzjähriges Golf- Paradies ist

des 15-fachen Major-Siegers

fOTO TimE

ErST Mal gOlfEN Donald Trump und Shinzo Abe gehen im Mobara Country Club auf die Runde

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ZwEI GOLFFrEUNDE ... Sport stand im Fokus beim Staatsbesuch von U.S.-Präsident Donald Trump in Japan. Neben einem Besuch beim Sumo-Ringen ging es für Trump und Japans Minister- präsident Shinzo Abe auf den Platz des Mobara Country Clubs in Chiba südöstlich von Tokio. Es war bereits die fünfte Golf- runde, die die Golffreunde Trump und Abe miteinander bestritten haben. „Großartiger Morgen mit Golf mit Premierminister Shinzo Abe“, twitterte der leidenschaftliche Golfer Trump. Er kam dabei spielerisch

scheinbar mit ordentlich Rückenwind nach Japan. Nur kurze Zeit vorher erschien in seinem Profil die erste vorgabewirksame Runde des Jahres. Und was für eine: 68 Schläge. Unter Par. Auf einem Platz mit einem Slope von 139. Stolze 28 Schläge besser als die bisher letzte eingereichte Runde. Ging alles mit rechten Dingen zu? Angeberei? Fake News? Schnell war klar: Trumps Account wurde übernommen und ein falscher Post erstellt. Dieses Mal konnte der Präsident wirklich nichts dafür. Gt

Fotos: GettyImages (3), Twitter (2)

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COUNTDOwN NEWS LEUTE hIGhLIGhTS

dein leben steht auf dem Spiel und es gilt, einen downhill-Putt mit star- kem Break aus drei Metern zu lochen. du darfst den Putt nicht ausführen – wen wählst du für diese aufgabe? Jeden anderen außer mir. Wie das, gibt es da etwa Handicaps? Wie beim Skispringen habe ich jetzt als Hobby-Golfer weite Abschläge, ähnlich meinen weiten Sprüngen. Allerdings beim kurzen Spiel und Putten habe ich so meine Schwächen, so wie einst beim Skispringen der Telemark mein Handicap war. auf welchen Sprung deiner karriere bist du besonders stolz? Da gibt es einige, aber emotional hat mich der Finalsprung bei den Olympischen Spielen 1994 geprägt, weil ich trotz vieler Widersprüche und Verletzungen die Umstellung auf den V-Stil erfolgreich geschafft hatte. Nur sehr wenige haben mir das zugetraut. Und beim golfen, gibt es da einen unvergesslichen Schlag? Meinen unglaublichen Longest Drive von 348 Meter bei der Kinsi-Trophy in Alcaidesa. Extremer Rückenwind und trockener Boden haben mir 100 Meter mehr geschenkt als üblich. rückenwind ist aber für Skispringer eher kontraproduktiv. Rückenwind ist absoluter Horror. Ähnlich wie bei Flugzeugen erhöht der Gegenwind den Auftrieb der Skispringer und verbessert die Flugeigenschaften.

Dieter Thoma beim Interview mit Oskar Brunnthaler im Constance Belle Mare Plage

Wie ist das Verhältnis zum Material, also zum Ski bzw. zum golfschläger? Man baut eine emotionale Bindung zum Gerät auf, weil das Material die erlernten Fähigkeiten bestmöglich ausführen sollte. Das gilt sowohl für den Ski als auch für den Golfschläger. Allerdings ist das Vertrauen zum Ski viel wichtiger, weil die Verletzungsgefahr beim Skispringen wesentlich höher ist. Was wärst du geworden, wenn nicht Skispringer? Ich habe zwei Berufe gelernt, aber wäre im Sport geblieben und hätte eventuell das Skizentrum-Thoma meines Vaters übernommen. Welche übernatürlichen kräfte hättest du gerne? Fliegen natürlich, wie Superman oder Ironman. Nein, eher wie ein Adler! Dass das Skispringen etwas ganz Besonderes ist, was keiner so leicht nachmachen kann. Und das Leben sich zwischen extremen Gefühlen und Überwindungen abspielt. Was wärst du lieber geworden: Skispringer oder golf-Profi? Schwierige Frage, ich liebe den Wintersport, das Skispringen und das Besondere. Aber mit ähnlichem Talent hätte mich Golf auf Weltklasseniveau im Nachhinein fast noch mehr gereizt. Was kannst du aus deiner lebens- erfahrung unseren lesern mitgeben? Es ist einfacher, sich selbst zu ändern als die vielen anderen. Wie bewertest du die jeweiligen Situationen im Leben für dich: subjektiv, positiv oder negativ? Das entscheidet über dein Handeln. Gt das Tollste am leben eines Skispringers?

Go Ask Dieter fun-talk Dieter Thoma blickt zurück auf ein hartes, abenteuerliches, aber auch spannendes „Up and Down“– die Basis für sein abwechslungsreiches Leben.

gibt es Sprünge, die du gerne wiederholen würdest?

Dieter Thoma, 49, war 1990 Skiflug-Weltmeister und Sieger der Vierschanzen- Tournee, Olympiasieger 1994, Weltmeister 1999 und ist seit

Ja, sehr viele, am eklatantesten war’s bei der WM 89 in Lahti, wo ich als Favo- rit meinem Servicemann aus Slowenien blind vertraute. Der Ski war viel zu langsam und ich hatte keine Chance auf weite Sprünge.

knapp 20 Jahren Hobby-Golfer (Hcp 8,9). Der Schwarzwälder war auf Mauritius der Star- gast des Finales der Samsonite Golf Club Tour, powered by GOLF TIME. Seine Lebens-Maxime: „Wer mit einer Hand an der Vergangen- heit festhält, hat nur eine für die Zukunft frei.“

gab’s da konsequenzen?

Ich habe gelernt, mich um wichtige Voraussetzungen für den Erfolg selbst zu kümmern.

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Wie unsere sensationellen, aber auch extrem teuren geschmiedeten 0311 Eisen stecken die neuen 0211 Eisen voller patentierter PXG-Technologie und einem akribischen Verarbeitungsprozess, der einzigartig für PXG ist. Das Resultat ist Performance, die einfach nur beeindruckend ist.

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JuBiläum! Ohne Mitgliedschaft eine Runde auf einem erstklassigen und hochwertigen 18-Loch-Platz zu spielen, ist mittlerweile keine große Sache mehr. Es gibt durchaus Optionen. Vor 25 Jahren war das anders. Denn bis zum 16. Oktober 1994 hatten es die clubfreien Golfer im Münchener Umland nicht so leicht. Dann kam der damalige Geschäftsführer August Heitmeier und packte an. 1992 wurde der renommierte Golfplatzarchitekt Peter Haradine beauftragt, in der Landschaft des Dachauer Mooses einen Golfplatz zu planen. Nachdem man sich mit den Grundstücks- besitzern geeinigt hatte, kam im Oktober 1993 die Baugenehmigung. Am 16. Oktober 1994 folgte die Einweihung des Platzes Eschen- hof, der ursprünglich den Projektnamen „Eschenried 2“ trug. Der erste öffentliche Golfplatz Münchens öffnete seine Pforten – ein historisches Datum. Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden am 7. September 2019 im Rahmen eines Turniers statt. Diverse Aktionen begleiten den Eschenhof schon das ganze Jahr über.

Gary Woodland stand am Finalsonntag der U.S. Open auf dem 17. Grün des Pebble Beach Golf links und hatte eine selbst für tour-Profis unangenehme und nicht ganz alltägliche aufgabe zu bewältigen: Sein Ball kam auf der rechten Seite des Grüns zum liegen, dessen Form an eine acht erinnert. Der direkte Weg zur Fahne, die traditionell auf der von den Spielern aus gesehen linken Seite des Grüns gesteckt war, war versperrt. Woodland musste diese aufgabe unter maximalem Stress mit dem lob Wedge lösen.  Während der langen Geschichte der U.S. Open auf diesem Platz haben sich auf dieser Spielbahn legendäre Szenen abgespielt. Jack nicklaus kam am Finalsonntag der austragung 1972 mit einer Führung von einem Schlag ans tee, sein Eisen 1 traf den Flaggstock, nicklaus spielte das Birdie und konnte die 18 absolut stressfrei bestreiten.  auch Woodland hatte zwei Schläge Vorsprung nach 16 gespielten löchern, auch er fabrizierte einen Schlag, der in die Geschichte eingehen wird. Woodland spielte zwar kein Birdie, doch sein Chip ging fast ins loch. Ein Par mit der Folge, dass die 18 zwar nicht stressfrei zu bestreiten war, aber zumin- dest stressreduziert. Der amerikaner versenkte auf der 18 sogar noch zum Birdie.  Es war die Kür eines wahrlich harten arbeits-

Ach, hANk …

haney wurde vom Sender sus- pendiert und entschuldigte sich kleinlaut. Auch Ex-Schüler Tiger Woods schaltete sich ein: „Er hat gesagt, was er denkt und be- kommen, was er verdient.“ Gewonnen hat das Turnier am Ende übrigens Jeongeun Lee, der haney gratulierte: „Ich wusste, du würdest gewinnen.“

Er nehme einmal an, dass eine Koreanerin die U.S. Women’s Open gewinnen wird, prognos- tizierte Hank Haney , ehemaliger Trainer von Tiger Woods, in einer Radio Show vor dem Damen- Turnier. „Ich kann sowieso keine sechs Spielerinnen auf der LPGA Tour nennen. Bei dem Namen Lee hätte ich wahrscheinlich schon einen haufen, oder?“ Die Flutwelle der negativen

Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. Die sozia- len Medien brodelten, unter anderem Michelle Wie äußerte sich bestürzt. Sie twitterte: „Rassismus und Sexismus sind ganz sicher nicht lustig.“

tages, an dessen Ende Gary Woodland seinen ersten Major-Pokal in Empfang nehmen durfte. Woodland bestand die nervenprobe mit etlichen Major- Siegern im nacken.

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Mal wieder Kuchar

MaTT kUCHar war in diesem Jahr bereits durch öffentliche Gehaltsdebatten mit einem mexikanischen Caddie sowie eine unglückliche Lochspiel- Situation mit Sergio García aufgefallen. Beim Memorial Tournament stand der Amerikaner wieder nicht wegen seines Golfspiels im Mittelpunkt. Kuchars Ball lag in Runde eins in einer Pitch- marke, eine straflose Erleich- terung durfte er aber nicht in Anspruch nehmen. Denn die Regel greift nur, wenn der Ball in der von ihm verursachten Pitch-Marke zur Ruhe kommt, und nicht – wie in Kuchars Fall – in einer alten.

Kuchar kannte die Regel, fragte dennoch nach einem Free Drop. Seine merkwürdige Argumen- tation: „Als ich die Zeitlupe sah, dachte ich, vielleicht hat der Ball beim Aufprall eine beste- hende Pitch-Marke, in der er zur Ruhe gekommen ist, weiter vergrößert, deshalb habe ich den Offiziellen gerufen. Ich dachte, vielleicht wäre das ein neu eingebetteter Ball.“ Der Offizielle glaubte nicht an dieses Szenario. Kuchar fand sich nach zehnminütiger Dis- kussion mit der Entscheidung des Regeloffiziellen ab. Schwach.

Fast vergessene sieger der BMW Open

1989 DavID feHerty

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COmEBaCk

1990 & 1991 paul azInger

BErNd WIESBErgEr hat sich eindrucksvoll auf der European Tour zurückgemeldet. Der zuletzt ein Jahr lang verletzte Österreicher fand bei der Made in Denmark zurück zur Stärke vergangener Tage und gewann seinen fünften European-Tour-Titel. Wiesberger war im vergangenen Jahr wegen einer Hand- gelenksverletzung sieben Monate ausgefallen und stemmt nun, bei seinem 13. Start seit seinem Comeback, wieder einen Pokal gen Himmel. „Ich habe es nicht kommen sehen“, erklärte er. „2018 war ein hartes Jahr. Gewinnen ist nie einfach. Es bedeutet mir wahnsinnig viel. Wenn man darüber nachdenkt, was im vergangenen Jahr vor sich ging. Ich hatte so viele großartige Leute, die mir geholfen haben, mich dorthin zurückzubringen, wo ich jetzt wieder bin. Ich hatte so viel Unterstützung, es war fantastisch,

titel und platzrekOrd! Die 79. Internationale Amateurmeister- schaft der Damen (IAM) sorgte im Hamburger GC Falkenstein für Spannung bis zum letzten Schlag. Mit vier Birdies in Serie und einem neuen Platzrekord holte sich Sarina Schmidt vom GC München Valley den Titel. „Dieser Titel bedeutet mir richtig, richtig viel, weil sich endlich auszahlt, was ich an Arbeit in der letzten Zeit investiert habe“, kommen- tierte Schmidt ihren bislang größten internationa- len Sieg.

1995 frank noBIlo

und ich bin stolz darauf, es auf diese Weise zurückzuzahlen. Ich muss mich bei vielen Menschen bedanken, die im letzten Jahr für mich da waren.“ Für den Sieg wandert ein Preis- geld in Höhe von 500.000 Euro auf sein Konto.

2001 JoHn Daly

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2009 nIck DougHerty

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der gOlfTesT George Coetzee, viermaliger sieger auf der tour, spricht im Golftest über die unangenehmsten erlebnisse seiner laufbahn.

Jemals mit Kater gespielt?

Einmal während der BMW International Open in München. Ich bereue es bis heute. Ich war bei der Players’ Party und meine Frau hat irgendwann um 3 Uhr angerufen und gefragt, wo ich bin. Als ich gegen Mittag am Abschlag erschien, haben die Leute applaudiert und ich habe mir gedacht: Hört auf, das habe ich nicht verdient. Ich habe eine 70 (-2) geschossen, aber mein Golfschwung hat sich danach erst mal verabschiedet. Das habe ich noch nicht geschafft. Mein Bestwert ist eine 61 in einer Freizeitrunde und eine 62 in St. Andrews, was Platzrekord bedeutete. Leider hat Ross Fisher ihn vor zwei Jahren unterboten. Nein, aber ich habe bereits 9&7 verloren. Wir lagen zwei down nach einem Loch, weil ich 16 Schläger dabei hatte. Es müssten drei sein. Oder zwei? Ich kann mich an eine Privatrunde erinnern, als ein eher bescheiden getroffener Ball ins Loch ging. In Fancourt ist auch mal ein Ball ins Loch gegangen. In einem Turnier ist es mir noch nicht gelungen. Ich war in Bulgarien einmal nah dran, ich hätte einen Traktor gewonnen. Aber da ich keine Farm habe, hätte dieser mir eh nichts gebracht. Ja, auf der Sunshine Tour. Das Hotel war direkt neben einem Casino, in dem ich bis Mitternacht Poker gespielt habe. Meine Startzeit war 12.20 Uhr und ich bin 20 Minuten vorher aufgewacht und war zehn Minuten zu spät auf der Anlage. Zum Glück gab es eine Verzögerung. Das Lustige war, dass ich das Turnier gewonnen habe. In Florida habe ich meinen Ball ins Wasser ge- hauen. Der starke Wind hatte Wellen zur Folge. Der Ball steckte am Ufer fest, hat sich wegen der Wellen aber stetig bewegt. Der Offizielle meinte, er wäre spielbar. Lustige Geschichte: Ich hatte einen Albatross mit dem zweiten Abschlag. Meine Kumpels standen noch ums Grün, als der Ball aus gut 200 Metern ins Loch fiel. Natürlich habe ich ihnen nicht erzählt, dass ich meinen ersten Ball verloren hatte. Zwei Stunden habe ich die Lüge durchgezogen. Bei einem Jugendturnier hatte ich eine 9 auf der Karte. Gleich im Anschluss folgte ein Par 3, auf dem ein Eisen 9 der richtige Schläger war. Das war kein gutes Omen. Ich habe vier Bälle im Wasser versenkt und eine 14 fabriziert.

HOrder legt nacH

ergebnis birdie

Im GC München Valley im Süden der bayerischen Landes- hauptstadt gingen die Bayerischen Meisterschaften der Mädchen in den Altersklassen 12 bis 18 über die Bühne. Als besondere Belohnung gab’s für die Siegerinnen der AK 14, 16 und 18 Startplätze beim Pro-Am der BMW International Open. Großes Golf spielten bei den Mädchen der AK 18 vor allem die Mädchen aus dem austragenden Club. Mit einem Gesamtscore von 9 unter Par nutzte Chiara Horder , die amtierende deutsche Lochspielmeisterin, ihren Heimvorteil und sicherte sich verdient den Titel in der AK 18. Zusätzlich durften sich aline Brede, Magdalena Maier und Horder über einen der oben erwähnten Startplätze beim Pro-Am der BMW International Open freuen. Das nächste Highlight in München Valley folgt: Im GC München Valley findet im August die Offene Deutsche Meisterschaft statt.

Wie sieht es mit einer 59 aus?

ergebnis Par

Schon mal mit 10&8 verloren oder gewonnen? Wie viele Asse stehen in der Bilanz?

ergebnis Par

ergebnis Par

Schon mal die Startzeit verpasst?

ergebnis eagle

TOP-ergebnisse! 17 Nationen waren im GC St. Leon-Rot vertreten, um den Titel der 16. Auflage der allianz german Boys & girls Open zu erspielen. Bei den Jungs siegte der Ire luke O’Neill mit einem Gesamtergebnis von elf unter Par vor Philipp katich vom gastgebenden GC St. Leon-Rot. Bei den Damen gab es einen italienischen Doppelsieg. Emilie Paltrinieri siegte vor Benedetta Moresco , die sich gemeinsam mit lydia Volkmer aus dem G&LC Berlin Wannsee die Silbermedaille teilte. Jörg Schlockermann, Vor- stand Kommunikation des Deutschen Golf Verbandes (DGV), war beeindruckt von der Qualität und den Ergebnissen der

Der ungewöhn- lichste Ort, an dem du deinen Ball gefunden hast? Wie sieht die Albatross- Bilanz aus?

ergebnis birdie

ergebnis birdie

Jemals ein zweistelliges Ergebnis auf einem Loch ein- gefahren?

ergebnis birdie

Teilnehmer. „Dass wir so viele hervorragende Scores bestaunen durften, ist ein Zeichen für die Zugkraft dieses Turniers.“

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TOTal -6

Ein starker Auftritt des Südafrikaners, der neben drei Sockets in diesem Jahr bereits drei Schläger zerbrochen hat.

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Esther Henseleit hat ihren ersten Profisieg eingetütet. Die 20-Jährige holte sich den Titel bei der Skafto Open der LET Access Series. Henseleit beendete das Finale mit 64 Schlägen (–5) und schraubte ihr Gesamtergebnis in Schweden nach der dritten und letzten Runde auf elf unter Par. „Der Pokal ist relativ schwer“, freute sich Henseleit über ihre erste Profi-Trophäe. „Es war ein guter Tag heute, vor allem mit dem Putter. Ich glaube, ich hatte 23 Putts oder so. Ich bin sehr froh, dass dieser Tag so endet. Es wird noch dauern, bis ich realisiere, dass ich gerade meinen ersten Profititel geholt habe.“ Henseleit, erst seit dem Saison- auftakt Profi, hatte in diesem Jahr mit sechs Top-10-Platzierungen, Platz drei in der Saisonwertung der Ladies European Tour und dem ge- schafften Cut bei der U.S. Women’s Open bereits für Furore gesorgt. DEBüT-SiEg

DREI FRAGEN AN… Rickie Fowler

dUSTIN JOHNSON hat sich von Trainer Claude Harmon III getrennt. Der Ame- rikaner hatte fünf Jahre lang mit den Harmons gearbeitet, zunächst mit Trai- nerlegende Butch Harmon, dann mit dessen Sohn Claude III. Im vergangenen Jahr hatte Butch, 75, entschieden, sich vom Tour-Geschehen zurückzuziehen. Claude übernahm die meisten Klienten. Johnson will aber in Zukunft nur noch mit Butch, dem er regelmäßig Videos schickt, kooperieren. Zusätzlich betreut ihn sein früherer Coach Allen Terrell, der ihn bereits seit mehr als 15 Jahren kennt. So ganz ohne Nebengeräusche verlief die Trennung nicht. Berichten zufolge war Harmon III überrascht davon, dass sich sein Schützling bereits vor der PGA Championship Rat von Terrell, der gleichzeitig Direktor der Dustin Johnson Golf School in South Carolina ist, geholt hatte. Seine Anrufe bei Johnson blieben unbeantwortet. trennung per sMs

du warst schon immer einer der favoriten für die jüngeren fans. Macht dich das besonders stolz? Es ist unglaublich. Es ist eine tolle Erfahrung, die besondere Unterstützung der Kids zu haben und eine Art Vorbild zu sein. Ich kann mich noch an meine Vorbilder erinnern und es macht mich stolz, jetzt selbst in diese Rolle zu schlüpfen. Ich sehe es als eine wichtige Aufgabe an, dazu beizutragen, dass Golf weiter wächst. Eure generation ist mit Tigers Erfolgen groß geworden. Ihr alle habt gesagt, dass es groß- artig wäre, sich mit ihm einmal zu messen. Hat sich daran seit seinem Masters-Sieg etwas geändert? Nein, es ist für alle Beteiligten großartig, dass Tiger zurück und gesund ist. Was er geleistet hat, ist für Golf allgemein unheimlich wichtig. Manchmal kritisiert man dich dafür, zu nett zu deinen kontrahenten zu sein. Hat das deiner Meinung nach negative auswirkungen auf die leistungen, wenn es darauf ankommt? Ich liebe denWettbewerb und ich liebe es umso mehr, mich mit den Besten der Welt zu messen und sie vielleicht sogar zu besiegen. Aber wenn meine Karte unterschrieben ist, habe ich alles in meiner Macht stehende gegeben. Dann ver- wandle ich mich zum Zuschauer. Wir sitzen zusammen, schauen uns das Geschehen an, fiebern mit, werfen uns lustige Sprüche um die Ohren. Das genieße ich sehr.

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Eine Textnachricht besie- gelte die Trennung. Harmon arbeitet nach wie vor auch mit Brooks Koepka, aktuell die Nummer eins der Welt, zusammen.

Justin Rose, Mark Fulcher

Irland noch versuchen wird, sich auf den letzten Drücker zu qua- lifizieren. Kaymer startet als einer von fünf Major-Siegern bei der

beendet. Ihn plagen Probleme am handgelenk. „Es ist sehr frust- rierend, aber ich habe noch eine lange Karriere vor mir“, erklärte Schwartzel, 34. iNTERNaTiONaL Ab dem 6. August findet im Golf- club heddesheim die International Match Play Trophy statt. Das Be- sondere am Turnier: Nach zwei Zählspielrunden geht es für

TRENNUNG Justin Rose hat sich von seinem langjährigen Caddie Mark Fulcher getrennt. Fulcher, seit elf Jahren mit Rose unterwegs, muss auf Empfehlung seiner Ärzte eine weitere Erholungsphase einlegen. Sein Nachfolger: Ex-Stenson-Caddie Gareth Lord. REKORD 57 Schläge (–15) benötigte College-Golfer Alex Ross am Wochenende beim Dog- wood Invitational. Am Morgen beendete er seine erste Runde des Tages übrigens mit einer 73 (+1).

QUaLifiziERT Bei der Canadian Open waren drei Tickets für die Open Championship zu vergeben. Eines davon sicherte sich Graeme McDowell. Für den Nordiren war das Ticket für das Major auf sei- nem heimplatz in Royal Portrush definitiv eines der großen Ziele

Irish Open. vERLETzT Für den Südafrikaner und Masters-Sieger Charl Schwartzel ist die Saison

in dieser Spielzeit. Noch nicht qualifiziert ist bei Redaktionsschluss hin- gegen Martin Kaymer, der unter anderem in

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die besten 32 Damen und herren im Lochspiel- Format weiter.

Graeme Mc Dowell

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Bernhard Langer über Erholung im fortgeschrittenen Alter, Marcel Siem und Thomas Müller über Golfen für einen guten Zweck und Kiwi schwer verliebt. TweeT iT!

Erholung ist wichtig: vor allem im fortgeschrit- tenen Golfer-Alter. Weiß auch Bernhard Langer.

Golfen für den guten Zweck: Marcel Siem und Bayern-Profi Thomas Müller beim Turnier der Nicolaidis YoungWings Stiftung.

Wir freuen uns beim kommenden Ryder Cup auf das Duell Eddie Pepperell gegen Matt Kuchar.

Autsch! Henrik Stenson schickt seinen Ball mit „Halb-Socket“ ins Publikum, trifft einen Zuschauer und posiert danach im Liegen.

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Drei Damen stürzen Woods! Der Superstar versuchte sich beim Pokern. Sagen wir mal so: Auf dem Golfplatz läuft es aktuell deutlich besser.

Kiwi in love. Wir gratulieren.

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COVER | SANDRA GAL

Lido Beach

»Mein absoluter Lieblingsstrand ist nur zehn Minuten von meiner Wohnung entfernt. Kilometerweit weißer und ganz weicher Pulver- sand – hier fahre ich hin, um einfach mal abzuschalten. Der Lido ist sogar einer der Gründe, warum ich nach Sarasota gezogen bin.«

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Sandra Gal ist umgezogen. Die deutsche LPGA-Spielerin zeigt GOLF TIME exklusiv ihre neuen Lieblingsspots und erklärt im Gespräch, was sie auf und abseits des Platzes benötigt, um sich richtig wohlzufühlen. Zeit Wohlfühlen zum

Von Tim Starke / Fotos: Rick Gomez, Jan Gal

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Tour, die Nominierung für das siegreiche europäische Solheim Cup-Team im Jahr 2011 – auch als Proette war Gal nicht zu stoppen. Das Leben auf der wichtigsten Damen-Tour ist hart, der Konkurrenzdruck immens. Doch Sandra Gal hält ihm bislang mit Bravour stand. Bereits seit 2008 hält Gal dauerhaft die Karte der LPGA Tour. Auch der private Lebensmittelpunkt hat sich folgerichtig in die USA verlagert, daran hat sich seit College-Zeiten nichts ge- ändert. Kürzlich ist Sandra Gal von Orlando in das weitaus beschaulichere Sarasota an der Westküste Floridas gezogen.

it fünf Jahren hielt Sandra Gal ihren ersten Golfschläger in den Händen. Das war im Jahr 1990 in Düsseldorf. Und der

Schläger, wenn man ihn denn überhaupt so bezeichnen kann, war so ein Plastikteil, das man heute im Italienurlaub für fünf Euro an jeder Strandbude kaufen kann. Dass damals der Grundstein für die erfolg- reichste Karriere einer deutschen Golferin überhaupt gelegt wurde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Danach spielte sie sporadisch mit abge- sägten Schlägern in den Ferien, erst mit 14 Jahren fing sie an, regelmäßig mit einem Pro im Golf Club Hubbelrath zu trai- nieren. Bald stellten sich erste Er- folge ein. Deutsche Jugendmeis- terin 2003, Nationalmannschaft. Dann 2004 der Weg aufs College nach Florida. Ein Schritt, der Sandra Gal prägte, sportlich wie privat. Einige ihrer besten Freunde stammen noch aus der Zeit an der University of Florida. Ihre Liebe zum amerikanischen Lifestyle wurde geweckt, das Golfspiel verfeinert. Die Amateurkarriere gipfelte 2007 in einem Spitzenplatz im weltweiten Damen- ranking, der Wechsel ins Profilager war obligatorisch. Ein Triumph auf der LPGA

steckbrief SANDRA GAL » Geboren am 9. Mai 1985 in Düsseldorf » Wohnort: Sarasota, Florida » 2007 beste Golf-Amateurin weltweit

» 2008 Wechsel ins Profilager » Ein LPGA-Sieg, zwei Teilnahmen am Solheim Cup für Team Europa » Seit 2008 dauerhaft LPGA-Mitglied » 2018 Gründung der Sandra Gal Charity-Foundation

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COVER | SANDRA GAL

»Mein perfekter Ort, um mich gesund und lecker zu ernähren. Die Leute sind nett, ich liebe die frisch zubereiteten Bowls und es gibt einen Ersatzhund für ein paar Streichel- einheiten, der mich an meine Emi erinnert, wenn sie mal wieder in Prag bei meiner Mutter ist.« Get Fit Fuel

auch die Natur spielt für mich eine große Rolle. Ich fühle mich zum Beispiel in Kalifor- nien sehr zu Hause. Zunächst hatte ich dafür keine so richtige

Ein Schritt hin zu mehr Lebenskomfort und Ruhe, der Sandra Gal sichtlich guttut. Man kann gespannt sein auf das nächste Kapitel im Leben der deutschen Profi-Golferin.

Moment ist und wo die eigene Aufmerksam- keit ist. Kann ich mich fokussieren? Aber kann ich auch Momente finden, die mich aus dem Fokus rausnehmen, um zwischendurch etwas zu entspannen? Da helfen die Umge- bung und die Natur ebenfalls. diesen Tipp hat sicher jeder Hobbygolfer schon einmal gehört: „genieße es, schau dich um und sauge die Natur auf.“ Oft ist das leich- ter gesagt als getan, wenn man in sein Spiel vertieft ist oder über den fehler am letzten loch grübelt. Schaffen Sie das auch während eines Turniers? Um ehrlich zu sein, klappt das im Turnier häufig nicht so gut wie auf einer Probe- oder Privatrunde. Aber ich versuche trotzdem, die Augen für die Umgebung offen zu halten, da es mir unheimlich hilft, mich zu entspannen. Und ich versuche das einfach auch, da ich die tollen Dinge um mich herum nicht verpassen möchte, nur weil ich zu sehr mit meinem Golf- spiel oder meinem Score beschäftigt bin. »Ich versuche, auch im Turnier die Augen für die Umgebung offen zu halten. Das hilft mir zu entspannen«

Erklärung, aber dann ist mir klar geworden, dass die Landschaft und Natur dort einen großen Anteil an diesem Gefühl haben. Was tun Sie selbst dafür, um sich zu Hause zu fühlen? Für mich ist es ganz wichtig, ein Stück Natur in der Nähe zu haben, wo ich hingehen kann, um abzuschalten und Kraft zu tan- ken. Dabei ist es egal, ob das Berge sind oder Wasser und Strand. So etwas hatte ich in Orlando einfach nicht und das ist in Sara- sota wirklich klasse. Da bin ich in ein paar Minuten an tollen und auch ruhigen Strän- den. Dazu kommt, dass ich hier nahe meiner Wohnung ganz viele Dinge vorfinde, dich ich zu Fuß machen kann. Ein gutes gefühl hilft sicher auch auf dem golfplatz, um gutes golf zu spielen. Welche dinge sind da ausschlaggebend? Natürlich hat der eigene Caddie einen großen Anteil daran. Wichtig ist vor allem, dass ich entspannt bin. Und es geht ganz viel darum, wie die Einstellung in einem

Sie haben tschechische Wurzeln, sind in deutschland geboren und aufgewachsen, leben aber schon viele Jahre in den USa. Woran denken Sie beim Begriff „Heimat“? Ich denke eigentlich sofort an genau diese drei Orte. Da ich schon sehr lange dort lebe, ist mir Florida natürlich sehr vertraut. Es ist meine bewusst ausgesuchte Wahlheimat und ich verbringe einfach einen Großteil meines Lebens dort – und das auch sehr gerne. Ich bekomme ein Heimatgefühl aber genauso, wenn ich Teile meiner Familie in München besuche oder in Düsseldorf bei Freunden bin. Prag weckt diese Gefühle vielleicht am wenigsten, ist aber ein genauso großer Teil von mir. Meine Eltern kommen von dort und ich daher auch – das spüre ich. Sie sprechen von gefühl. Ist Heimat vielleicht nicht zwingend ein realer Ort für Sie, sondern definiert sich eher über Sinne? Teilweise ist das sicher richtig. Es hat ganz viel mit speziellen Menschen zu tun, wenn es sich für mich nach Heimat anfühlt. Aber

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T he Concession Golf Club

»Ich fühle mich in der freundlichen und friedvollen Umgebung des Clubs einfach wohl. Hinzu kommt, dass die Trainingseinrichtungen geradezu ideal sind und der Platz sehr anspruchsvoll ist. Die Grüns sind sehr schnell, und ich kann mich super auf die Tour vorbereiten.«

»Hier bin ich drei bis vier Mal in der Woche. James Whatmore ist ein lustiger Typ und wir verstehen uns sehr gut. Ich arbeite seit Dezember mit ihm und seine neuen Ansätze haben mir enorm dabei geholfen, den Ball weiter zu schlagen und mich auch sonst rundum wohlzufühlen« Whatmore Performance Training

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COVER | SANDRA GAL

Orten wohlfühlen und mich auf diese ein- lassen. Am Ende bin ich sehr dankbar, diesen Beruf ausüben zu können. aber Sie definieren sich nicht zu hundert Prozent über den Beruf. Nein, das will ich auch überhaupt nicht. Ich finde, Sportler werden von der Öffentlichkeit viel zu sehr über ihre sportlichen Ergebnisse definiert. Am Ende ist es ein Beruf, und wenn man abends heimkommt, muss man den auch einfach mal nur Beruf sein lassen und das Leben genießen. Ich möchte mich auch über andere Dinge definieren wie zum Beispiel meine Charity-Aktivitäten. Am Anfang habe ich unterschiedliche Projekte für Volunteers of America unterstützt. Im vergangenen Jahr habe ich dann die Sandra Gal Foundation gegründet, mit der ich in Miami das Sandra Gal Children Center fördere oder als Bot- schafterin der Allianz-Pro-Menschlichkeit fungiere. Das ist mir mindestens genauso wichtig wie mein Beruf als Golf-Pro. Gt »Als Golfprofi bewegt man sich die meiste Zeit außerhalb der eigenen Komfortzone. Das ist nicht immer so leicht, wie es aussieht«

Merken Sie schon vor der runde auf der driving range oder am ersten abschlag, ob es ein guter oder schlechter Tag auf dem golf- platz wird? Absolut. Das beginnt meist schon beim Aufstehen. Das ist auch ganz normal. Es gibt einfach Tage, an denen es einem nicht so gut geht. Dann geht es darum, wie man damit umgeht. Ich versuche mir zu sagen, dass ich schon so viele gute Runden gespielt habe, um ein solches gefühltes Tief aktiv zu durchbre- chen. Ein Gefühl muss ja nicht zwingend ein Ergebnis auf dem Platz widerspiegeln. Natür- lich schafft man es nicht immer, das kennt sicher jeder, egal ob Profisportler oder nicht. Einerseits sind Routinen sehr wichtig, es ist aber genauso wichtig, dass man nicht an Dingen zu stark festhält oder diesen zu viel Gewicht gibt. Es geht auch hier wieder darum, sich gut zu fühlen, und da können Routinen oder Gewohnheiten helfen. Bei mir ist das so, dass ich morgens gerne ruhige Musik höre, vielleicht ein wenig meditiere und den Tag von Anfang an versuche zu genießen Helfen Ihnen da routinen, die Sie an einem Turniertag durchlaufen? ohne zu stark bereits beim Früh- stück auf das Turnier oder das Ergebnis fokussiert zu sein. Es geht darum, im Hier und Jetzt zu leben. Mal andersrum gedacht. Was sind denn dinge, die Sie auf dem Platz stören oder die dazu führen kön- nen, dass Sie sich unwohl fühlen? Es ist schon so, dass ich ver- suche, mich durch ein ruhiges Äußeres selbst zu beruhigen. Das sieht dann manchmal sicher entspannter aus, als es tatsächlich in mir aussieht. In erster Linie sind es meine eigenen situationsgebun- denen Gedanken, die mich nervös machen können. Ich mag es aber zum Beispiel sehr, vor Zuschauern zu spielen. Das macht mir wenig aus und motiviert mich eher. Sie haben als Profi auch schon in deutschland gespielt. Ist es dann doch etwas anderes, vor heimischer kulisse aufzuteen? Das ist total anders. Eines meiner tollsten Erlebnisse war der Solheim Cup in Deutsch- land. Der Team-Wettbewerb an sich ist schon so besonders, man hat viel Druck. Dann aber das deutsche Publikum hinter sich zu wissen – das hat unheimlich Spaß gemacht. Das war eine unglaubliche Stimmung, die mir sehr geholfen hat, gut zu spielen.

Ist der Beruf als golf-Profi Ihr persönlicher Wohlfühlberuf? Die Antwort wird jetzt vielleicht über- raschen, aber ganz so ist das nicht. Man ist in diesem Beruf die meiste Zeit außerhalb der eigenen Komfort-Zone. Das ist nicht zwingend negativ, da es für mich eine der besten Mög- lichkeiten ist, auch menschlich zu wachsen. Du wirst andauernd vor neue Herausforde- rungen gestellt. Das bisschen Unwohlsein ist da vielleicht sogar für das eigene Spiel förder- lich, da man sich dann noch etwas mehr konzentriert, als wenn man total in sich ruhen würde. Aber ich arbeite trotzdem daran, dass es mir etwas leichter fällt. Hilft es da, wenn man mit den anderen Spie- lerinnen neben dem Platz ein gutes Verhält- nis hat? Es ist schon schön, dass man sich mit vielen der Spielerinnen gut versteht und ich komme mit den meisten auch sehr gut aus. Richtig gute Freunde habe ich aber nur wenige auf der Tour. Wichtiger ist für mich, dass ich meine Familie dabei habe, Menschen, zu denen ich ein großes Ver- trauen habe. Was mir total hilft, ist, dass mich Reisen kaum stresst. Ich kann mich schnell auch an neuen

»Die Kunst ist zwar kein spezieller Ort, aber ein großer und wichtiger Teil von mir. Seit ich drei Jahre alt bin, male ich. Wäre ich nicht Golfprofi geworden, bin ich mir sicher, dass ich beruflich etwas Künstlerisches machen würde. Es bereitet mir unglaublich viel Spaß, kreativ zu sein.« Zeit für Kunst

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In the Bag

Wenn es um ihre Schläger geht, ist Sandra Gal marken- treu. Callaway und

Odyssey sind die einzigen Brands in ihrem Bag. Das sagt die deutsche Proette zu ihren aktuellen Schlägern: Driver epIc flasH suB zero Ich liebe diesen Driver. Hier sind die rationalen Argumente: sattes Gefühl im Treffmoment, bessere Länge, guter Sound. Das Holz 3 geht gerade durch den Wind. Mit dem Holz 5 habe ich die nötige Höhe, um bei Par 5s das Grün zu attackieren. Das Holz 7 (Alternative zum Eisen 4) ist butterweich aus dem Rough und außerdem sehr gut bei langen Par-3-Löchern – es hat fast die Höhe von einem Wedge. Von Pitching Wedge bis Eisen 4 setze ich auf die Apex Eisen in der Pro-Variante. Es sind definitiv die besten, die ich je hatte. Man kann den Ball sehr gut shapen und bekommt ein gutes Feedback im Treffmoment. hölzer epIc flasH eisen apex pro forgeD

WeDGes mack DaDDy forgeD Die Mack Daddys habe ich in

den Lofts 50, 54 und 58 im Bag. Ich kann mit diesen Wedges viel Backspin erzeugen, wenn ich es brauche. Für das Chippen um die Grüns herum und im Bunker benutze ich fast immer die Version mit 58 Grad Loft.

Putter oDyssey mIlleD collectIon, rsx #7

Der Putter fühlt sich superweich im Treffmoment an. Selbst wenn man den Ball nicht in der Mitte trifft, ist er, dank der Konstruktion, sehr stabil.

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COVER | BMW INT. OPEN

von

aufgEROllt hinten ItalIenIscher trIumph Andrea Pavan holt sich den Titel bei der 31. BMW International open. Martin Kaymer geht am Wochenende die Luft aus.

von Thomas Fischbacher

A

Nach zwei Pars auf dem ersten Extraloch ging es per Cart zurück auf den 18. Abschlag, um erneut das Par 5 mit den zahlreichen Wasserhindernissen zu absolvieren. Während Pavan seinen Abschlag ins Rough setzte und auch das LayUp im höheren Gras landete, attackierte Fitzpatrick vom Fairway aus das Grün. Seine Annäherung aus gut 230 Metern landete im Grünbunker. Vorteil Fitzpatrick. Scheinbar. Es folgte der Schlag, der das Turnier ent­ scheiden sollte. Pavans Annäherung mit dem Pitching Wedge landete direkt am Stock, Fitzpatrick patzte beim Bunkerschlag und verpasste das Birdie. Es war die endgültige Entscheidung.

ndrea Pavan, geteilter Neunter vor dem Finale, setzte am Final­ sonntag der BMW International Open die zu schlagende Marke mit einer 66 (–6) auf 15 unter

Steckbrief AndreA PAvAn » Geboren am 27.4.1989

» Größe: 188 cm » Gewicht: 84 kg » verheiratet mit Audra (seit 2014); Sohn Luca (geb. 2016) » Wohnort: Texas » Studium an der University of Texas » Fan des AS Rom » Profi seit: 2010 (Handicap +5)

Par. Auf dem Platz waren zu diesem Zeit­ punkt noch einige Titelkandidaten unter­ wegs. Einer davon war Matthias Schwab. Der Österreicher führte zwischenzeitlich, trudelte aber nach einigen verpassten Chancen mit einer 71 (–13 insgesamt) über die Ziellinie. Zwei Schläge fehlten auch Titelverteidiger Matt Wallace, um mit dem Italiener gleichzu­ ziehen. Matthew Fitzpatrick gelang mit einem Birdie auf der 18 aber doch noch, die Best­ marke zu egalisieren. Die Folge: Verlängerung bei der 31. Austragung des Turniers.

» European-Tour-Siege: 2 » Challenge Tour-Siege: 4

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HAARScHARf Matthias Schwab aus Österreich verpasste seinen ersten Sieg auf der European Tour nur knapp

ErgEbnissE 31. BMW InternatIonal open 2019 1. Andrea Pavan (ITA) 67 71 68 65 273 (-15)

333.330 € 222.220 € 76.400 € 76.400 € 76.400 € 76.400 € 76.400 € 76.400 € 76.400 €

2. Matthew Fitzpatrick (ENG) 3. Edoardo Molinari (ITA) 3. Rafa Cabrera-Bello (ESP) 3. Matthias Schwab (AUT)

73 66 65 69 273 (-15) 70 67 71 67 275 (-13) 70 69 70 66 275 (-13) 70 69 65 71 275 (-13) 70 67 66 72 275 (-13) 69 68 72 66 275 (-13) 70 65 70 70 275 (-13) 69 68 68 70 275 (-13)

3. Jordan Smith (ENG) 3. Alvaro Quiros (ESP)

3. Christiaan Bezuidenhout (SA) 3. Matt Wallace (ENG) 16. Martin Kaymer (GER) 16. Bernd Wiesberger (AUT)

67 66 75 70 278 (-10) 26.450 € 72 70 71 65 278 (-10) 26.450 €

Vor dem Wochenende sah es so aus, als könnte Martin Kaymer eine solche Woche verbuchen. Doch nach der Führung nach zwei Tagen klang das Turnier mit einer 75 und 70 auf Position 16 aus. Trotz der verpassten Chance nach Halbzeitführung war der Deutsche zu­ frieden, wie sich sein Spiel entwickelt. „Es war eine anstrengende Woche, aber es hat viel Spaß gemacht. Es waren drei gute Tage und einer, der nicht so gut war. Leider hat dieser nicht so gute Tag ausgereicht, dass ich keine Chance auf den Sieg hatte.“ Zweitbester Deutscher wurde Maximilian Kieffer (Platz 37). Dominic Foos und Max Schmitt teilen Platz 53. Einen weiteren Schlag zurück folgt Marcel Schneider (T60). Gt

Es war nach der Bad Griesbach Challenge Tour 2013 Pavans zweiter Sieg auf deutschem Boden; und der zweite auf der European Tour nach dem Czech Masters 2018. 333.330 Euro wandern auf das Konto des Italieners. „Jeder Gewinn ist etwas Besonderes. Aber dieser nach dem bisherigen Jahr und den Er­ gebnissen ist sehr emotional“, kommentierte Pavan. „Ich habe irgendwie gefühlt, dass etwas Gutes passieren würde, aber mit einem Sieg habe ich nicht gerechnet.“ Es war bis dato nicht gerade die Saison des Italieners. Ergeb­ nisse unter den besten Zehn: Fehlanzeige. Wie der Fall Pavan zeigt: Es kann schnell gehen. Eine starke Woche, und schon sieht die Golfwelt ganz anders aus.

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heImspIel Almrausch im P1, ein Kunst-schlag auf der 17 und jede Menge glückliche Gesichter – die Höhepunkte einer tollen Turnierwoche.

highlights Aus EiChEnRiEd

LEdERHoSn-TRio Alex Norén, Matthew Fitzpatrick und Rafa Cabrera-Bello

alM-rausch

feucht-fröhlich Die Player’s Party bei der BMW International Open ist berühmt und gleichzeitig berüchtigt. Man munkelt, es hätte in der Vergan­ genheit des Turniers ein paar Profis ge­ geben, die am Samstag alkoholbedingt nicht ganz zur Höchstform auflaufen konnten ( siehe auch: der Golftest mit George Coetzee auf Seite 16 ). In diesem Jahr stand die Freitagsfete im P1 unter dem Motto „Almrauschen“, folge richtig erschienen die allermeisten Teil nehmer in fescher bayerischer Tracht. Ein weiteres Highlight der Turnier­ woche ist die TeeOff Night am Diens­ tag im Seehaus (Englischer Garten). Unter anderem Martin Kaymer, Sergio García, Matt Wallace und Thorbjørn Olesen sowie TopModel Lena Gercke, Schauspieler Jan Josef Liefers und RennrodelOlympiasieger Felix Loch ließen sich den Abend nicht entgehen. Die prominente Gruppe kam mit dem Fahrrad vom SpielerHotel angefahren.

ass-rausch

aSS zum m8 Ein Sieger der BMW Inter­ national Open 2019 stand bereits am Freitag fest: Gaganjeet Bhullar notierte in Runde zwei ein Ass an der 17. Spielbahn (Par 3, 179 Meter). Es war ein Eisen 6 mit Folgen: Der Traumschlag brachte dem 31Jährigen eine attraktive Belohnung ein: das BMW M8 Competition Coupé im Wert von 193.880 Euro, das erst in der Woche nach dem Turnier in der BMW Welt seine Weltpremiere feiert. „Ich freue mich sehr darauf, den BMW M8 zu fahren. Das war mein zweites Hole­ inOne. Ich hatte mir für dieses Jahr vor­ genommen, eins zu machen – und dann gleich das ‚Richtige’“, kommentierte der Inder bei der Schlüsselübergabe durch Florian Baumeister, Leiter Events, Aus­ stellungen und Sportmarketing. Es ist der achte gewonnene HoleinOneAward bei 31. Ausgaben des Turniers. Zuletzt sicherte sich Aaron Rai aus England 2018 einen BMW i8 Roadster.

ABGERäUMT Gaganjeet Bhullar lochte sein Eisen 6 zum Ass und freute sich über die neue Luxuskarrosse, einen BMW M8 Competition Coupé, überreicht von Florian Baumeister

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so eIn tag …

titleiSt meGa Day Wir haben 20 Gewinner zur BMW International Open in den Titleist Tour Truck ein­ geladen. Danach ging es mit Bernd Wiesberger noch auf die Anlage von OPEN.9 Golf Eichenried zu einer exklusiven Short Game Clinic. Vom Jet Lag war nichts zu sehen und der Österreicher zeigte seine ganze Klasse im kurzen Spiel. ImAnschluss ging es auf den Platz des Open.9, wo Wiesberger, der zu­ letzt die Made in Denmark auf der European Tour gewinnen konnte, die Teilnehmer mit auf die Runde nahm und Einblick in Schlagreper­ toire und Spielstrategie gab.

Proam-SieGerin SophieCharlott Hempel, die Siegerin unseres ProAmGewinnspiels zur BMW International Open, ist als CollegeGolferin mit PlusHandicap eigent­ lich an Ducksituationen gewöhnt. Doch als sich am ersten Abschlag ihrer ProAmRunde mit Robert Karlsson auch noch ein KameraTeam positionierte, fingen die Hände dann doch ein wenig zu zittern an. Sophie konnte den Sprung ins kalte Wasser zu Beginn der Runde aber gut wegstecken, spielte starkes Golf an der Seite der schwe­ dischen EuropeanTourLegende und sicherte sich sogar noch die Longest DriveWertung. „Einfach nur ein Traumtag“, bilanzierte die 20Jährige. an der seIte des pros

zum ViDeo Titleist Day bei der BMW Inter- national Open

TiTLEiST dAy Blick in den Truck, Ball Clinic und Lehrstunde von Bernd Wiesberger für die 20 Gewinner

StORY | PErsONalIE

IntervIew Allen John über den nicht ganz einfachen Weg zurück in den Profi-Zirkus und das Team, das ihm bei seinem Master-Plan zur seite steht. Richtig Es könntE

llen John ist GolfProfi, hat aber den­ noch ein Handicap: Eine Hörleistung von nur fünf Prozent. Aber das stört den Deutschen herzlich wenig. Auch der Rückschlag, nach einer Schambein­ Entzündung den Traum vom ProfiGolf 2013 vorzeitig beenden zu müssen, hat ihn nicht aufgeben lassen. 2019 will er mit einer neuen Einstellung und einem starken Team im Rücken erneut den Sprung zurück auf die ProfiTour wagen. Wo es hingehen soll, steht fest: auf die European Tour. Auch wie er dort­ hin kommen soll, hat sein Team um Trainer Marco Schmuck, Manager Michael Ernst und MentalCoach Prof. Jan Mayer vorgezeichnet. In seinem Heimatclub St. LeonRot sprechen wir mit John, Ernst und Schmuck über „Allens MasterPlan“. Allen John: Ich war immer davon über­ zeugt, dass ich damals mehr hätte erreichen können. Ich wollte mir nie vorwerfen müssen, nicht alles versucht zu haben. Irgendwie war es am Ende nach einigen verpassten Cuts auf der Challenge Tour und der Verletzung schneller vorbei, als ich es greifen konnte. Seit 2016 arbeite ich wieder intensiv an meinem Spiel und die Erfolge sind wieder gekommen. Der große Unterschied zum letzten Mal ist einfach, dass wir einen Plan haben. Jetzt habe ich eine ganz andere Herangehensweise. Michael Ernst: Allen liegt uns schon seit zwei Jahren in den Ohren, dass er es noch mal als Profi probieren will und wir haben ihm zwei Jahre lang davon abgeraten. Aber er hat sich von seiner Idee nicht abbringen Wie kam es zu der Entscheidung, es noch einmal als Profi zu probieren?

Steckbrief Allen John » geb. 31. August 1987

» Heimatclub: Golfclub St. Leon-Rot » Mitglied im Golf Team Germany » 2011 bis 2014 Profi auf der Pro Golf Tour und Challenge Tour » 2016 Weltmeister der Gehörlosen » 2017 Goldmedaille Deaflympics » Drei Titel auf der Pro Golf Tour: – Haugschlag NÖ Open 2011 – Raiffeisen Pro Golf Tour St. Pölten 2018 (als Amateur) – Open Michlifen 2019 » Management: SMA – Athlete & Sports Management

lassen und hat uns mit den Ergebnissen 2018 sehr starke Fakten geliefert, dass wir ihn noch einmal unterstützen sollten. Jetzt haben wir einen klaren Plan vor Augen, der auch für den Sportler extrem wichtig ist, um sich zu orien­ tieren. Ob das der richtige Plan ist, kann nur die Zeit zeigen. Aber das Wichtigste ist, dass Allen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen hat, um erfolgreich werden zu können. Wie sieht dieser Plan konkret aus? Marco Schmuck: Das primäre Saisonziel heißt volle Challenge TourSpielberechtigung für das nächste Jahr. Die größte Chance, dieses Ziel zu erreichen, sehen wir aktuell

darin, dass Allen am Ende des Jahres Top 5 der Pro Golf TourRangliste ist. Natürlich wollen wir aber auch so viele Starts wie mög­ lich auf der Challenge Tour wahrnehmen. Dort dann aber auf Sicherheit zu spielen, wäre ein Fehler. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Um auf dieser Tour voranzukommen, braucht man Top10Ergebnisse, auch wenn das heißt, dass man ab und zu Cuts verpasst. ist es nicht problematisch, nur auf hopp oder dropp zu spielen? Marco Schmuck: In der Tat. Allen war in diesem Jahr schon an einem Punkt angelangt, an dem er auf dem Platz nur in die sprich­

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